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Welcher Kopfhörer klingt besser: Teufel Mute oder Bose Quietcomfort 25?
Welcher Kopfhörer klingt besser: Teufel Mute oder Bose Quietcomfort 25?(Foto: kwe)

Kopfhörer mit Rauschunterdrückung: Teufel Mute stark wie Bose Quietcomfort 25?

Von Klaus Wedekind

Mit dem Mute verkauft Teufel seinen ersten Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung. Platzhirsch auf diesem Gebiet ist der Bose Quietcomfort 25. Kann es der Berliner Herausforderer mit dem 100 Euro teureren Ami aufnehmen?

Wer viel auf Reisen ist, liebt Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung, weil sie Motorendröhnen oder andere stetig im Hintergrund störende Geräusche herausfiltern. So kann man ungestört seine Musik hören oder ganz einfach seine Ruhe haben. Der bekannteste Kopfhörer mit "active noise cancelling" ist der Bose Quietcomfort 25, der in Tests durch eine Kombination aus prima Klang, effektiver Geräuschunterdrückung und hohem Tragekomfort überzeugt. Die Qualität hat allerdings ihren Preis: Rund 250 Euro kostet das Gerät im Onlinehandel, die unverbindliche Preisempfehlung ist sogar 300 Euro.

Jetzt hat der Berliner Hersteller Teufel seinen ersten Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung vorgestellt. Er sieht dem Bose-Platzhirsch ziemlich ähnlich und bietet fast die gleiche Ausstattung, kostet aber rund 100 Euro weniger. Ist der deutsche Herausforderer auch so gut wie der US-Champ? n-tv.de hat die beiden Kopfhörer verglichen.

Beide sind leicht und bequem

Der Bose Quietcomfort 25 und der Teufel Mute sind überwiegend aus Plastik hergestellt und haben ähnlich eiförmig geformte Muscheln, die das Ohr komplett umschließen. Boses Kopfhörer wiegt lediglich 195 Gramm, der Berliner Konkurrent ist mit 240 Gramm nur unwesentlich schwerer. Beide Geräte sind gut verarbeitet und machen einen soliden Eindruck. Hier gibt es keinen klaren Sieger.

Spart auf Reisen Platz: Der Bose-Kopfhörer kann zusammengeklappt werden.
Spart auf Reisen Platz: Der Bose-Kopfhörer kann zusammengeklappt werden.(Foto: kwe)

Unentschieden geht auch der Vergleich des Tragekomforts aus. Von sechs Test-Trägern fanden drei den Quietcomfort angenehmer, drei fühlten sich mit dem Mute wohler. Hier hilft nur anprobieren. Der Teufel-Kopfhörer sitzt etwas straffer, bietet aber größeren Ohren weniger Platz. Der Bose ist weicher gepolstert und sitzt durch größere Muschelöffnungen luftiger.

Akkus stecken in keinem der Kontrahenten, beide arbeiten mit herkömmlichen - und günstigen - 1,5-Volt-AAA-Batterien. Teufel verspricht eine Laufleistung bis zu 40 Stunden, Bose eine durchschnittliche Lebensdauer der Batterie von 35 Stunden. Geht der Stromvorrat zur Neige, sind sie jeweils im Handumdrehen gewechselt. Beide Geräte funktionieren auch ohne Batterie, bieten dann aber keine Geräuschunterdrückung.

Bose punktet bei Ausstattung

Obwohl der Mute wesentlich günstiger ist, gehört auch zu seinem Lieferumfang eine stabile Transportbox, in der in einem kleinen Täschchen Kabel, Ersatzbatterie und Flugzeugadapter Platz finden. Weil sich die Muscheln beim Bose-Gerät nicht nur drehen, sondern auch einklappen lassen, ist seine Box etwas kleiner. Adapter und Wechselbatterie stecken hier in einer Halterung.

Teufel liefert den Mute mit einem gewebeummantelten Kabel aus, dem allerdings Steuerung und Freisprechfunktion fehlen. Man kann den Ton über den Einschalter an der linken Muschel zwar pausieren, die Wiedergabe läuft aber weiter. Das Bose-Kabel ist zwar nur in dicken Kunststoff gehüllt, bietet dafür aber eine Inline-Fernbedienung mit Mikrofon. Bei der Ausstattung hat Bose daher die Nase ein Stückchen vorne.

Mute geht in die Tiefe, Quietcomfort ist ausgeglichen

Am wichtigsten bei Kopfhörern ist aber der Klang. Und auch in dieser Disziplin liefern sich die beiden Kontrahenten ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Der Teufel Mute bietet einen kräftigen, bassbetonten Sound, der Mitten und Höhen nicht vernachlässigt, aber auch nicht betont. Ob sein Klang begeistert oder eher als okay empfunden wird, hängt auch vom Geschmack ab. Für die einen bietet er einen wunderbar warmen Sound mit fetten Bässen, andere finden den Klang des Mute eher etwas dumpf.

Kompromissbereiter ist da der Quietcomfort 25. Im Test waren alle Hörer mit seinem ausgewogenen Klang zufrieden. Der Bose-Kopfhörer ist ein echter Allrounder, der für jeden Musikstil geeignet ist. Insgesamt liefert er einen etwas klarer ausdefinierten Sound als sein Berliner Herausforderer. Der Unterschied ist zwar nicht sehr groß, aber doch deutlich zu hören.

Bose filtert stärker, Teufel auch ohne Strom gut

Wenn Musik läuft, ist bei beiden Kopfhörern kein Turbinen- oder Motorrauschen zu hören. Bei Stille dringen beim Teufel aber die Umgebungsgeräusche leicht durch, während beim Bose fast absolute Stille herrscht. Dafür klingt der Quietcomfort ohne eingeschalteter Noise Cancelling ziemlich mau, während der Teufel-Sound mehr als genießbar bleibt.

Alles in allem sitzt Herausforderer Teufel Bose dicht im Nacken, kann ihn klanglich aber nicht ganz einholen. Den Unterschied hört man allerdings nur im direkten Vergleich, ansonsten liefert der Mute einen tollen Sound. Mag man betonte Bässe und fühlt sich durch allzu scharfe Höhen eher belästigt, ist der Berliner Kopfhörer noch verlockender - vor allem, wenn man bedenkt, dass er 100 Euro günstiger ist als der Quietcomfort. Auf jeden Fall ist er ein klarer Kandidat fürs Probehören und -tragen, ohne das man ohnehin keine Kopfhörer kaufen sollte.

Quelle: n-tv.de

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