Technik

Warentest prüft E-Postbrief: Urteil fällt vernichtend aus

Einen Monat nach Einführung des E-Postbriefs scheint noch einiges schief zu laufen. Die Stiftung Warentest war nach einem ersten Schnelltest jedenfalls wenig begeistert. Die Probleme fingen schon beim Registrieren an.

Bis auf Weiteres bleibt man wohl besser bei der Papiervariante.
Bis auf Weiteres bleibt man wohl besser bei der Papiervariante.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Stiftung Warentest hat den E-Postbrief der Deutschen Post getestet und kommt einem Monat nach dessen Start zu einem wenig positiven Urteil. Bis die Konkurrenz im Herbst nachzieht, muss die Post noch ordentlich nachbessern, so das Fazit der Tester.

Zwei Tester hatten sich Mitte Juli für den E-Postbrief angemeldet – einer von ihnen erhielt erst vor wenigen Tagen seine Freischaltung. Der andere Testkunde hatte mehr Glück, sein Konto war nach sechs Tagen bereit. Offenbar war die Post mit dem Zuspruch überfordert: Innerhalb der ersten zwei Tage hatten sich 250.000 Interessenten registrieren lassen. Ein Postsprecher äußerte gegenüber der Stiftung Warentest, man wolle das System "kontrolliert hochfahren".

Verwirrende Formulare

Wer die Registrierung hinter sich gebracht hat, muss mit den Tücken der Technik kämpfen. Schon bei der Aufladung des Guthabens gab es im Test Irritationen. Nicht nur, dass die Bank, die seit Februar dieses Jahres unter dem Namen "Targobank" firmiert, bei der Post immer noch "Citibank" heißt. In den Voreinstellungen zeigt das Online-Formular auch Optionen an, die nicht zur Verfügung stehen, etwa das Logo von American Express, die gar nicht akzeptiert wird.

Beim Verschicken verzweifelten die Tester an langen Ladezeiten – manchmal brach die Übertragung auch einfach ab. Als besonders problematisch erwies sich das Versenden von Anhängen. Bestimmte PDF-Dokumente wurden nicht übermittelt und einmal angehängte Dateien ließen sich nicht wieder entfernen. Kamen Briefe beim Empfänger an – obwohl dessen Adresse über das öffentliche Verzeichnis kaum zu ermitteln war – sahen diese meist anders aus, als beim Absender angelegt.

"Alles, was einen Brief ausmacht – ganz bequem im Internet", bewirbt die Post ihr Angebot. Noch scheint man diesen Slogan allerdings eher als Zielvorgabe denn als Zustandsbeschreibung betrachten zu müssen. Die Kunden können sich mit der Registrierung ohnehin noch Zeit lassen. Rechtssicheren Schriftverkehr gibt es mit der E-Post erst ab nächstem Jahr. Bis dahin ist noch etwas Zeit, die Kinderkrankheiten auszukurieren.

Quelle: n-tv.de

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