Der Börsen-TagGute Nachricht für die Schweiz: Inflationsrate auf höchstem Stand seit 2024
Anders als die meisten Zentralbanken kämpft die Schweizerische Nationalbank (SNB) seit Jahren nicht gegen eine zu hohe Inflation, sondern gegen eine drohende Deflation. Der Leitzins liegt inzwischen bei null Prozent, negative Zinsen erschienen zuletzt möglich. Aus dieser Sicht sorgen aktuelle Inflationszahlen für Entspannung: Im April beschleunigte sich die Teuerung in der Schweiz, da der Krieg im Iran die Kosten für Energieimporte in die Höhe getrieben hat. Die Verbraucherpreise stiegen im Jahresvergleich um 0,6 Prozent und lagen damit über der Inflationsrate von 0,3 Prozent im März, wie das Schweizer Bundesamt für Statistik mitteilte. Es war der zweite Anstieg in Folge, womit die Inflation ihren höchsten Stand seit Dezember 2024 erreichte.
Die Schweiz ist aufgrund ihrer geringeren Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen weniger anfällig für den Anstieg der Energiepreise. Es wird jedoch erwartet, dass importierte fossile Brennstoffe die Inflation in diesem Jahr weiterhin hoch halten werden. Die Preise für Erdölprodukte in der Schweiz stiegen im Jahresvergleich um 17,0 Prozent, wie die Daten zeigten. Die importierte Inflation lag bei 0,9 Prozent verglichen mit 0,5 Prozent für die inländische Inflation.
Die Gesamtinflationsrate liegt nun jedoch über der durchschnittlichen Inflationsrate von 0,5 Prozent für dieses Jahr und 2027, die die SNB bei ihrer letzten geldpolitischen Sitzung im März erwartet hatte. Das Ziel der SNB liegt bei einer positiven, aber unter 2 Prozent liegenden Inflationsrate.