Technik
J.K. Shin, der Chef für die Mobilgeräte bei Samsung, präsentiert das neue Galaxy S 4.
J.K. Shin, der Chef für die Mobilgeräte bei Samsung, präsentiert das neue Galaxy S 4.(Foto: AP/dpa)

Verkauf beginnt Ende April: Samsung stellt Galaxy S4 vor

Am Design ändert sich wenig: Das Galaxy S4 setzt auf ein Kunststoffgehäuse in nahezu bekannter Form. Doch das jüngste Smartphone des südkoreanischen Herstellers Samsung kann mit einer Reihe technischer Verbesserungen aufwarten.

Gewohntes Design: das Galaxy S4.
Gewohntes Design: das Galaxy S4.

Verbesserte Handytechnik in typischer Samsung-Verpackung: Auf diese Formel lässt sich das neue Flaggschiff-Smartphone Galaxy S4 bringen. Im Vergleich zum Vorgängermodell wächst der Bildschirm von 4,8 auf 5 Zoll, das Display beherrscht Full-HD-Auflösung. Die Kamera legt von 8 auf 13 Megapixel zu. Das Galaxy S4 reagiert auf Gesten genauso wie auf Blicke und Sprache. Am Design ändert sich dabei wenig. Das Gehäuse ist weiterhin aus Kunststoff, es wird aber minimal leichter und dünner. Das Galaxy S4 ist ab Ende April verfügbar.

Mit dem Smartphone stellte Samsungs Mobilfunk-Chef J.K. Shin den Nachfolger des erfolgreichen Galaxy S3 vor. Die technischen Daten und Bilder kursierten allerdings schon vor der offiziellen Präsentation im Internet. Die große Überraschung blieb damit aus. Das Galaxy S4 sei ein Smartphone, das das Leben erleichtere, erklärte Shin. Das Vorgängermodell S3, das vor einem Jahr vorgestellt wurde, konnte Apples iPhone Marktanteile wegschnappen.

Kampfansage an Apple

Und auch die Vorstellung des S4 gilt als Kampfansage an Apple. Samsung stellte es in der Radio City Music Hall auf dem New Yorker Times Square, Apples ureigenem Revier, vor.

Das neue Modell ist minimal leichter und dünner.
Das neue Modell ist minimal leichter und dünner.

Zuletzt hatte Apple in dem Ringen um die Vormachtstellung am Smartphone-Markt die Nase vorn. In der weltgrößten Volkswirtschaft verkauften die Südkoreaner im Schlussquartal 2012 erstmals weniger Smartphones als Apple iPhones - und das, obwohl Samsung 400 Millionen Dollar in Telefonwerbung investierte. Ob Samsung diesen Trend mit dem S4 umdrehen kann, ist bei Experten umstritten

Analysten rechnen damit, dass die Südkoreaner allein im ersten Monat mehr als zehn Millionen Smartphones des neuen Modells S4 verkaufen können. Beim Vorgänger, der vergangenen Mai auf den Markt kam, hatte Samsung allerdings mit Zulieferproblemen zu kämpfen, die sich auch auf den Absatz auswirkten. "Nach Gesprächen mit Zulieferern ist klar, dass Samsung schon viel unternommen hat, um die Lieferkette abzusichern und den Fehler des vergangenen Jahres nicht zu wiederholen", sagte Analyst Lee Seung-woo vom Wertpapierhändler IBK Securities.

Smartphone-Hype könnte enden

Das erste Galaxy-Modell war im Juni 2010 vorgestellt worden, als Antwort auf den Riesenerfolg des 2007 gestarteten iPhones. Im vergangenen Jahr überholten die Südkoreaner mit dem Google -Betriebssystem Android dann Apple als Smartphone-Marktführer. Ihr Marktanteil liegt nun bei 30 Prozent, Apple hat noch 19 Prozent inne.

Allerdings ist nach Einschätzung von Analysten das Risiko hoch, dass der Smartphone-Hype um Samsung endet, weil das neue Modell die hochfliegenden Erwartungen dann doch nicht erfüllt. "Es muss ein Kassenschlager sein, der in fast allen Aspekten den Vorgänger und die Konkurrenzmodelle schlägt", sagte David Choi von SK Securities.

Das Betriebssystem soll es bringen

Design und technische Eckdaten hin oder her - Samsung hofft vor allem mit dem neuen Betriebssystem beim Kunden zu punkten. Dabei handelt es sich um die jüngste Version von Googles Android, genannt "Jelly Bean", verfeinert mit Samsung-eigenen Funktionen.

Das S4 solle "ein Begleiter sein, der uns dabei hilft, das Leben in vollen Zügen zu genießen", sagte Samsungs Mobilfunk-Chef Shin. So lassen sich mit der Kamera-Software durch Mehrfachaufnahmen unerwünschte Hintergründe aus dem Bild entfernen. Front- und Rückkamera arbeiten gemeinsam, sodass der Fotograf sich klein ins eigentliche Bild einblenden kann.

Mit einer Handbewegung vor dem Telefon lassen sich Bilder oder Seiten weiterblättern - ganz ohne Berührung. Wer eine E-Mail nur kurz anlesen will, hält den Finger knapp über dem Bildschirm. Es erscheint ein Vorschautext. Wer weiterlesen möchte, kann dann auf den Bildschirm tippen. Das soll sogar mit Handschuhen klappen.

Das Galaxy S4 reagiert auf Augenkontakt, es lassen sich damit Bildschirmseiten herunterscrollen oder ein Video hält an, wenn der Blick abschweift. Der "S Translator" übersetzt automatisch E-Mails oder andere Texte. Mit dem Programm "S Health" kann man seine Gesundheit kontrollieren: Es registriert Schritte, die Umgebungstemperatur und die Luftfeuchtigkeit. Dank eines eingebauten Infrarot-Senders funktioniert das Galaxy S4 als Fernbedienung für Fernseher nicht nur von Samsung.

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Quelle: n-tv.de

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