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Cara Delevingne feilte 2014 an ihrer Filmkarriere - und lernte so Harvey Weinstein kennen.
Cara Delevingne feilte 2014 an ihrer Filmkarriere - und lernte so Harvey Weinstein kennen.(Foto: imago/Cinema Publishers Collection)
Donnerstag, 12. Oktober 2017

Neue Enthüllungen um Weinstein: Cara Delevingne sollte eine Frau küssen

Nach Bekanntwerden der Anschuldigungen gegen Filmproduzent Harvey Weinstein wagen sich immer mehr betroffene Frauen an die Öffentlichkeit - jetzt auch Cara Delevingne. Das Ex-Model wirft Weinstein vor, sie in einem Hotelzimmer bedrängt zu haben.

Zahlreiche Frauen soll Filmmogul Harvey Weinstein über Jahrzehnte belästigt und bedrängt haben - auch Vergewaltigungsvorwürfe stehen im Raum. Nun offenbart sich auch Ex-Model und Schauspielerin Cara Delevingne in einem Statement auf Instagram. Detailliert schildert die 25-Jährige, wie ihr Weinstein 2014 während eines "merkwürdigen und unangenehmen Telefonats" erklärt habe, dass sie es als offen homosexuell lebende Frau in Hollywood nicht schaffen werde. Delevingne macht aus ihrer Bisexualität kein Geheimnis. Zwei Jahre war sie mit US-Musikerin Annie Clark liiert.

Etwa ein Jahr nach dem Anruf traf sich Delevingne nach eigenen Angaben mit Weinstein und einem Regisseur in einer Hotel-Lobby, um über ein neues Projekt zu sprechen. Nachdem der Regisseur gegangen war, soll Weinstein damit geprahlt haben, wie viele Schauspielerinnen er bereits im Bett hatte. Schließlich habe er sie auf sein Zimmer eingeladen. "Ich lehnte sofort ab", erklärt die Schauspielerin. "Doch seine Assistentin meinte, ich solle mit ihm mitgehen." Als sie im Hotelzimmer ankamen, sei dort bereits eine andere Frau gewesen, was Delevingne zunächst beruhigt habe. "Ich habe gehofft, dass ich die Situation falsch eingeschätzt habe."

Doch dann habe Weinstein von den beiden Frauen verlangt, sich zu küssen. Delevingne gelang es zunächst, sich zurückzuziehen. "Ich fragte ihn, ob er weiß, dass ich singen kann", erinnert sich die 25-Jährige. "Und dann sang ich. Ich dachte, das würde die Situation besser machen, professioneller, wie ein Vorsprechen. Ich war so nervös." Nach ihrer Darbietung habe sie Weinstein erneut erklärt, dass sie nun gehen müsse. Der Filmmogul habe sie zur Tür gebracht, sich davor aufgebaut und versucht, sie auf die Lippen zu küssen. "Ich stoppte ihn und habe es dann irgendwie geschafft, das Zimmer zu verlassen."

"Ich fühlte mich schuldig"

Obwohl sich Delevingne den Annäherungsversuchen des Produzenten entzog, bekam sie die Rolle. "Seitdem fühle ich mich schrecklich, dass ich den Film gemacht habe", schreibt sie. "Ich hatte das Gefühl, dass ich die Rolle nicht verdient habe." Dass sie so lange gezögert hat, bis sie mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit ging, erklärt die Britin auch mit Schuldgefühlen. "Ich wollte seine Familie nicht verletzen", so Delevingne. "Ich fühlte mich schuldig, als ob ich etwas falsch gemacht hätte. Ich hatte auch Angst, dass vielen Frauen, die ich kenne, so etwas passiert sein könnte - aber niemand aus Angst etwas gesagt hat".

Dass nun doch publik wird, was jahrelang verschwiegen wurde, erfüllt die Schauspielerin nach eigenen Angaben mit Erleichterung. "Ich bin stolz auf die Frauen, die den Mut haben, darüber zu sprechen", so Delevingne. Auch sie selbst fühle sich nun besser. An alle Frauen und Mädchen, die belästigt oder gar vergewaltigt wurden, richtet sie eine klare Botschaft: "Es ist niemals eure Schuld! In jeder Industrie, besonders in Hollywood, missbrauchen Männer ihre Macht und kommen damit davon. Je mehr wir darüber reden, desto weniger Macht geben wir ihnen. Und an diejenigen, die diese Männer verteidigen: Ihr seid ein Teil des Problems!"

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Quelle: n-tv.de

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