Der Börsen-TagFrühere Fed-Chefs fordern Wahrung der Unabhängigkeit
Angesichts der mehrfachen Zinssenkungsforderungen von US-Präsident Donald Trump haben vier ehemalige amerikanische Notenbankchefs in einer gemeinsamen Erklärung die Wahrung der Unabhängigkeit der Federal Reserve angemahnt. Die Fed und ihr Vorsitzender müssten unabhängig und im besten Interesse der Wirtschaft handeln dürfen, frei von kurzfristigem politischem Druck und insbesondere ohne die Gefahr einer Absetzung oder Degradierung von Führungskräften aus politischen Gründen, schrieben die vier noch lebenden Ex-Fed-Vorsitzenden Paul Volcker, Alan Greenspan, Ben Bernanke und Janet Yellen in einem Gastbeitrag im "Wall Street Journal". "Es ist wichtig, die Fähigkeit der Federal Reserve zu erhalten, Entscheidungen im besten Interesse der Nation zu treffen, nicht auf Basis der Interessen einer kleinen Gruppe von Politikern."
Die vier ehemaligen Fed-Chefs reagieren damit auf den ungewöhnlichen Druck, den Trump seit Monaten auf die Notenbank und ihren von ihm selbst nominierten Vorsitzenden Jerome Powell ausübt. In oft ruppigem Ton kritisierte er die Währungshüter etwa als "ahnungslos" und drohte Powell damit, ihn bei Bedarf degradieren zu können. Er verlangt Zinssenkungen, um die Konjunktur zu befeuern.