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"Wir erleben hier ein Sommermärchen": Uwu Lena
"Wir erleben hier ein Sommermärchen": Uwu Lena

Von Null auf Eins: "Schland o Schland"

Das Ding hat eindeutig Potenzial, DER deutsche WM-Song 2010 zu werden: "Schland o Schland" – mit einer Parodie von Lenas "Satellite" kamen ein paar Studenten aus Münster via YouTube binnen weniger Tage zu "Schland"-weiter Berühmtheit. Und jetzt haben "Uwu Lena" sogar einen Plattenvertrag in der Tasche. n-tv.de sprach mit Johnny Jötten, Mitglied des Musikerkollektivs, über den unerhofften Erfolg.

n-tv.de: Gratulation! Nach vier Tagen auf YouTube habt Ihr einen Plattenvertrag in der Hand. So schnell ist selbst Lena nicht durchgestartet. Wie fühlt man sich denn nach so einer Blitzkarriere?

Johnny Jötten: Wir fühlen im Moment eigentlich noch völliges Nichts. Wir können das noch gar nicht richtig fassen. Wir erleben hier quasi ein Sommermärchen, das uns immer noch völlig baff und sprachlos sein lässt.

Das Timing für den Song ist natürlich gigantisch – kurz nach dem Grand Prix und unmittelbar vor der WM. Hattet Ihr den Erfolg kalkuliert?

Auf gar keinen Fall. Das ist wirklich ein Zufall, der sich aus unserer Euphorie und speziell der von Christian Landgraf (Mitglied von "Uwu Lena", Anm. d. Red.) nach dem Grand Prix ergeben hat. Er hat den Text geschrieben, und wir haben gedacht: Warum können wir nicht einfach in die WM und mit der WM weiter feiern?

Ihr hattet also nicht geplant, die neuen "Sportfreunde Stiller" zu werden …

Oh Gott, nein, das zu behaupten wäre anmaßend. Auf gar keinen Fall! Wir sind acht Leute, die schon immer zusammen Musik machen und miteinander herum jammen. Manchmal entstehen dabei solche Sachen. Und diese Sache ist dann einfach richtig groß geworden. Das freut uns von Herzen, aber geplant kann man das nicht wirklich nennen.

Wie und wann ist Euch die Idee zu dem Song gekommen?

Wir haben alle, auch unabhängig voneinander, den Grand Prix geguckt. Christian Landgraf ist am nächsten Morgen mit dieser Zeile "Schland o Schland" auf der "Satellite"-Melodie im Kopf aufgewacht. Da war der Titel geboren.

Nun erfahrt Ihr ja sehr viel positive Reaktionen auf den Song. Hartgesottene Lena-Fans könnten Euch die Sache aber auch übel nehmen. Gibt es auch Anfeindungen?

Überraschenderweise absolut wenig. Im Moment hält es sich wirklich total in Grenzen. Wir haben so viel positives Feedback und auch von Lena-Fans so viel Liebe bekommen, die wir gerne zurückgeben möchten.

"Schland o Schland" ist für Euch also eine Hommage an Lena und keine Verarsche?

Ich liebe deutsche Land, ähhh, Schland: Lena
Ich liebe deutsche Land, ähhh, Schland: Lena

Auf jeden Fall: Das ist eine absolute Hommage. Wir sind alle Lena-Fans. Man sieht das auch an unseren Bewegungen und Sprüchen im Video. Das kann man nur so machen, wenn man sich auch mit ihr beschäftigt hat. Wir haben Lena immer unterstützt und haben uns natürlich riesig gefreut, dass sie den Grand Prix gewonnen hat. Wir wollten das als Tribute an Lena machen und hoffen, dass jeder sieht, dass das von Herzen kommt.

Dennoch hattet Ihr ja erst einmal Ärger am Hals. Der Musikverlag von "Satellite" hatte eine Einstweilige Verfügung gegen Euch erwirkt. Das hätte ein teurer Spaß werden können …

Ja, wir hatten das natürlich nur zum Spaß für Freunde und Bekannte gemacht und sind das ein bisschen unbedarft angegangen. Natürlich gibt es das Copyright. Aber die Gespräche, die wir dann mit den Verantwortlichen hatten, waren von Anfang an o.k. Raab TV, Universal Music und John Gordon (Mitautor von "Satellite", Anm. d. Red.) haben uns auch sehr unterstützt. Insofern ist alles gut gelaufen. Wir freuen uns jetzt einfach, dass wir am Freitag releasen können, und bedanken uns bei allen, die diese Entscheidung getroffen haben. Insbesondere bei Stefan Raab. Das ist wirklich super.

Hattet Ihr denn persönlichen Kontakt zu Stefan Raab?

Leider noch nicht. Soweit wir wissen, ist er im Urlaub. Wir hoffen aber natürlich, dass wir ihn noch einmal kennenlernen, weil wir auch Fans von Stefan Raab sind. Wenn wir ihn einmal treffen könnten, wäre das für uns auf jeden Fall auch ein großer Moment.

Und das könnte der Einstieg in eine große Musikkarriere werden. Gibt es schon weitere Pläne, vielleicht für ein Duett mit Lena oder eine Teilnahme am Grand Prix?

Nein, nein. Im Moment wissen wir gar nichts. Wir möchten das jetzt erst einmal genießen. Wir möchten mit "Schland" zusammen feiern, mit allen Fans und Supportern. Wir möchten am liebsten drei Punkte am Freitag holen, Weltmeister werden und einfach einen supertollen Sommer verbringen.

Und wann sehen wir Euch auf der Fanmeile?

Das weiß ich nicht, wir hoffen aber, dass es klappt. Wir sind gerade auf dem Weg nach Berlin. In den nächsten Tagen bekommen wir die Termine, wann was ist. Dann hoffen wir, dass wir möglichst viele von denen, die uns im Internet unterstützt haben, auch live kennenlernen und mit ihnen live feiern dürfen.

Mit Johnny Jötten sprach Volker Probst

Video

Sehen Sie hier das Video bei YouTube: "Uwu Lena" mit "Schland o Schland"

Quelle: n-tv.de

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