Technik

Facebook-Nutzer sind schuld: Online-Banking sehr riskant

Bei einem Sicherheitstest sind 84 Prozent der Angriffe auf Online-Banking-Nutzer erfolgreich. Schuld sind die Anwender selbst, die leichtsinnig auf Links in sozialen Netzwerken klicken und auf ihre vermeintlich sicheren Browser vertrauen.

Eine Untersuchung des Sicherheitsanbieters Trend Micro zeigt, das Online-Banking nicht so sicher ist, wie viele Anwender glauben. Schlimmer noch: Bei Test-Angriffen des Unternehmens wurden 84 Prozent der attackierten Rechner gekapert.

Dass ihr Konto geplündert wurde, merken die Opfer zunächst meistens erst, wenn es zu spät ist. Denn heutzutage sind Kriminelle nicht mehr auf Kontodaten, Passwörter oder TANs angewiesen, um Beute zu machen. Sie sind in der Lage, sich in eine laufende Banking-Aktion zu hacken. Wenn der Kunde dann die Überweisung bestätigt, landet das Geld nicht beim gewünschten Empfänger, sondern auf einem Konto der Cybergangster. Der Bestohlene sieht davon nichts, denn die Software der Gauner gaukelt ihm vor, alles habe wie gewünscht funktioniert.

Bankraub des 21. Jahrhunderts

"Völlig zu Recht bezeichnet das Bundeskriminalamt diese Art von Kriminalität als den Bankraub des 21. Jahrhunderts", schreibt Trend-Micro-Experte Martin Rösler. Laut seiner Untersuchung fangen sich die meisten Anwender einen Datenklau-Trojaner auf vermeindlich sicheren Seiten ein. Die Nutzer fühlen sich auf der sicheren Seite, weil sie glauben, schädliche Software lauere nur auf Sex-Domains oder Download-Seiten. Rund ein Viertel der betroffenen Rechner wurde über bekannte Internetadressen wie google.com oder microsoft.com infiziert. Am häufigsten sind laut Trend Micro soziale Plattformen wie Facebook betroffen. Die Nutzer klickten zu oft leichtsinnig auf Links, die angeblich von Freunden stammen. Oft steckt hinter dem freundschaftlichen Link aber eine verseuchte Seite. Denn nicht selten spionieren Hacker die Login-Daten eines Facebook-Nutzern aus, um unter seinem Namen gefährliche Links zu streuen.

Firefox nicht sicher

Die Trojaner finden ihren Weg auf ein Computersystem gewöhnlich über Sicherheitslücken in Webbrowsern. Wer der Meinung ist, hier sei vor allem Microsofts Internet Explorer betroffen, irrt. Im von Trend Micro untersuchten Zeitraum von drei Wochen lag der beliebte Mozilla Firefox mit 42 Prozent an der Spitze der überwundenen Browser. Der Internet Explorer wurde nur in 17 Prozent der Fälle als Einfallstor genutzt.

Rösler schreibt auch, neue Betriebssysteme seien keineswegs ungefährdeter als alte. Zwar führe Windows XP mit 53 Prozent die Liste der am häufigsten betroffenen Systeme an und Windows liege mit 24 Prozent weit zurück. Gemessen an der Verbreitung (Windows XP 51,3 Prozent, Windows 7 17,5 Prozent) zähle dies aber wenig.

Quelle: n-tv.de

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