Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagAnalysten verschätzen sich beim Rheinmetall-Umsatz massiv - Engpässe bremsen

05.05.2026, 06:48 Uhr

Als relativ unspektakulär werden die Quartalszahlen von Rheinmetall vom Vorabend bislang im Handel kommentiert. Alle Erwartungen seien erfüllt worden, am Wachstum gebe es keinen Zweifel. Nur beim Umsatz hätten sich Analysten massiv verschätzt. Rheinmetall sei derart erfolgreich und die Auftragslage auf Rekordniveau, dass Kapazitätsengpässe manchmal deren Realisierung nach hinten schiebe. Bei Produktion und Fachkräften sei es eng geworden, was Liefertermine verschieben könne und vom quartalsweisen Bilanz-Rhythmus generell nicht eingefangen werde.

Marge und Gewinnwachstum seien wie erwartet auf Kurs, der Auftragsbestand kletterte um 31 Prozent, für das Gesamtjahr erwartet Rheinmetall ein Umsatzplus von 40 bis 45 Prozent. Als Kurstreiber für die gesamte Branche dürfte wirken, wenn auch Italiens Leonardo am Berichtstag noch starke Zahlen vorlegt.

Rheinmetall hatte am Morgen bekanntgegeben, dass der Rüstungskonzern im ersten Quartal langsamer gewachsen sei als im außergewöhnlich starken Vorjahreszeitraum. Der Umsatz blieb ebenso wie der operative Gewinn hinter den Erwartungen zurück. Die Marge erfüllte jedoch die Prognosen des Marktes. Der DAX-Konzern bestätigte seinen Ausblick für das Gesamtjahr. Er rechnet mit einer deutlichen Beschleunigung des Wachstums im zweiten Quartal, dank Auslieferungen im Segment Waffe und Munition.

Der Umsatz kletterte in den ersten drei Monaten um 7,7 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro. Analysten hatten im Konsens mit 2,3 Milliarden gerechnet. Allerdings hatte der Umsatz im Vorjahreszeitraum um 73 Prozent zugelegt, was damals unter anderem Vorzieheffekten aus dem zweiten Quartal geschuldet war.

Der operative Gewinn lag mit 224 Millionen Euro 33 Millionen Euro über Vorjahr. Hier hatte die Erwartung auf 262 Millionen Euro gelautet. Daraus ergab sich eine operative Marge von 11,6 Prozent nach 10,5 Prozent im Vorjahr.

Quelle: ntv.de