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Hamburg & Schleswig-HolsteinHerrmann und die neue Rennyacht: "Versetzt mich in Ekstase"

06.07.2026, 10:44 Uhr
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(Foto: Marcus Brandt/dpa)

In Lorients Seglerwiege La Base läuft Boris Herrmanns "Malizia 4" vom Stapel. Sie soll den Ausnahmesegler zu den ersehnten Erfolgen tragen. Dafür wurde viel investiert.

Lorient (dpa/lno) - Boris Herrmann hat eine neue Rennyacht für die kommende Offshore-Herausforderungen. Deutschlands bekanntester Segler und sein Team Malizia haben in Lorients Hafen La Base in der Bretagne ihre neue "Malizia 4" vom Stapel gelassen. Der schwarz-rote Rumpf des Hightech-Bootes für alle Weltmeere ging am Montagmorgen um 7.38 Uhr ins Wasser.

"Ich bin stolz aufs Team und den Prozess, wie sie es gebaut haben. Das Resultat ist das Boot", sagte Herrmann beim Stapellauf. "Heute ist ein emotionaler Tag für uns", meinte der 45 Jahre alte Wahl-Hamburger weiter. "Es versetzt mich in Ekstase, sie jetzt so zu sehen." Ein Boot, so der sechsmalige Weltumsegler, sei "nicht nur eine Maschine, sondern etwas mit dem man eine emotionale Beziehung hat".

85.000 Arbeitsstunden für "Malizia4"

Zwei Jahre und rund 85.000 Arbeitsstunden haben mehr als 150 Menschen in Team Malizias Neue investiert. Beteiligt waren das Design-Team um Konstrukteur Antoine Koch, Finot-Conq und Gsea Design, das Werftteam von CDK Technologies in Lorient und dem Team Malizia. Das 18,23 Meter lange Geschoss soll Herrmann mit und ohne Crew zu Offshore-Erfolgen im Ocean Race um die Welt 2027 und bei seinem dritten Vendée-Globe-Soloeinsatz 2028 tragen. Noch in diesem Jahr sind Teilnahmen am Ocean Race Atlantic (vom 1. September an) und am Solorennen Route du Rhum (vom 1. November an) geplant.

Die neue Rennyacht vom Typ Imoca ist nach klaren Vorgaben von Herrmann und seines Teams entstanden: Sie soll vielseitig sein, idealerweise das Beste aus allen Welten in sich kombinieren. "Malizia 4", die am 18. Juli in Lorient getauft wird, wenn Team Malizia sein zehnjähriges Rennstalljubiläum feiert, ist schmaler, leichter und agiler als ihre Vorgängerin.

Die zeigte ihre Stärken bei schweren Winden, tat sich aber bei leichteren Bedingungen schwer. Gleichzeitig soll die Neukonstruktion auch die Qualitäten der letzten Vendée-Globe-Siegeryacht "Macif Santé Prévoyance" des am 11. Juni gestorbenen Charlie Dalin haben: Antrittsschnelligkeit auf glattem Wasser und bei weniger Wind.

Kaum Komfort auf der "Malizia4"

Bei rund einem Meter weniger Breite hat "Malizia 4" eine Effizienz-Diät erfahren. Auch in ihrem Inneren ist sie eher spartanisch eingerichtet. Smarte Lösungen, wenige Bildschirme und kaum Komfort sind die neue Welt von Herrmann und seinen Mitseglern. Das Cockpit ist nur noch weniger als ein Drittel so groß wie das geräumige auf der bulligen Vorgängerin "Malizia – Seaexplorer". Stehhöhe für den Skipper war gestern. Herrmann gefällt es so: "Es ist nicht zu flach für mich. Wenn ich die Beine schön breit stelle und mich ein kleines bisschen vorbeuge, dann ist es genau die richtige Höhe."

Team Malizias Technik-Direktor Pierre-François "Pifou" Dargnies hat den Neubau dirigiert und sagte: "Das Boot sollte zehn Prozent schneller sein als die letzte Generation." Herrmann hat ehrgeizige Pläne mit seiner Rennyacht mit der Segelnummer MON 1297, deren Kiel, Ruder und Foils traditionell in Monaco-Rot gestaltet sind. "Wir wollen The Ocean Race 2027 gewinnen und 2028 eine erfolgreiche Vendée Globe bestreiten."

Quelle: dpa

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