Panorama

Kein Kind des französischen KönigsMysterium um "Dunkelgräfin" bleibt

29.07.2014, 11:46 Uhr
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Das Grab der "Dunkelgräfin" wurde zu Forschungszwecken geöffnet. (Foto: dpa)

Noch immer ist der Fall um die thüringische "Dunkelgräfin" nicht gelöst. Fest steht jedoch, dass sie nicht der französischen Königsfamilie entstammt - ein schaurig schöner Mythos lebt weiter.

Die Identität der mysteriösen "Dunkelgräfin" aus dem thüringischen Hildburghausen bleibt weiter ein Geheimnis. Demnach handelte es sich bei der um 1837 gestorbenen Frau nicht um eine Tochter des französischen Königspaares Ludwig XVI. und Marie Antoinette, wie der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) in einer Dokumentation enthüllte. DNA-Untersuchungen hätten dies zweifelsfrei belegt.

Die "Dunkelgräfin" sorgt seit mehr als 150 Jahren für reichlich Spekulationen und einen Historikerstreit. Die mysteriöse Dame lebte rund 30 Jahre lang bis zu ihrem Tod nahe der kleinen Residenzstadt Hildburghausen in fast völliger Abgeschiedenheit. Sie zeigte sich nie ohne Schleier und pflegte dennoch einen aufwändigen Lebensstil.

Hartnäckig hielt sich das Gerücht, die Frau sei in Wahrheit die bourbonische Prinzessin Marie Thérèse - die Tochter des während der Französischen Revolution hingerichteten Königspaares Ludwig XVI. und Marie Antoinette. Die Prinzessin soll, so wurde gemunkelt, in den Wirren der Revolution auf abenteuerlichem Weg die Flucht aus Paris gelungen sein. Anderen Spekulationen zufolge soll die Dunkelgräfin wiederum eine uneheliche Tochter eines preußischen Königs oder österreichischer Kaisers gewesen sein.

Besitz eines Millionenvermögen

Im Oktober war das Grab der Dunkelgräfin geöffnet worden. Die sterblichen Überreste wurden anschließend von Experten der Universität Freiburg, des dortigen Uniklinikums und der Medizinischen Universität Innsbruck analysiert. Vergleiche mit Genproben eines anderen Kindes des Königspaares sowie von lebenden Nachfahren zeigten allerdings keinerlei Übereinstimmung. "Die Identität der Dunkelgräfin und das Motiv für ihr seltsames Verhalten bleiben weiterhin ungeklärt", sagte Thomas Meyhöfer vom Interessenkreis "Madame Royale" dem "MDR".

Einig sind sich die Historiker darüber, dass die Dunkelgräfin eine Standesperson gewesen sein muss. Trotz ihres isolierten und von ständiger Furcht vor Erkennung geprägten Lebens haben die geheimnisvolle Dame und ihr Begleiter in 30 Jahren nach heutigen Maßstäben etliche Millionen ausgegeben.

Quelle: ntv.de, lsc/dpa