Technik
(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Nur wenig Betroffene: RTL-Gruppe steigt aus DVB-T aus

Zu teuer, zu wenig Abdeckung: Die RTL-Gruppe, zu der auch n-tv gehört, wird ihre digitale Übertragung per Antenne einstellen. Die Kosten lägen 30 Mal so hoch wie bei der Ausstrahlung über Satellit. Zudem könne der Staat einfach die Frequenzen kappen.

Die RTL-Gruppe wird ihre Fernsehsender RTL, Vox, Super RTL und RTL II von 2015 an nicht mehr über die Antennentechnik DVB-T verbreiten. In Berlin ist davon auch n-tv betroffen und in München endet die Ausstrahlung schon Ende Mai dieses Jahres. RTL begründet das mit hohen Kosten und fehlender Planungssicherheit. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen kritisierte den Ausstieg, weil dadurch allein in NRW eine Million Haushalte gezwungen seien, auf die teureren Wege Kabel oder DSL umzusteigen. "Digital Video Broadcasting - Terrestrial" DVB-T ist als digitales Antennenfernsehen eine Alternative zu Satellit, Kabel oder Internet.

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Die DVB-T-Zuschauer tragen nach RTL-Angaben nur 4,2 Prozent zum Marktanteil der Gruppe bei. Über 95 Prozent empfangen die Sender via Satellit oder Kabel. Die vom Ausstieg betroffenen Zuschauer sollen über Laufbänder in den Programmen informiert werden. RTL kritisierte, Bund und Länder garantierten nicht, dass die Frequenzen auch langfristig zur Verfügung stünden. Die Kosten pro DVB-T-Haushalt seien zudem 30 Mal so hoch wie bei Satellitenfernsehen.

Drei Programmplätze für HD

Außerdem müsse für DVB-T eine Verschlüsselung entwickelt werden, forderte RTL. Nur so sei eine Zukunft der Technik möglich, hieß es aus der Geschäftsführung der RTL Gruppe. Das Problem sei auch die begrenzte Bandbreite der Übertragungsart. Für ein Bild in High Definition wären drei reguläre Programmplätze nötig. Der Umstieg auf den Standard DVB-T2, der für HD-Programme geeignet wäre, sei nicht geplant. Investitionen im "mittleren zweistelligen Millionenbereich" seien nötig – aber ein "garantierter stabiler Verbleib" der Frequenzen nicht über das Jahr 2020 hinaus gesichert. Sie könnten theoretisch einfach wegfallen.

Die Verbraucherzentrale befürchtet, der RTL-Ausstieg könne einen Domino-Effekt auslösen, weil damit die Kosten für die übrigen Sender steigen würden. In NRW nutzen nach Angaben der Verbraucherschützer 14 Prozent der Haushalte DVB-T als ersten Empfangsweg und weitere 5 Prozent für Zweit- oder Drittgeräte. Nutzung und Marktanteil sind allerdings unterschiedliche Messgrößen. Klaus Müller, Vorstand der Düsseldorfer Verbraucherzentrale, forderte die Landesregierung auf, dafür zu sorgen, dass DVB-T erhalten bleibt und weiterentwickelt wird.

Quelle: n-tv.de

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