Politik
Dienstag, 27. November 2007

Angeblich hunderte Tote: Blutige Kämpfe im Tschad

Nach blutigen Kämpfen an der Grenze zur sudanesischen Krisenregion Darfur haben sowohl Regierungstruppen als auch Rebellen im Tschad den "Sieg" für sich reklamiert. Das berichtete der britische Rundfunksender BBC. Die Armee behauptete, in den am Montag ausgebrochenen Kämpfen hunderte Rebellen getötet und mehr als 50 ihrer Fahrzeuge erbeutet zu haben. Dagegen sagte ein Rebellenführer, er habe 17 seiner Kämpfer verloren, während mehr als 100 Regierungssoldaten getötet worden seien.

Beobachter fürchten, dass die neuen Kämpfe nach Monaten relativer Ruhe die Sicherheitslage im tschadisch-sudanesischen Grenzgebiet weiter verschlechtern. Diese Entwicklung könnte auch den Einsatz der EU-Friedenstruppe im Osten des Tschad riskanter machen. Die 4.000 Friedenshüter sollen vom kommenden Jahr an in der Region östlich der Provinzkleinstadt Abch stationiert werden - der gleichen Region, in der nun Rebellen und Regierungstruppen kämpfen. Die EU-Truppen sollen insbesondere die Grenze zum Sudan sichern, um eine Ausweitung des Darfur-Konflikts zu verhindern.

Der französische Rundfunksender RFI berichtete am Dienstag, in Abch sei in einer französischen Militärbasis ein Lazarett eingerichtet worden, in dem Dutzende schwer verletzter Soldaten behandelt würden. Ein Sprecher des Internationalen Roten Kreuzes sagte der BBC, in einem Krankenhaus der Hilfsorganisation in Abch würden rund 60 Verwundete versorgt.

Vor zwei Tagen hatten Rebellenorganisationen den vor einem Monat in Libyen vereinbarten Waffenstillstand für beendet erklärt. Ein Sprecher der Rebellenorganisation Vereinte Kräfte für Demokratie und Entwicklung (UFDD) sagte, die Regierungstruppen hätten die Kämpfe begonnen. Die Rebellen warfen der Regierung zudem vor, den Friedensprozess nicht ausreichend unterstützt zu haben.

Quelle: n-tv.de