Politik

SS-Offizier Julius VielRevision aufgehoben

14.02.2002, 15:17 Uhr

Der Bundesgerichtshof hat die für kommenden Dienstag angesetzte Revisionsverhandlung gegen den früheren SS-Offizier Viel wegen dessen angeschlagener Gesundheit aufgehoben.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die für kommenden Dienstag angesetzte Revisionsverhandlung gegen den früheren SS-Offizier Julius Viel wegen dessen angeschlagener Gesundheit aufgehoben. Es sei nicht klar, ob sich der 83-Jährige mit seinem Verteidiger über das Verfahren verständigen könne, erklärten die Bundesrichter. Viel liegt zur Zeit im Vollzugskrankenhaus Hohenasperg.

Er war im April vergangenen Jahres vom Landgericht Ravensburg wegen siebenfachen Mordes zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Der 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs will nun den Gesundheitszustand des Angeklagten prüfen lassen und dann möglicherweise einen neuen Verhandlungstermin anzusetzen.

Zur Revisionsverhandlung muss Viel nicht persönlich erscheinen. Allerdings muss er zumindest zeitweilig dazu in der Lage sein, sich mit seinem Anwalt darüber zu verständigen, ob er die Revision fortführen möchte. Wäre dies wegen Krankheit auf Dauer ausgeschlossen, müsste das Verfahren insgesamt eingestellt und Viel auf freien Fuß gesetzt werden.

Der ehemalige SS-Untersturmführer sitzt seit Oktober 1999 in Untersuchungshaft. Das Landgericht hatte ihn für schuldig befunden, in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs bei Leitmeritz (Litomerice) in Tschechien sieben jüdische Zwangsarbeiter ermordet zu haben.