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Sie wollen nicht bis zur Rente beim "Tatort" weitermachen: Schauspieler Boris Aljinovic (links) und Dominic Raacke.
Sie wollen nicht bis zur Rente beim "Tatort" weitermachen: Schauspieler Boris Aljinovic (links) und Dominic Raacke.(Foto: imago stock&people)

Die Hauptstadt sucht neue Fernseh-Ermittler: Berlins "Tatort"-Kommissare hören auf

Sie haben gemeinsam Verbrecher gejagt, sich gezofft und Millionen einen schönen Fernsehabend beschert. Nun geben die Berliner "Tatort"-Kommissare Ritter und Stark ihre Dienstwaffen für immer ab. Fans können sich dennoch ein wenig trösten.

Seit mehr als zwölf Jahren sind sie ein richtig starkes Team – der Kleine und der Große, der gerne etwas kritisch dreinblickende Arbeiter und der bärtige Lebemann. Nun hören Boris Aljinovic und Dominic Raacke als Duo beim ARD-"Tatort" auf. Die Nachfolger für die beiden Fernsehfahnder sind noch nicht bekannt. Erst am vorletzten Sonntag sahen im Schnitt fast neun Millionen Zuschauer, wie Aljinovic alias Felix Stark und Raacke alias Till Ritter einen U-Bahn-Schläger jagten.

Aljinovic und Raacke sollen nicht als Berliner Polizeibeamte in Rente gehen, teilte RBB-Programmdirektorin Claudia Nothelle mit. Das sei nach dem jüngsten Dreh mit ihnen besprochen und verabredet worden. "So gut und vertrauensvoll die Zusammenarbeit war und ist, so einig sind wir uns, neue Wege einzuschlagen." Das künftige "Tatort"-Team, das 2015 startet, will der RBB bis zum Jahreswechsel entwickeln.

29 Fälle haben sie schon gelöst

"Wir sind dank der frühzeitigen Absprachen mit unseren Kommissaren nicht unter Zeitdruck", sagte Nothelle. Raacke hatte sein "Tatort"-Debüt als Till Ritter 1999 in der Folge "Dagoberts Enkel". 2001 kam Boris Aljinovic als Felix Stark dazu. 29 Fälle haben der große Macho und der kleine Familienvater hinter sich.

Noch etwas bleich im Gesicht präsentieren sich die Kommissare Ritter und Stark zu ihrem Start vor mehr als zwölf Jahren.
Noch etwas bleich im Gesicht präsentieren sich die Kommissare Ritter und Stark zu ihrem Start vor mehr als zwölf Jahren.(Foto: imago stock&people)

Die jüngste Folge "Gegen den Kopf" schaffte es im wohl wichtigsten Fan-Forum des ARD-Krimis, dem "tatort-fundus.de", auf den ersten Platz der Rangliste. Der nächste Berliner "Tatort" mit dem Titel "Großer schwarzer Vogel" soll am 16. Februar 2014 laufen. Eine weitere Folge sei geplant.

Der RBB würdigte in einer Mitteilung den "großen Erfolg" der beiden Kommissare. "Mit ihnen haben wir als erstes gesprochen, bevor wir uns jetzt Gedanken über ein neues Konzept machen", sagte Sprecher Justus Demmer. Die Konstellation, ob ein neuer Ermittler kommt oder ein ganzes Team, ist demnach noch offen.

Bei den "Tatort"-Teams gibt es Bewegung

Raacke hatte früher Stefan Jürgens als Partner. Andere Fahnder im Dienste des damaligen Sender Freies Berlin (SFB) waren Volker Brandt, Hans-Peter Korff, Heinz Drache, Günther Lamprecht und Winfried Glatzeder. Der Berliner "Tatort" hatte es nicht immer leicht. Die Glatzeder-Krimis wurden teils auf Video gedreht und scheiterten beim Zuschauer. Ein Tiefpunkt war im Juli 1998 die Folge "Ein Hauch von Hollywood", die auf den späten Montagabend verbannt wurde und dort nur 1,66 Millionen Zuschauer erreichte.

Beim "Tatort" gab es in der jüngsten Zeit bereits einige neue Gesichter: In Dortmund startete ein neues Team unter anderem mit Jörg Hartmann, Devid Striesow ermittelt in Saarbrücken, Til Schweiger und Wotan Wilke Möhring in Hamburg. Im Herbst starten in Erfurt die Kommissare Henry Funck (Friedrich Mücke) und Maik Schaffert (Benjamin Kramme) sowie die angehende Staatsanwältin Johanna Grewel (Alina Levshin). An Weihnachten ermitteln Nora Tschirner und Christian Ulmen alias Dorn und Lessing in Weimar.

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Quelle: n-tv.de

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