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Felix Baumgartner hat eine klare Meinung zur deutschen Flüchtlingspolitik.
Felix Baumgartner hat eine klare Meinung zur deutschen Flüchtlingspolitik.(Foto: dpa)

"Steueroptimierer" im Shitstorm: Baumgartner schießt gegen Merkel-Plan

Extremsportler Felix Baumgartner macht sich mit populistischen Äußerungen über die deutsche Flüchtlingspolitik zur Zielscheibe der Netzgemeinde: Komiker Jan Böhmermann fordert jetzt sogar, Til Schweiger müsse "von der Kette gelassen" werden.

Felix Baumgartner hat als erster Mensch im freien Fall die Schallmauer durchbrochen - und sich damit auch eine stolze Fangemeinde von 1,5 Millionen Followern bei Facebook gesichert. Mit Letzteren teilte er jüngst auch seine Meinung zur bundesdeutschen Flüchtlingspolitik. Und vor allem Kanzlerin Angela Merkel kam dabei nicht gut weg. Baumgartner griff auf ein bekanntes Zitat des tschechischen Präsidenten, Miloš Zeman, zurück. Der sagte: "Ein Land, in dem Angeln ohne Angelschein rechtlich bestraft wird und Menschen ohne Pass die Grenze überqueren, können nur Idioten regieren."

Der gebürtige Österreicher sieht das offenbar ähnlich. Er schrieb dazu: "Das ist doch mal eine Ansage!" - und erntete daraufhin einen Shitstorm seltenen Ausmaßes. Selbst Komiker Jan Böhmermann fühlte sich zu einem kritischen Kommentar genötigt: Der "hauptberufliche Vonirgendworunterfaller" habe für "den weltbesten Facebookeintrag, der jemals ohne Sauerstoffzufuhr geschrieben wurde", ein paar Extraflügel von seinem Sponsor verdient. Prominente Unterstützung forderte er von Schauspieler Til Schweiger ein, der "von der Kette gelassen" werden solle, so Böhmermann. Schweiger hatte sich in der Vergangenheit äußerst wort- und tatenreich für Flüchtlinge engagiert.

Baumgartner legt noch einmal nach

Dass Kritik an der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung ausgerechnet von einem laut Böhmermann "hundertprozentigen Ausländer" kommt, der aus "steueroptimierenden Gründen" in der Schweiz lebt, und trotzdem von "wir" spricht, wenn er die Unterwanderung "unserer Identität und unserer Kultur" anmahnt, störte nicht nur den ZDF-Chefsatiriker. Über 14.000 Mal wurde Baumgartners Beitrag geteilt - und weil das Echo teils recht unwirsch ausfiel, reagierte der 46-Jährige mit einer weiteren Botschaft aus dem kalifornischen Santa Monica. Darin legte er noch einmal nach.

Merkel sei "mit ihrer desaströsen 'Willkommenspolitik' mittlerweile nicht mehr die Lösung, sondern das Problem selbst", so Baumgartner auf Facebook. Dagegen solle man dem rechtskonservativen ungarischen Präsidenten Viktor Orbán den Friedensnobelpreis verleihen - denn der habe "das einzig Richtige getan". Ungarn hatte im vergangenen Sommer als erster EU-Staat einen Grenzzaun zu Serbien gebaut und war dafür heftig kritisiert worden. Eigentlich eine weitere Steilvorlage für bissige Kommentare - oder den bissigen Schweiger.

Quelle: n-tv.de

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