Technik
Donnerstag, 25. Juni 2015

Ist teurer besser?: Warentest vergleicht Digitalradios

Der Röhrenfernseher ist schon lange einem modernen LED-Gerät gewichen, doch das alte UKW-Radio rauscht in vielen Haushalten immer noch vor sich hin. Warum eigentlich? An brauchbaren Digitalradios mangelt es nicht. Käufer sollten allerdings genau wissen, was sie wollen.

Die frickelige Sendersuche kann man sich bei Digitalradios sparen.
Die frickelige Sendersuche kann man sich bei Digitalradios sparen.(Foto: imago stock&people)

Reichlich Sender, kein Rauschen und kein Knacken – beim Radioempfang gilt, was Tocotronic schon 1995 wussten: Digital ist besser. Die Stiftung Warentest hat fürs neueste Test-Heft 18 Digitalradios verglichen, 7 davon mit Internetanschluss. Sowohl beim Empfang als auch beim Ton zeigten sich dabei deutliche Qualitätsunterschiede.

Richtig billig sind Digitalradios nicht, deshalb sollte man sich von vornherein überlegen, was man mit dem Gerät überhaupt machen möchte. Wer sich beispielsweise in der Küche oder im Badezimmer lediglich mit öffentlich-rechtlichen Sendern oder auch dem Besten aus den 80er, den 90ern und den aktuellen Charts berieseln lassen will, ist mit einem einfachen Modell mit UKW und DAB+ gut bedient. Diese Radios gibt es ab etwa 35 Euro, sie liefern lokale und bundesweite Sender, wobei das Angebot von der jeweiligen Region abhängt. In Berlin senden 38 Anbieter auf DAB+ in CD-Qualität, in NRW sind es nur 23, in Bayern dafür 72.  

Internetradio ist teurer, kann aber auch deutlich mehr, nämlich tausende Sender aus aller Welt verbreiten. Dem Angebot der BBC kann man hier ebenso lauschen wie türkischer Popmusik, gregorianischen Chorälen oder Indie-Raritäten. Wer gern über den Tellerrand hinausschaut und Radiosender auch mal wechselt, wird hier auf seine Kosten kommen. Ohne einen schnellen Internetzugang hat das Ganze natürlich wenig Sinn. Die Router-Verbindung per Wlan bekamen im Test alle Geräte ohne Weiteres hin. Störungen sind aber gerade in großstädtischen Mietshäusern mit vielen Funknetzen nicht ausgeschlossen. Wo das ein Problem ist, hilft nur noch ein Lan-Kabel.

Schwierigkeiten mit UKW

Wenn beim Internetradio ein Programm eher mäßig klingt, muss das nicht am Empfangsgerät liegen. Es kommt auch darauf an, wie der Sender das Programm kodiert und wie er ans Internet angeschlossen ist. UKW übertragen sowohl die reinen Digitalradios als auch Internetradios. Viele Geräte tun sich mit dem Empfang aber schwer, bemängeln die Tester. Bei Internetradios lässt sich dann im Zweifelsfall auf den Stream ausweichen, bei reinen Digitalradios hat man womöglich Pech, denn längst nicht jede Station bekommt man auch via DAB+. Bei den einfachen Modellen im Test erwiesen sich das Sony XDR-S60DBP und Panasonics RF-D10EG als besonders zuverlässig im UKW-Empfang.

DAB+ ist für die Einfachradios ohne Internet meist keine Herausforderung, das Sonororadio – mit einem Durchschnittspreis von 275 Euro nicht gerade ein Schnäppchen – schneidet hier aber gerade mal "ausreichend" ab. Selbst das billige Blaupunkt RX+ 12 für 35 Euro ist da etwas besser. Wer in einer Gegend mit schwachem DAB+-Empfang lebt, sollte das beachten oder gegebenenfalls mit einer Teleskop-Antenne nachrüsten.

Richtig guter Sound ist rar

Die Stärke des Sonororadio ist sein Klang, der dem einer guten Stereoanlage noch am nächsten kommt. Die meisten anderen Geräte lieferten mehr oder weniger dünnen Sound: "Gut genug für Nachrichten oder Hintergrundberieselung, nichts für konzentrierten Musikgenuss", urteilt "Warentest". "Gut" war der Ton bei den Testsiegern, das Sony-Modell schnitt bei den günstigen DAB+-Modellen am besten ab, Noxons Nova M überzeugte insgesamt bei den Internetradios am meisten. Günstig  sind die beiden Siegerradios aber nicht. Das Sony-Modell ist im Schnitt für rund 90 Euro zu haben, schlägt sich aber gerade bei der Klangqualität besser als die Modelle, die halb so viel kosten.

Bei den Internetradios schnitt das Noxon Nova M am besten ab, allerdings kostet es auch stolze 300 Euro. Wer ein brauchbares Internetradio für deutlich weniger Geld sucht, könnte mit dem Medion Life P85035 glücklich werden, zumindest wenn hauptsächlich Sender aus dem Netz gehört werden. Bei DAB+ und UKW-Empfang hat das Medion-Modell nämlich gewisse Schwächen. Dafür kostet es auch nur um die 100 Euro und damit kaum mehr als gute Einfachradios.  

Quelle: n-tv.de

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