Dax fällt noch unter 24.000er-Marke
Anhaltende Sorgen um die Lage im Nahen Osten und neue Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump haben am deutschen Aktienmarkt für schlechte Laune gesorgt. Der Dax kam lange Zeit nicht so richtig von der Stelle, trat dann aber am Nachmittag den Rückzug an. Der deutsche Leitindex ging 1,2 Prozent tiefer mit 23.991 Punkten aus dem Handel. Der EuroStoxx50 notierte 1,8 Prozent tiefer bei 5772 Zählern.
Die steigenden Ölpreise sorgten am Anleihemarkt für anziehen de Renditen, was die Kauflaune für Aktien zusätzlich bremste. Keinen Impuls setzten dagegen revidierte Einkaufsmanagerindizes von S&P Global.
Bei den Einzelwerten verloren Commerzbank 2,2 Prozent. Die italienische Unicredit hat für die geplante Aufstockung ihrer Anteile am Frankfurter Dax-Unternehmen die Zustimmung ihrer Aktionäre erhalten. Die Italiener hatten Mitte März angekündigt, ein Übernahmeangebot für die Commerzbank in Form von Aktien zu unterbreiten, um ihren Anteil zunächst auf über 30 Prozent aufzustocken. Unicredit-Chef Andrea Orcel strebt aber letzten Endes eine Übernahme der Commerzbank an. Am Dienstag soll es ein Übernahmeangebot geben. Die Commerzbank wiederum pocht auf ihre Eigenständigkeit.
Zudem standen Autotitel unter Druck nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, nun 25 statt 15 Prozent auf Importe von Autos aus der EU erheben zu wollen. Im Dax fielen VW-Vorzüge um 2,8 Prozent. Mercedes-Benz und BMW sackten um 3,4 beziehungsweise 2,4 Prozent ab.
Der Italiener mit dem riskanten Commerzbank-Plan
Er gilt als Machtspieler im europäischen Banking: Der Unicredit-Chef setzt die Commerzbank unter Druck - mit ungewöhnlich scharfer Kritik. Hinter den Kulissen läuft ein aggressiver Machtkampf um Einfluss und mögliche Übernahme.
SAP krallt sich zwei KI-Spezialisten
SAP hat zwei Übernahmen zur Stärkung seiner KI-Fähigkeiten angekündigt. Wie der Walldorfer Softwarekonzern mitteilte, übernimmt er Prior Labs mit Sitz in Freiburg und will das Unternehmen mit Investitionen von über einer Milliarde Euro in den kommenden vier Jahren zu einem führenden KI-Labor für strukturierte Daten ausbauen. Zudem kauft SAP Dremio, einen Anbieter einer speziell für KI-Agenten entwickelten Datenplattform. Der Dremio-Zukauf soll zu einer besseren Integration von Daten aus SAP-eigenen Systemen und anderen Systemen beitragen. Die Kaufpreise wurden nicht genannt.
Prior Labs ist laut SAP ein Pionier für sogenannte "Tabellarische Foundation Models (TFMs)", einer KI, die speziell für strukturierte Daten entwickelt wurde. Anders als Große Sprachmodelle (LLMs) können sie auf der Grundlage tabellarischer Daten etwa Zahlungsverzögerungen, Lieferantenrisiken, Upselling-Möglichkeiten und das Risiko von Kundenabwanderung genau vorhersagen.
Die Erfolgsformel von Warren Buffett
Die Hauptversammlung von Warren Buffetts Investmentfirma Berkshire Hathaway ist so etwas wie eine Art Woodstock für Anleger aus aller Welt und gilt als Symbol für langfristiges Investieren. Teil der Strategie von Warren Buffett ist es, an wertsteigernden Aktien auch über Jahrzehnte festzuhalten. Wie sich auch heute noch solche Aktien finden lassen, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit David Houdek von der Fondsgesellschaft Acatis.
US-Industrie mit überraschend starkem Neugeschäft
Die US-Industrie hat im März deutlich mehr Aufträge an Land gezogen als erwartet. Die Bestellungen stiegen um 1,5 Prozent zum Vormonat, wie das Handelsministerium in Washington mitteilte. Ökonomen hatten nur mit plus 0,5 Prozent gerechnet, nach einem Anstieg von revidiert 0,3 Prozent im Februar. Bereinigt um den schwankungsanfälligen Verkehrsbereich kletterte das Neugeschäft um 1,6 Prozent. Das verarbeitende Gewerbe macht rund zehn Prozent der US-Wirtschaft aus.
Analysten: Störungen der Ölversorgung halten auch bei Hormus-Öffnung an
Der Engpass bei der Ölversorgung könnte sich im zweiten Halbjahr entspannen, falls die Straße von Hormus im Juni wieder geöffnet wird. Allerdings dürfte ein gewisser dauerhafter Kapazitätsverlust laut ANZ dafür sorgen, dass die Störungen bis zum Jahresende und bis ins Jahr 2027 hinein anhalten.
"Die anhaltende Gefahr einer plötzlichen Schließung der Meerenge würde eine geopolitische Risikoprämie in den Preisen verankert halten, was den Preis für Brent-Rohöl für den Rest des Jahres 2026 über 90 US-Dollar pro Barrel halten würde", meinen die Analysten des Unternehmens. Anschließend dürfte der Brent-Preis im Jahr 2027 auf rund 80 bis 85 US-Dollar pro Barrel nachgeben, da sich der Markt allmählich wieder ins Gleichgewicht bringt.
Iran-Hängepartie drückt Wall Street
Die jüngsten Entwicklungen im Iran-Krieg belasten die Wall Street. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zur Eröffnung rund ein halbes Prozent tiefer bei 49.293 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab leicht nach und lag bei 7222 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq trat mit 25.125 Punkten auf der Stelle.
Bei den Einzelwerten sprangen Ebay um sechs Prozent auf 110,31 Dollar. Der US-Videospielehändler Gamestop will den Online-Marktplatz für 125 Dollar je Aktie übernehmen. Die Gamestop-Aktien büßten rund fünf Prozent ein. Die jüngsten Pläne von Amazon belasteten indes die Papiere der US-Logistikkonzerne UPS und Fedex. Die Titel verloren gut sechs beziehungsweise 5,5 Prozent.
VW schiebt Ost-Integration auf - Belegschaft "stinksauer"
Großer Unmut bei Volkswagen in Sachsen: Die Mitarbeiter müssen um die für Jahresende geplante Integration in die Volkswagen AG bangen. Die Gewerkschaft IG Metall spricht von einem "schwerwiegenden Vertrauensbruch". Das Unternehmen gehe damit auf Konfrontationskurs mit allen VW-Beschäftigten in Sachsen, sagte der Leiter des Bezirks Berlin-Brandenburg-Sachsen, Jan Otto.
Die Volkswagen Sachsen GmbH mit ihren Standorten in Zwickau, Chemnitz und Dresden firmiert bisher als eigenständiges Unternehmen. Allerdings wurde 2021 per Tarifvertrag eine Integration in die Muttergesellschaft vereinbart. Die sollte zum Jahresende vollzogen werden. Doch an der Umsetzung hapert es, wie das Unternehmen nun informierte.
Borussia Dortmund nach Champions-League-Aus mit Verlust
Das Ausscheiden aus der Champions League hat Borussia Dortmund im dritten Geschäftsquartal einen Verlust beschert. Der Fußballklub war in den Play-Offs ausgeschieden, womit ihm unter anderem TV-Gelder entgingen. Der Verlust belief sich in den drei Monaten bis Ende März auf 12,8 Millionen Euro nach einem Gewinn von 5,2 Millionen im Vorjahr. Der Umsatz sackte um 16 Prozent auf 125 Millionen Euro ab, was insbesondere auf einen deutlichen Rückgang bei den Fernsehgeldern zurückzuführen war.
Für die ersten neun Monate meldete die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA einen Gewinn von 5,9 Millionen Euro nach 12,9 Millionen im Vorjahr.
Vossloh arbeitet an erster Hochgeschwindigkeitsstrecke der USA mit
Der Eisenbahnzulieferer Vossloh stattet die erste Hochgeschwindigkeitsstrecke der Vereinigten Staaten aus. Die California High-Speed Rail werde mit Betonschwellen und Befestigungssystemen für den ersten rund 192 Kilometer langen Bauabschnitt des Projekts beliefert, teilte Vossloh mit und bezifferte den Auftragswert auf über 40 Millionen Euro. Konkret umfasst der Auftrag 335.000 Betonschwellen inklusive der Befestigungssysteme für die Schienen. Die Schwellen sollen in Vosslohs Werk in Pueblo im US-Bundesstaat Colorado produziert und ab dem dritten Quartal dieses Jahres ausgeliefert werden.
Berichte über Angriff auf US-Kriegsschiff befeuern Ölpreis
Nach widersprüchlichen Berichten über einen mutmaßlichen Angriff des Irans auf ein US-Kriegsschiff legt der Ölpreis weiter zu. Die Nordsee-Rohölsorte Brent und die US-Sorte WTI verteuern sich um jeweils rund 3,5 Prozent auf 111,97 und 105,34 US-Dollar je Fass (159 Liter). Die iranische Nachrichtenagentur Fars hatte gemeldet, ein US-Kriegsschiff sei an der Einfahrt zur Straße von Hormus getroffen und zur Umkehr gezwungen worden. Das US-Militär dementierte jedoch, dass ein Schiff der US-Marine getroffen worden sei. Doch schon vor den Berichten hatten die Ölpreise um rund ein Prozent zugelegt.
Nvidia-Rivale plant milliardenschweren Börsengang
Der US-Chipkonzern Cerebras will im zweiten Anlauf den Sprung an die Börse schaffen. Der Nvidia-Rivale bietet potenziellen Investoren 28 Millionen Anteilsscheine für 115 bis 125 Dollar je Stück an, wie aus einer Pflichtmitteilung hervorgeht. Daraus ergibt sich ein Emissionsvolumen von bis zu 3,5 Milliarden Dollar.
Vor etwa zwei Wochen hatte Cerebras den Antrag auf Zulassung an der US-Technologiebörse Nasdaq erneut eingereicht. Die ursprünglichen Debütpläne hatte das Unternehmen im vergangenen Oktober auf Eis gelegt, nachdem es bei einer Finanzierungsrunde eine Milliarde Dollar eingesammelt hatte. Damals wurde die Firma mit 23 Milliarden Dollar bewertet. Cerebras produziert KI-Hochleistungsprozessoren.
Gamestop greift nach Ebay: "Grenzt an Größenwahn"
In den frühen 2000er-Jahren ist Gamestop der Videospielhändler, nach einem Absturz wird das Unternehmen durch einen koordinierten Ankauf von Aktien nach oben gehievt - und nun wird ein Übernahmeangebot für Ebay gestellt. ntv-Börsenreporter Raimund Brichta zweifelt an der Ernsthaftigkeit dieser Offerte.
Warum die Börsen der Weltlage trotzen
Krisen, Inflationsangst und geopolitische Verwerfungen: alles richtig, aber die Märkte bleiben trotzdem erstaunlich stabil. Woher kommt diese Widerstandskraft? Und wie lange kann das noch gut gehen? Was das alles für Anlegerinnen und Anleger bedeutet, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Anja Schneider von der Société Générale und Thorsten Weinelt von der Commerzbank.
Neues vom Geldmarkt
Wenig verändert präsentieren sich die Sätze am europäischen Geldmarkt zu Wochenbeginn. Die Euribors sind höher gefixt worden, nachdem die EZB am vergangenen Donnerstag die Leitzinsen wie erwartet unverändert belassen und EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf der Pressekonferenz einen falkenhaften Ton angeschlagen hatte. Die regelmäßig von der EZB befragten Professional Forecasters haben derweil ihre Prognosen für die Inflation im Euroraum in den nächsten beiden Jahren angehoben und zugleich ihre Wachstumsprognosen etwas gesenkt.
Tagesgeld: 1,87 - 2,07 (1,87 - 2,07), Wochengeld: 1,83 - 2,13 (1,90 - 2,12), 1-Monats-Geld: 1,90 - 2,20 (1,95 - 2,15), 3-Monats-Geld: 2,27 - 2,57 (2,28 - 2,38), 6-Monats-Geld: 2,24 - 2,34 (2,28 - 2,38), 12-Monats-Geld: 2,67 - 2,79 (2,70 - 2,80), Euribors: 30.05. 29.04. 3 Monate: 2,1990 2,1490, 6 Monate: 2,5240 2,4620, 12 Monate: 2,8480 2,7650
Unicredit-HV genehmigt Kapitalerhöhung für Commerzbank-Angebot
Eine weitere Hürde für die Übernahme der Commerzbank durch die Unicredit ist genommen. Die Aktionäre von UniCredit haben der italienischen Großbank den Weg für das Übernahmeangebot für die Commerzbank freigemacht. Auf einer außerordentlichen virtuellen Hauptversammlung stimmten 99,55 Prozent des vertretenen Kapitals für die Ausgabe von bis zu 470 Millionen neuen Aktien, wie Unicredit in Mailand mitteilte. Die Papiere will Unicredit den Commerzbank-Aktionären im Tausch für ihre Aktien anbieten. Die offizielle Offerte soll am Dienstag unterbreitet werden. Dann haben die Commerzbank-Aktionäre vier Wochen Zeit, ihre Aktien Unicredit anzudienen.
Allerdings lohnt sich der Tausch für sie derzeit nicht. Die 0,485 Unicredit-Aktien, die die Italiener anbieten, entsprechen nur einem Wert von 31,09 Euro. Das Frankfurter Geldhaus wird damit mit gut 35 Milliarden Euro bewertet. Die Commerzbank-Aktie wird an der Börse aber mit 34,29 Euro gehandelt, das sind zehn Prozent mehr.
Ebay-Aktie schießt nach Gamestop-Offerte hoch
Für den Start der Wall Street in die neue Börsenwoche deutet sich eine leicht positive Tendenz an. Als Treiber dürften weiter vor allem Technologieaktien dienen, nachdem in der Vorwoche aus dem Sektor starke Quartalszahlen berichtet wurden, vielfach begleitet von Ankündigungen weiter hoher Investitionen in KI und Datenzentren. Zumindest hoffnungsvoll stimmt ein Versuch der USA, Schiffe, die in der Straße von Hormus festliegen, herauszuleiten, wobei allerdings Details fehlen, wie dies geschehen soll.
Unternehmensseitig sorgt Gamestop für die größte Schlagzeile. Der Videospielehändler hat ein 56-Milliarden-Dollar-Angebot für Ebay angekündigt, quasi nach dem Motto David kauft Goliath. Vorbörslich geht es für Ebay um rund neun Prozent nach oben auf gut 113 Dollar. Gamestop geben um 2,5 Prozent nach.
Experte zur Coba-"Brechstange": "Unicredit handelt aus klarem Kalkül"
Im Ringen um die Zukunft der Commerzbank will die italienische Unicredit als größter Anteilseigner ein Übernahmeangebot vorlegen. Die Commerzbank jedoch hält gegen den Vorstoß aus Mailand. Warum dieser am Ende aber "ökonomisch nachvollziehbar" wäre, erklärt Börsenexperte Ascan Iredi.
Dax grün - EuroStoxx rot - Ölpreise etwas höher
Update an der Frankfurter Börse: Der Dax hat am Vormittag überwiegend im Plus agiert. Der deutsche Leitindex stieg am Mittag um 0,4 Prozent auf 24.385 Punkte. Der EuroStoxx50 fiel dagegen um 0,6 Prozent auf 5849 Stellen. Der Euro lag 0,1 Prozent leichter bei 1,1720 US-Dollar. Die Preise für die Ölsorten Brent und WTI stiegen um je 0,5 Prozent auf 109,52 beziehungsweise 102,85 Dollar pro Barrel.
Milliardenübernahme in der Pharmabranche
Der belgische Pharmakonzern UCB übernimmt das US-Biotechunternehmen Candid Therapeutics für bis zu 2,2 Milliarden US-Dollar, um seine Pipeline an experimentellen Behandlungen für Autoimmun- und Entzündungskrankheiten zu stärken. Der Konzern mit Sitz in Brüssel teilte mit, dass er für die Übernahme zunächst zwei Milliarden Dollar zahlen werde. Weitere bis zu 200 Millionen Dollar an Meilensteinzahlungen sollen in Abhängigkeit von künftigen Zielen geleistet werden.
Die Akquisition von Candid folgt auf eine Lizenzvereinbarung von UCB mit dem chinesischen Unternehmen Antengene im Wert von bis zu 1,18 Milliarden Dollar im März und einen Deal zum Kauf des Epilepsie-Therapie-Entwicklers Neurona Therapeutics für bis zu 1,15 Milliarden Dollar im vergangenen Monat.
Sentix-Index für Deutschland sinkt deutlich
Die Einschätzung von Börsenprofis für die Konjunktur in der Eurozone hat sich im Mai auf niedrigem Niveau leicht verbessert. Das Stimmungsbarometer für Deutschland hingegen trübte sich weiter ein und rutschte auf den tiefsten Stand seit Januar 2025, wie die Beratungsfirma Sentix zu ihrer monatlichen Umfrage unter 984 Anlegern mitteilte. Das Stimmungsbarometer für die Eurozone stieg im Mai überraschend um knapp drei Punkte auf minus 16,4 Zähler. Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf minus 21 Punkte gerechnet. Der Gesamtindex für Deutschland fiel um 3,2 auf minus 30,9 Punkte, weil Lage und Erwartungen jeweils ungünstiger eingeschätzt wurden.
"Die Welt hat einen Teil des Energiepreisschocks verdaut. Aus dem Gröbsten ist sie damit noch nicht heraus, die Absturzgefahr ist aber gesunken. Die höheren Energiepreise bremsen die Wirtschaft, werfen sie aber nicht um. Das Ergebnis dürfte auch die Hoffnung auf eine Verhandlungslösung im Nahostkonflikt spiegeln", sagte dazu Alexander Krüger, Chefvolkswirt der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe.
Woher kommt Südkoreas beispielloser Börsenrausch?
Der südkoreanische Index Kospi weist auch zum Wochenstart ein fulminantes Wachstum auf - und wird so zum "heißesten Aktienmarkt der Welt", wie Frank Meyer resümiert. Der ntv-Börsenreporter erklärt, woher der Anstieg rührt.
Haribo blickt auf erfolgreiches Jahr 2025 zurück
Es gibt doch noch erfolgreiche Unternehmen in der deutschen Wirtschaft. Der Goldbären-Hersteller Haribo hat im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben deutlich mehr Süßigkeiten verkauft. "Unser Absatz legte weltweit um 4,5 Prozent zu", sagte der Haribo-Manager Herwig Vennekens dem "Handelsblatt". Ein Viertel des globalen Wachstums entfalle auf Neuprodukte.
Konkretere Geschäftszahlen nennt das Familienunternehmen aus Grafschaft bei Bonn nicht. Haribo ist in Deutschland laut "Handelsblatt" Marktführer - mit großem Abstand vor Storck (Lachgummis), Katjes und Trolli. Weltweit beschäftigt der Goldbären-Hersteller nach eigenen Angaben mehr als 8500 Mitarbeiter an 16 internationalen Standorten.
Deutscher Industrie-Einkaufsmanager verheißt nichts Gutes
Die deutsche Industrie hat im April an Dynamik verloren. Der von S&P Global in diesem Sektor erhobene Einkaufsmanagerindex sank auf 51,4 von 52,2 Punkten. In erster Veröffentlichung war ein Wert von 51,2 ermittelt worden. Ab 50 Zählern signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter eine Schrumpfung.
"Das Wachstum, das wir im verarbeitenden Gewerbe beobachten, dürfte angesichts der zugrunde liegenden Faktoren und des Absackens der Geschäftsaussichten in den negativen Bereich nur von kurzer Dauer sein", erklärte Phil Smith, Economics Associate Director bei S&P Global Market Intelligence.
Bitcoin überwindet die 80.000-Dollar-Marke
Bitcoin steigt zum ersten Mal seit Ende Januar über 80.000 US-Dollar und notiert zuletzt um 1,4 Prozent höher bei 80.042 US-Dollar. Obwohl Bitcoin den US-Aktien nach oben habe folgen können, fehle es ihm weiterhin an einem klaren Treiber, meint IG-Marktanalyst Tony Sycamore.
Ein Katalysator könnte entscheidend sein, wenn Bitcoin die Widerstandsmarken von 81.000 oder 83.000 US-Dollar durchbrechen solle, fügt er hinzu. "Wir erwarten, dass der Widerstand des steigenden Trendkanals - der derzeit bei etwa 81.000 US-Dollar liegt - den jüngsten Anstieg weiterhin begrenzen wird", schreibt er. Für einen optimistischeren mittelfristigen Ausblick müsse Bitcoin die Marke von 81.000 US-Dollar durchbrechen, sich darüber halten und sich dann entscheidend über den 200-Tage-Durchschnitt bei 83.863 US-Dollar bewegen.
Wird "Sell in May" abgesagt?
Mit der guten alten Börsenregel "Sell in May" dürfte der Dax diesmal nicht viel anfangen können, meint Marktstratege Tim Ritschar von ActivTrades. Vielmehr scheine der Index den Turbo in Richtung 25.000 Punkte zu zünden. Erst am vergangenen Donnerstag hätten die Marktteilnehmer erlebt, wie blitzschnell sich das Blatt wenden könne: Der Dax, der gerade noch tief in den charttechnischen Abgrund geblickt habe, habe eine spektakuläre Kehrtwende aufs Parkett gelegt. Damit sei nicht nur ein starker April-Abschluss gerettet, sondern auch das technische Fundament für einen bullischen Mai gegossen worden.
Die historische Saisonalität stütze diesen Optimismus: In den vergangenen zehn Jahren (allesamt geprägt von einem Bullenmarkt) habe der Mai mit einer Durchschnittsrendite von 1,79 Prozent abgeschlossen. Das charttechnische Ziel für diese Woche laute nun 24.600 Punkte, um von dort den finalen Angriff auf die historische 25.000er Marke zu starten, so Ritschar.
Dax startet im Plus
Der Frankfurter Aktienmarkt geht mit leichten Gewinnen in den Handel. Der Dax legt 0,1 Prozent auf 24.298 Punkte zu. Tendenziell für etwas Zuversicht sorgen Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump, wonach die USA damit beginnen wollen, Handelsschiffe aus der Straße von Hormus "zu leiten". Details nannte er allerdings nicht, und der Iran warnte umgehend, dass dies ein Verstoß gegen die Waffenstillstandsvereinbarung wäre
Der Tag könnte allerdings ruhig werden, da in London feiertagsbedingt nicht gehandelt wird. Auch in Festland-China und Japan waren die Börsen geschlossen. Stimmungsmäßig noch positiv nachwirken dürften die erneut starken Quartalszahlen von Apple vom späten Donnerstag, auf die hierzulande erst heute reagiert werden kann.
An der Fortsetzung der US-Rally gibt es daher wenig Zweifel, schließlich hatten auch die anderen Tech-Riesen starke Zahlen und vor allem eine Investitionsoffensive angekündigt. Dazu kommen starke Vorgaben aus Asien. Die technologielastige Börse in Seoul schoss regelrecht nach oben auf erneute Rekordhochs, auch Hongkong legt deutlich zu.
Das "Alte Europa" könnte von den Technologie-basierten Vorlagen aber eher wenig haben, weil es hier fast nur "alte Technologien" gebe, meint ein Teilnehmer. "Europa ist mit seiner industriellen Zusammensetzung wie Autos klar konjunkturabhängiger als die USA", sagt er. Daher seien im Tagesverlauf die Revisionen der Einkaufsmanagerindizes für Europa auch vergleichsweise wichtiger als für die USA.
Deutsche Konsumlaune wird immer schlechter
Die Konsumstimmung der Verbraucher in Deutschland ist angesichts der steigenden Inflation so schlecht wie seit über drei Jahren nicht mehr. Das Barometer sank im Mai auf 92,3 Punkte, von rund 94,9 Zählern im Vormonat, wie der Handelsverband Deutschland (HDE) zu der von ihm in Auftrag gegebenen Umfrage mitteilte. Der stärkste Rückgang seit Januar 2024 ließ den Indikator auf den tiefsten Stand seit Februar 2023 fallen. "Vor allem die steigenden Preise und die Sorgen um eine schwache Konjunktur trüben die Verbraucherstimmung deutlich ein", betonte der HDE.
Durch den Ende Februar ausgebrochenen Iran-Krieg sind die Energiepreise deutlich gestiegen. Die deutsche Inflationsrate kletterte dadurch im April auf 2,9 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Das nagt an der Kaufkraft der Verbraucher.
Eine rasche Trendwende erwartet der HDE nicht.
Miese Stimmung in deutscher Autoindustrie
Die Stimmung in der deutschen Automobilindustrie hat sich schon vor den von US-Präsident Donald Trump verkündeten höheren Importzöllen verschlechtert. Das Barometer fiel im April auf minus 23,8 Punkte, von minus 19,0 Zählern im März, wie das Münchner Ifo-Institut mitteilte.
Die Unternehmen bewerteten zwar ihre aktuelle Geschäftslage besser, blicken aber erheblich pessimistischer auf die kommenden Monate. Das Barometer für die Geschäftserwartungen fiel auf minus 30,7 Punkte, von minus 15,3 Punkten im März. "Die Iran-Krise belastet die ohnehin geschwächte Autoindustrie zusätzlich", sagt Ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl.
Seit Freitag kommt ein neuer Belastungsfaktor hinzu. US-Präsident Trump hat angekündigt, die Einfuhrzölle für Fahrzeuge aus der Europäischen Union schon in dieser Woche von 15 auf 25 Prozent heraufzusetzen. "Die Kosten durch diese zusätzlichen Zölle wären für die deutsche sowie europäische Automobilindustrie in ohnehin sehr herausfordernden Zeiten enorm, hätten aber wahrscheinlich auch Auswirkungen auf die Verbraucherinnen und Verbraucher in den USA", sagte die Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller.
Beim Dax zeichnen sich Gewinne ab
Der Dax wird heute der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge mit Gewinnen in den Handel starten. Starke Firmenbilanzen hatten den deutschen Leitindex am Donnerstag vor dem langen Wochenende um 1,4 Prozent auf 24.292 Punkte nach oben getrieben. Auch die Wall Street schloss höher.
In der neuen Woche geht die Hängepartie um einen Friedensschluss im Iran-Krieg weiter. Der Iran hat nach eigenen Angaben eine Antwort aus Washington auf seinen jüngsten Friedensplan erhalten. Das iranische Staatsfernsehen berichtete, die Rückmeldung werde nun geprüft. US-Präsident Donald Trump hatte jedoch vorher erklärt, er könne sich nicht vorstellen, dass der iranische Vorschlag akzeptabel sei. Zudem hat Trump angekündigt, dass festsitzende Schiffe aus neutralen Ländern von den USA ab Montag durch die Straße von Hormus geleitet werden. Wie das genau ablaufen soll, sagte er nicht.
Bei den Unternehmen steht die Autoindustrie im Rampenlicht. Trump hat angekündigt, die Zölle auf Importe von Fahrzeugen aus der EU ab kommender Woche von 15 auf 25 Prozent zu erhöhen.
Außerdem sollen heute die Aktionäre der Unicredit in einer außerordentlichen virtuellen Hauptversammlung den Weg frei machen für das freiwillige Übernahmeangebot für die Commerzbank.
Im Fokus stehen zudem die Einkaufsmanagerindizes für die Industrie im Euroraum im April sowie die US-Auftragseingänge für März.
Bei VW erhöht sich der Druck auf deutsche Werke
Bei Volkswagen verschärft sich der Druck auf die deutschen Fahrzeugwerke. Wie das "Handelsblatt" aus Konzernkreisen erfuhr, haben die Standorte Emden und Hannover offenbar ihre internen Kostenziele im ersten Quartal verfehlt. Das Unternehmen wollte die Zwischenstände nicht kommentieren und verwies auf schon erreichte Einsparungen von im Schnitt 20 Prozent in Wolfsburg, Emden und Zwickau. Bereits 2025 hatten mehrere Werke ihre Kostenvorgaben verfehlt. Volkswagen will die Fabrikkosten in Europa deutlich senken.
Gamestop bietet 56 Milliarden Dollar für Ebay
Der US-Videospielehändler Gamestop will die Online-Handelsplattform Ebay für knapp 56 Milliarden Dollar übernehmen. Das Unternehmen teilte mit, 125 Dollar je Aktie jeweils zur Hälfte in bar und in eigenen Aktien zu bieten. Dies entspricht einem Aufschlag von rund 20 Prozent auf den Ebay-Schlusskurs vom Freitag. Eine Stellungnahme von Ebay lag zunächst nicht vor.
Gamestop hat nach eigenen Angaben bereits einen Anteil von fünf Prozent aufgebaut und erklärte, sich bei einer Ablehnung des Managements direkt an die Aktionäre wenden zu wollen.
Finanziert werden soll der Zukauf durch eigene Barmittel, Kreditzusagen von TD Securities über 20 Milliarden Dollar sowie laut dem "Wall Street Journal" womöglich durch Staatsfonds aus dem Nahen Osten. Ein solcher Zukauf wäre ungewöhnlich, da Gamestop mit einem Börsenwert von knapp zwölf Milliarden Dollar deutlich kleiner ist als Ebay mit rund 46 Milliarden Dollar.
An Asiens Börsen dominiert Zuversicht
Die Aussicht auf eine Entspannung der Lage in der Straße von Hormus gibt den asiatischen Aktienmärkten zum Wochenstart leichten Auftrieb. Während an der japanischen Börse feiertagsbedingt nicht gehandelt wird, legt der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans um 0,6 Prozent zu.
Auch die chinesischen Handelsplätze bleiben geschlossen: Der Leitindex der Shanghaier Börse sowie der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen wurden nicht gehandelt. Zu den klaren Gewinnern zählte hingegen der südkoreanische Markt, der nach einem Feiertag mit einem Kurssprung von 2,6 Prozent in den Handel zurückkehrte.
Beflügelt wurde die Börse in Seoul von starken Konjunkturdaten, denn die südkoreanische Industrie wuchs im April dank der Halbleiternachfrage so schnell wie seit über vier Jahren nicht mehr. Gleichzeitig stützten Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump, festsitzende Schiffe durch die Straße von Hormus helfen zu wollen.