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Zu krank zum Arbeiten: Wer bekommt Frührente?

Bei vielen macht das Herz nicht mehr mit, bei anderen der Rücken - und immer mehr Menschen müssen wegen psychischer Probleme das Arbeiten aufgeben. Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um Frührente zu bekommen?

Immer mehr Menschen gehen schon mit unter 50 Jahren in Frührente. Das Armutsrisiko ist hoch.
Immer mehr Menschen gehen schon mit unter 50 Jahren in Frührente. Das Armutsrisiko ist hoch.(Foto: dpa)

Die meisten Arbeitnehmer wollen früher in Rente gehen – am liebsten gesund. Das funktioniert über die Altersteilzeit. Viele Menschen können aber gar nicht so lange arbeiten wie vorgesehen, weil sie vorher schwer krank werden. Für sie gibt es vor der Altersrente eine Erwerbsminderungsrente. Doch die Voraussetzungen dafür sind hoch: "Die volle Erwerbsminderungsrente kann erhalten, wer nach ärztlicher Prüfung täglich weniger als drei Stunden arbeiten kann", erklärt Dirk von der Heide, Sprecher der Deutschen Rentenversicherung Bund.

Wie viel Erwerbsminderungsrente im Ernstfall zu erwarten ist, kann man in der Renteninformation nachlesen. Doch viel ist es normalerweise nicht: Die durchschnittliche Rente lag 2012 bei voller Erwerbsminderung in Westdeutschland bei 723 Euro im Monat, in Ostdeutschland bei 698 Euro. Mehr als ein Viertel der erwerbsunfähigen Rentner lebt in Einkommensarmut. Wer kann, darf bis zu 450 Euro zur Rente hinzuverdienen.

Psychische Erkrankungen auf dem Vormarsch

Inzwischen ist fast jede zweite neue Frührente durch psychische Erkrankungen wie Depression, Persönlichkeitsstörungen oder Sucht verursacht. Innerhalb von zehn Jahren stieg die Zahl der Betroffenen um rund 25.000 auf 75.000 im Jahr 2012, wie die Psychotherapeutenkammer unter Berufung auf die Rentenversicherung mitteilte. Im Durchschnitt sind die Menschen dann erst 49 Jahre alt.

Wer weniger als sechs Stunden täglich erwerbsfähig ist, kann Anspruch auf Teilerwerbsminderungsrente haben. 2012 bekamen Betroffene in dem Fall im Schnitt 492 Euro im Monat, in den neuen Bundesländern waren es 423 Euro.

Eine Erwerbsminderungsrente erhalten Erkrankte in der Regel jedoch nur, wenn sie mindestens fünf Jahre in die Rentenkassen eingezahlt haben. Außerdem müssen sie in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge eingezahlt haben. Wer zum Beispiel aufgrund einer selbstständigen Tätigkeit oder einer Familienauszeit längere Zeit keine Beiträge in die Rentenkasse zahlt, verliert unter Umständen seinen Anspruch.

Wer frühverrentet werden möchte, muss einen Antrag bei der Rentenversicherung stellen. Eine andere Möglichkeit ist, dass die Krankenkasse Beschäftigte auffordert, einen Reha-Antrag zu stellen. Dieser Aufforderung müssen sie nachkommen, sagt von der Heide. Wenn ein Gutachter für eine Reha-Maßnahme keine Erfolgsprognose bescheinigt, wird der Reha-Antrag in einen Rentenantrag umgedeutet.

Berufsunfähigkeit absichern

Quelle: n-tv.de

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