Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagDax sackt erneut ab: Das wird heute wichtig

28.02.2022, 06:24 Uhr

Der Dax-Wochenschluss ist versöhnlich ausgefallen. Das Wochenminus des deutschen Börsenleitindex fiel mit knapp fünf Prozent zwar deutlich aus – der größte Wochenverlust seit rund eineinhalb Jahren -, am Freitag hatte sich der Dax aber mit mehr als 500 Punkten oder 3,7 Prozent im Plus und einem Kurs von 14.567 Zählern ins Wochenende verabschiedet. Dennoch bleiben die Anleger nervös, der Handel volatil. Allein am Donnerstag lag die Handelsspanne bei mehr als 800 Punkten. Der Angriff Russlands und die Eskalation der Ukraine-Krise hatten dafür gesorgt.

Und der Ukraine-Krieg wird Experten zufolge das bestimmende Thema an den Börsen bleiben und kann weiter für heftige Kursausschläge sorgen. Abzulesen bereits an den ersten Taxierungen des Dax für den Start in den Handel: Der Leitindex notiert bei etwa 14.060 Zählern deutlich schwächer – und in etwa auf dem Niveau des Donnerstagsstarts. "Krieg und Inflation: Die meisten Marktteilnehmer haben eine derartige Situation noch nicht erlebt", sagt Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Die Börsen hätten Ende der 1970er, Anfang der 1980er Jahre zuletzt mit solchen Einflüssen zu kämpfen gehabt.

Investoren hätten Kursrücksetzer zuletzt zwar immer wieder zum Einstieg genutzt, sagt Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. Allerdings könnten neue politische Krisen diesem Trend ein Ende setzen. Zwischen China und Taiwan gibt es zum Beispiel ähnliche Konflikte. "Dass die als staatsnah angesehene 'Global Times' Taiwan als das 'Donezk Chinas' bezeichnet, sollten gerade die Anleger als Warnung verstehen, die auf eine Nachhaltigkeit der kurzfristigen Erholungen im Dax setzen."

Gleichzeitig geraten die Notenbanken immer stärker in die Zwickmühle: Die politischen Krisen treiben die Rohstoffpreise und verstärken den Inflationsdruck. Diesen müssen EZB, Fed & Co mit Zinserhöhungen bekämpfen, während gleichzeitig eine Abkühlung der Konjunktur droht. "Wir gehen davon aus, dass Zentralbanken ihre restriktivere Politik fortsetzen werden, auch wenn das Ausmaß der Zinserhöhungen möglicherweise geringer ausfallen wird", prognostiziert Brian Horrigan, Chef-Volkswirt des Vermögensverwalters Loomis Sayles.

Konjunkturseitig bleibt es zunächst ruhig: Lediglich spanische Verbraucherpreise und der US-Einkaufsmanagerindex Chicago stehen auf der Agenda. Und die Berichtssaison legt auch eine Pause ein: Am Morgen präsentiert die Primark-Mutter AB Foods aktuelle Zahlen, nach US-Börsenschluss öffnet dann HP die Bücher.

Quelle: ntv.de