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Sigmar Gabriel und Til Schweiger freuen sich über ihr "sehr gutes Gespräch" - doch kaum einer freut sich mit ihnen.
Sigmar Gabriel und Til Schweiger freuen sich über ihr "sehr gutes Gespräch" - doch kaum einer freut sich mit ihnen.(Foto: Facebook/Sigmar Gabriel)

"Ich scheiss auf euch!!!": Til Schweiger platzt der Kragen

Nur weil einer Gutes tun will, müssen das nicht alle gut finden. Til Schweiger zum Beispiel will Flüchtlingen helfen, doch nicht jedem gefällt seine Herangehensweise. Darum zieht er mit herablassender Sprache und 42 Ausrufezeichen gegen Kritiker ins Feld.

Für sein Engagement in Sachen Flüchtlingsunterbringung wird Til Schweiger hart angegriffen. Bisher schien er die Häme relativ gut wegzustecken, doch jetzt platzte dem Schauspieler endgültig der Kragen. Am Wochenende noch hatte Sigmar Gabriel stolz von seinem "intensiven und sehr guten Gespräch" mit Til Schweiger berichtet und sogar ein Foto davon bei Facebook gepostet. Doch statt Unterstützung und Zuspruch erntete der 51-Jährige für seinen Dialogversuch mit dem Vize-Kanzler nur Spott und Kritik.

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Die Twitter-Gemeinde amüsierte sich vor allem über eine mögliche Zusammenarbeit von Politik und Film. "Hin- und hergerissen zwischen der Angst vor Schweiger in der Politik und der Angst vor Gabriel im Tatort", konstatierte ein Nutzer. Ein anderer ging sogar noch weiter: "Die ARD ist sauer. Til Schweiger hat den neuen Tatort-Bösewicht bereits publik gemacht."

Andere äußerten mit Blick auf das Treffen politische Bedenken. Die Satiresendung "extra3" machte zum Beispiel darauf aufmerksam, dass Gabriel, kurz bevor es zu dem Treffen mit Schweiger kam, noch den Verdopplungen der Waffenexporte in den arabischen Raum zugestimmt hatte - eine Entscheidung, die nicht ganz losgelöst von steigenden Flüchtlingszahlen betrachtet werden kann. Auch Schweiger-Fans fanden das bedenklich. "Vor allem möchte der Herr Gabriel wiedergewählt werden", kommentierte einer auf Schweigers Facebook-Seite.

"Schämt euch!!!"

Aber auch Schweiger hatte ein Wörtchen mitzureden. Er selbst teilte einen Artikel von "Spiegel Online" zu den spöttischen Tweets und schrieb dazu: "Ihr seid so arm....!!!! Anstatt uns bei einer extrem wichtigen Sache zu unterstützen, giesst ihr eure Häme aus...! Schämt euch!!!" Er könne die Menschen, die sich derart äußerten, nur bemitleiden, erklärte Schweiger. "Ich guck auf euch runter, voller Mitleid und Verachtung...!!!!"

Nichts könne ihn daran hindern, sich weiter für die Flüchtlinge einzusetzen. "Ich scheiss auf euch und zieh mein Ding durch!!!!", schreibt Schweiger. Und auch für die Gabriel-Kritiker hatte er eine emotionale Nachricht: "Sigmar Gabriel ist ein gerader Mann!!!"

Dass Schweiger seine Kritiker damit zum Schweigen bringt, darf bezweifelt werden. Mit dem Wirbel um seine derbe Schreibe lenkt er obendrein von seinem eigentlichen Punkt ab. Ursprünglich hatte er sich schließlich gegen Rassismus im Netz stark gemacht. Doch Schweigers forschrittliche Ansätze in puncto Flüchtlingspolitik verblassen nun hinter seinem Geschimpfe.

Quelle: n-tv.de

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