Technik
Google zeichnet alle Bewegungen eines Smartphone-Nutzers auf, wenn es die Erlaubnis dafür hat.
Google zeichnet alle Bewegungen eines Smartphone-Nutzers auf, wenn es die Erlaubnis dafür hat.(Foto: n-tv.de)
Montag, 05. Mai 2014

Smartphones speichern alle Wege: Standortdienste finden und deaktivieren

Viele Funktionen, die iPhones und Android-Smartphones so praktisch machen, sind nur möglich, weil die Geräte immer wissen und speichern, wo ihre Nutzer sich aufhalten. Möchte man dies nicht, kann man die Aufzeichnung des Standortverlaufs deaktivieren - wenn man weiß, wie.

Google baut den Funktionsumfang seines Assistenten "Now" weiter aus und viele Besitzer eines Android-Smartphones nutzen ihn gerne. Zuletzt hat das Unternehmen die Option hinzugefügt, dass Google Now sich automatisch merken kann, wo ungefähr das Auto geparkt wurde. Der Assistent zeigt auch selbstständig an, wie und wie schnell man am schnellsten nach Hause kommt, das Wetter am jeweiligen Standort ist, welche Sehenswürdigkeiten in der Nähe sind oder was der aktuelle Wechselkurs ist, wenn man die Euro-Zone verlässt.

Google nutzt für die Now-Karten und für ähnliche Funktionen seiner anderen Apps die Standortdaten, die das Smartphone permanent abruft, aufzeichnet und an seine Server schickt. So kann der Dienst für jeden Tag, jede Woche oder jeden Monat komplette Bewegungsprofile erstellen, die er zur Bereitstellung der Informationen verarbeitet. Wie bei allen seinen Angeboten wertet Google die Standortinformationen aber auch aus, um sein Werbeangebot zu verbessern.

Ein Häkchen ist schnell gesetzt

Google macht daraus kein Geheimnis - auf einer Webseite können angemeldete Nutzer den aufgezeichneten Standortverlauf, der sich aus allen Standortberichten ihrer genutzten Android-Geräte ergibt, in Google Maps sehen. Dort können sie die aufgezeichneten Daten auch für einen bestimmten Zeitraum oder komplett löschen.

Die Standortberichte erstellt Google zudem nicht ungefragt, Nutzer müssen bei der Einrichtung eines neuen Android-Geräts oder später bei der Aktivierung in einer App - beispielsweise Google Now - zustimmen. Viele Smartphone-Besitzer lesen sich Nutzungsbedingungen aber nicht gründlich oder gar nicht durch und wissen vielleicht gar nicht, dass Google ihre Bewegungen permanent aufzeichnet. Es ist allerdings leicht, die Einstellungen wieder zu ändern.

Den "Standortzugriff" selbst kann man nur bei Geräten mit Android 4.3 oder einer älteren Version des Betriebssystems deaktivieren. Dazu öffnet man am einfachsten die App "Google Einstellungen" (das graue oder grüne Quadrat mit einem "g" und einem Zahnradsymbol) und entfernt unter "Standort" das Häkchen hinter dem entsprechenden Eintrag. An gleicher Stelle ist es auch möglich, separat den Standortbericht oder den Standortverlauf abzuschalten. Im Menüpunkt "Standardverlauf" gibt es unten außerdem die Möglichkeit, alle bisher aufgezeichneten Daten zu löschen.

Wer ein Gerät mit einer Version des aktuellen Android 4.4 hat, findet die entsprechenden Einstellungen, wenn er auf "Standort" und dann auf "Standortbericht von Google" tippt. Über alle Systemgrenzen hinweg lässt sich der Standortverlauf in einem Aufwisch für alle genutzten Geräte auf Googles Webseite deaktivieren.

Google sammelt auch vom iPhone aus

Auch wenn man Google Maps oder die Google-App auf dem iPhone nutzt, werden eventuell Standortdaten gesammelt und gespeichert. Für beide Apps müssen Standortbericht und -verlauf einzeln deaktiviert werden. Um dies in Maps zu tun, öffnet man die App und tippt unten links auf das Menü-Symbol, öffnet unter "Standortverlauf" den jeweiligen Punkt und setzt ein Häkchen bei "Nicht speichern" beziehungsweise "Nicht melden".

In der Google-App, die auch für Google Now zuständig ist, befindet sich das Zahnrad für die Einstellungen oben rechts. Direkt ist es hier nur möglich, die Standortberichte abzuschalten. Tippt man auf "Standortverlauf", öffnet sich die Webseite, wo man die entsprechende Einstellung vornehmen kann.

Möchte man den Google-Apps auf dem iPhone allgemein die Ortung verbieten, geht man in den Einstellungen des Geräts unter "Datenschutz" auf "Ortungsdienste" und zieht dort die Schalter nach links.

"Häufige Orte" nur lokal gespeichert

Das iPhone ist aber auch selbst ein eifriger Datensammler. Es macht im Prinzip das Gleiche wie die Google-Apps, indem es "Häufige Orte" speichert. Das "iPhone merkt sich Orte, an denen Sie sich vor Kurzem aufgehalten haben, sowie wie oft und wann Sie diese besucht haben, um Orte kennenzulernen, die für Sie wichtig sind", schreibt Apple dazu auf seiner Support-Seite. Das Unternehmen betont, dass diese Daten auf dem Gerät bleiben und nicht ohne Zustimmung des Nutzers an seine Server geschickt werden. Die gesammelten Daten nutzt das Smartphone unter anderem dazu, in der Mitteilungszentrale im Reiter "Heute" anzuzeigen, wie lange man zum nächsten vermuteten Zielort braucht.

Eigentlich hat Apple keinen Grund zu lügen. Wer aber misstrauisch ist, kann dem iPhone das Recht entziehen, "Häufige Orte" zu speichern. Den Schieberegler dafür findet man in den Einstellungen unter "Datenschutz", wenn man in "Ortungsdienste" ganz nach unten scrollt und "Systemdienste" antippt. Dort geht's auch unter "Verlauf" zu Kartenausschnitten, wo aufgelistet ist, wann und wie lange man an den häufig besuchten Orten war.

Quelle: n-tv.de

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