Immer mehr versteckte Rabatte: Rekord bei Tageszulassungen
Die Rezession auf dem Automarkt macht sich zunehmend in hohen Sonderrabatten bemerkbar. Aktueller Trend ist es Neuwagen kurzerhand in preiswerte Gebrauchte zu verwandeln. Das schönt die Statistik und fördert den schleppenden Absatz.
Nach den Privatkunden verzichtennun auch die Unternehmen auf den Neuwagenkauf. Ein immer größerer Anteil der Pkw-Neuzulassungenentfällt auf Hersteller und Händler. Im September traf das auf jeden dritten Neuwagenzu – das ist der höchste Wert seit fünf Jahren.
Rund 84.000 Pkw gingen einerStudie des Center of Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essennicht mehr an Kunden, sondern blieben beim Hersteller oder Händler. Diese nutzendie Eigenzulassung als verdeckten Rabatt – die Fahrzeuge werden kurz angemeldet,häufig nicht einmal bewegt und dann mit deutlichen Preisabschlägen als Tageszulassungenoder junge Gebrauchte wieder auf den Markt geworfen. Anders als offizielle Nachlässebringen Eigenzulassungen das Preisniveau einer Marke nicht durcheinander, als positivenNebeneffekt gibt es eine bessere Zulassungsstatistik.
Nicht alle Herstellernutzen Eigenzulassungen
Die aktuell hohe Quote beiden Händler- und Herstellerzulassungen sieht die CAR-Studie als Zeichen einer anstehendenRezession auf dem Pkw-Markt. Doch nicht alle Hersteller nutzen das Instrument derEigenzulassungen gleich stark. Besonders ausgiebig wird es laut CAR bei Alfa Romeo,Chevrolet und Jaguar eingesetzt, wo im September jeweils fast zwei Drittel der Neuzulassungenauf Händler und Importeur entfallen. Unter den deutschen Herstellern liegt demnachOpel mit einem Anteil von 44,4 Prozent an der Spitze, gefolgt von Porsche (37,1Prozent) und Volkswagen (36,3 Prozent).
Kaum Eigenzulassungen hingegennimmt Dacia vor; die rumänische Renault-Tochter ist bei ihren niedrigen Preisenoffenbar nicht auf Rabatte angewiesen und kommt lediglich auf 6,7 Prozent Händlerzulassungen– darunter zahlreiche reguläre Vorführwagen. Auch Smart (13,7 Prozent) und Volvo(16,1 Prozent) verzichten weitgehend auf das Rabattinstrument.
Quelle: n-tv.de


