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Buzzert als Schnellster: Max
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Sonntag, 13. August 2017

"Ninja Warrior Germany": Feuchte Buxen und fliegende Wölfe

Von Kai Butterweck

Nach dem Erfolg im letzten Jahr geht das Überwinden von Chaos-Bällen, Himmelsleitern und Halfpipe-Wänden endlich in die zweite Runde. Und wieder hinterlässt ein "Wolf" am Ende die größten Spuren.

Von der Wohnzimmer-Couch in die TV-Arena: "Ninja Warrior Germany" macht’s möglich. Auch in der zweiten Staffel des rasanten Action-Formats sind wieder Möchtegern-Kletteraffen aus allen Bevölkerungsschichten am Start.

Überzeugt durch hautenge Garderobe: Christian
Überzeugt durch hautenge Garderobe: Christian

Banker, Ärzte, Köche, Bergmänner, Studenten: Bei der "stärksten Show Deutschlands" spielt der Briefkopf keine Rolle. Was hier gefordert wird, lernt man nicht auf der Uni. Wer am Ende den Buzzer drücken will, der muss Kopf und Körper in ein großes Ganzes verwandeln können. Diese Grundvoraussetzung bringen aber nur die wenigsten Kandidaten mit. Die Folge sind nasse Klamotten und grimmige Gesichter.

Die beiden Moderatoren Frank Buschmann und Jan Köppen müssen lange warten, ehe sie den ersten Buzzer-Drücker am Parcours-Ende begrüßen dürfen. Und der schlaksige "The Flash"-Klon mit der roten Radlerbuchse ist kein Unbekannter. Christian fiel schon im letzten Jahr durch seine hautenge Garderobe auf. Diesmal hat er sogar zwei feuerrote Höschen an: eine für sich, die andere überreicht er dem verdutzt dreinblickenden Buschi. "Die gefiel dir doch letztes Jahr schon so gut. Da dachte ich mir, ich bring dir einfach mal eine mit", erklärt die 30-jährige Frohnatur.

Nach dreißig Sekunden TV-Ruhm geht’s ins "Ninja Warrior"-Nirgendwo

Andere würden Buschi auch gerne ein Geschenk überreichen - kommen aber nicht dazu, weil sie vorher entweder ins Wasser plumpsen oder am Hangelträger scheitern. Einer nach dem anderen verabschiedet sich nach dreißig Sekunden TV-Ruhm ins "Ninja Warrior"-Nirgendwo. Darunter Typen, die im Alltag gerne mal eine Lok ziehen wenn Langeweile aufkommt oder mit Pseudo-Künstlernamen wie "Die Maschine" und "Mister Dynamite" um die Ecke kommen. Bringt alles nichts.

Ninja der Herzen: Sladdi
Ninja der Herzen: Sladdi

Nicht mal Taekwondo-Champions, Luftakrobaten und professionelle Rosenzüchter (Ex-Bachelor Paul Janke geht frühzeitig baden) kommen ans Ziel. Am Ende sind es wieder – wie bereits im Vorjahr – die vermeintlich Unscheinbaren, die sich über Metallkonstruktionen hangeln, über Chaos-Bälle hüpfen und stählerne Himmelsleitern erklimmen, als würden sie den ganzen Tag nichts anderes machen.

Einige der Top-Kraxler, die auch den zweiten Parcours des Abends rocken, sind in der "Ninja Warrior Germany"-Gemeinde keine Neulinge. Max, Andreas und Sladdi waren bereits im Vorjahr am Start. Zwar kostet Andreas im zweiten Lauf eine kurze Unachtsamkeit die Halbfinal-Teilnahme. Aber das sogenannte "Wolf Pack"-Trio reißt auch als geschrumpftes Duo alle Anwesenden von den Sitzen.

"Der Typ ist der pure Wahnsinn!"

Vor allem Sladdi schwebt durch den anspruchsvollen zweiten Quali-Parcours wie eine Gazelle durch die trockene Savanne. An der Himmelsleiter kurz mal die Metallstäbe vertauscht: kein Problem. An einem Arm aus übernatürlichen Muskeln hängend, schlängelt sich der Boulder-Nerd in Richtung Ziel. Und das trotz noch nicht ganz ausgeheiltem Muskelfaserriss. Buschi ist völlig aus dem Häuschen: "Der Typ ist der pure Wahnsinn!", hallt es durchs Karlsruher Studio.

Ein gewisser Max Sprenger ist zwar am Ende noch ein paar Sekunden schneller am Buzzer. Aber Aua!-Sladdi gehören eindeutig die Herzen der Zuschauer. Der erste "Wolf", der in Deutschland auf Händen getragen wird. Nun, Sladdi reißt ja auch keine unschuldigen Schafe. Der will einfach nur rennen und klettern. Und das am liebsten so lange, bis ihm Buschi die gläserne "Ninja Warrior Germany"-Trophäe in die Hände drückt.

Quelle: n-tv.de

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