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Gefühlsausbruch vor laufenden Kameras: Claus Kleber und Gundula Gause.
Gefühlsausbruch vor laufenden Kameras: Claus Kleber und Gundula Gause.(Foto: Screenshot ZDF Mediathek)

Tränen im "heute journal": Das Netz feiert Claus Kleber

Es gibt Momente, in denen kann auch ein Vollprofi seine Emotionen nicht unterdrücken. "heute journal"-Moderator Claus Kleber ringt bei der Geschichte eines Busfahrers mit Herz für Flüchtlinge vor laufenden Kameras mit den Tränen - und wird dafür umjubelt.

Claus Kleber ist Vollblutjournalist. Seit mehr als 12 Jahren moderiert er das "heute journal" im ZDF. Doch so haben ihn die Zuschauer in all der Zeit noch nie zu Gesicht bekommen.

Nach einem Beitrag über Flüchtlingskinder in deutschen Schulen ließ es sich Kleber in der Nachrichtensendung am Mittwochabend nicht nehmen, selbst noch eine kleine Geschichte zu erzählen. Zunächst gewohnt souverän berichtete der 59-Jährige über den Busfahrer Sven Latteyer im fränkischen Erlangen. Als eine Gruppe syrischer Flüchtlinge seinen Linienbus bestieg, habe er sich das Mikrofon gegriffen und auf Englisch erklärt: "Ich habe eine wichtige Nachricht für alle Menschen aus der ganzen Welt in diesem Bus: Willkommen! Willkommen in Deutschland, willkommen in meinem Land, haben Sie einen schönen Tag!"

Normalerweise ist Claus Kleber durchaus beherrscht.
Normalerweise ist Claus Kleber durchaus beherrscht.(Foto: imago stock&people)

Beim Verlesen der Meldung schossen Kleber sichtlich die Tränen in die Augen. Er musste an sich halten, ehe er mit den Worten "Es kann manchmal so einfach sein" an seine Co-Moderatorin Gundula Gause übergab.

Kleber griff bei der Geschichte auf das Online-Magazin "Krautreporter" zurück. Dieses wiederum verwies bei seiner Darstellung auf einen Bericht von "nordbayern.de".

"Das ist Deutschland!"

"Ich würde mich schon sehr freuen, wenn die kleine Meldung dazu führen würde, dass ein paar Menschen bei alltäglichen Begegnungen ähnlich handeln wie dieser tolle Busfahrer Sven Latteyer. In einem fremden Land kann schon ein 'Hi, how are you' oder ein 'Welcome' den Tag verändern", erklärte Kleber am Tag danach seine Moderation. Zuvor hatte er sich bereits bei Twitter noch etwas beschämt geäußert. "Ich reagiere manchmal auf positive Kleinigkeit emotionaler als auf große Story. Nicht sehr professionell. Aber okay? Nächste Sendung wartet", schrieb er dort. Und: "Seltsam. So viel versendet sich. Dann springt einem mal ein Frosch in Hals - whoom macht das Netz. Aber nett. Danke!"

Der Nachrichtenmann spielte damit auf die zahlreichen positiven Reaktionen auf seinen sympathischen Aussetzer bei Twitter an. "Die Welt braucht mehr von diesen Momenten", schrieb ein Nutzer. "Herz und Hirn am richtigen Fleck. Das muss man einfach mögen", meinte ein anderer. Und ein dritter Kommentar, der hier stellvertretend genannt sei, lautete: "Danke Claus Kleber & dem Busfahrer in Erlangen. Genau das ist Deutschland!" Siehe da, im Netz trollen sich also bei weitem doch nicht nur Hater.

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Quelle: n-tv.de

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