Technik
Damit das Tablet während der Vorstellung nicht stört, gibt es einen "Konzert- Modus".
Damit das Tablet während der Vorstellung nicht stört, gibt es einen "Konzert- Modus".(Foto: Samsung Tomorrow)

Statt Papiernoten: Orchester steigt auf Tablet um

Bücher lesen auf dem Tablet? Kein Problem. Aber Noten lesen? Auch das geht, wie die Brüsseler Philharmoniker zeigen. Der Einsatz der neuen Technik könnte den Musikern etwas Arbeit sparen - und dem Orchester eine Menge Geld.

Dicke Notenstapel sind für die Musiker der Brüsseler Philharmoniker bald Vergangenheit: Sie sollen ihre Partituren künftig vom Tablet ablesen. Genauer gesagt, vom Galaxy Note 10.1,  das Samsung im Rahmen einer Kooperation zur Verfügung stellt. Am Mittwochabend kam das Gerät erstmals zum Einsatz: Die 92 Musiker spielten unter der Leitung des Franzosen Michel Tabachnik den Bolero von Maurice Ravel und Stücke von Richard Wagner.

Mit dem Test seien alle zufrieden gewesen, sowohl die Musiker als auch die Zuhörer, sagte der Intendant Gunther Broucke. Ziel ist nun die vollständige Umstellung des Orchesters von Papier- auf digitale Noten. Dies soll in den kommenden Jahren bewerkstelligt werden. Die klassische Musik müsse sich auch an ihre Zeit anpassen, so Broucke. Seit Jahrhunderten habe sich der Betrieb eines Orchesters so gut wie gar nicht verändert. Die Musiker benutzen gedruckte Partituren, die aber erst mühevoll einzeln transkribiert und verteilt werden müssen, was die Vorbereitung der Konzerte sehr langwierig und komplex macht.

Notizen möglich

Mit der NeoScore-Software, die auf den Tablets vorinstalliert ist, können hingegen auch Änderungen und Anmerkungen in den Notenblättern gespeichert werden, ohne dass diese dadurch unleserlich würden. Auch Komponisten könnten ihre Arbeit deutlich schneller an Musiker weitergeben. Ein Video gibt einen Einblick in die bisherige Arbeitsweise und zeigt, wie sie sich durch die Tablets verändern könnte.

Für die Brüsseler Philharmoniker ist der Tablet-Einsatz auch eine Kostenfrage: Allein die Noten für die gut 100 Konzerte im Jahr kosten das Orchester derzeit rund 25.000 Euro. Vor unerwünschten Störungen während der Konzerte müssen sich die Musiker übrigens nicht fürchten: Das Tablet lässt sich in einen "Konzert-Modus" schalten, der ähnlich wie der "Flugzeug-Modus" alle Ablenkungen von außen blockiert. 

Quelle: n-tv.de

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