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Box-WM in Atlantic CityByrd neuer IBF-Champ

15.12.2002, 08:57 Uhr

Schwergewichtler Chris Byrd hat Altmeister Evander Holyfield nach allen Regeln der Kunst ausgeboxt und sich den vakanten IBF-Weltmeistertitel erkämpft.

Schwergewichtler Chris Byrd hat Altmeister Evander Holyfield nach allen Regeln der Kunst ausgeboxt und sich den vakanten Weltmeistertitel der Internationalen Boxing Federation (IBF) erkämpft. Der 32-jährige Amerikaner besiegte in der Nacht zum Sonntag vor 6.000 Zuschauern in der Boardwalk Hall von Atlantic City seinen acht Jahre älteren Landsmann über 12 Runden einstimmig nach Punkten.

Der Titel war frei geworden, nachdem Promotor Don King ihn vom Inhaber Lennox Lewis (Großbritannien) für eine Million Dollar plus einem Geländewagen abgekauft hatte.

Rechtsausleger Byrd war als 2:1-Favorit in seinen dritten WM-Kampf gegangen und bestimmte das Duell mit seiner Führhand nach Belieben. Er spielte zudem seine Schnelligkeit und Beweglichkeit aus, so dass Byrd von Holyfield nur ganz selten im gefährlichen Infight gestellt werden konnte. Byrd, der im 38. Profikampf seinen 36. Sieg verbuchte, kassierte eine Börse von 2,15 Mio. Dollar. Der unterlegene Ex-Champion wurde mit fünf Mio. Dollar entlohnt.

Vor zwei Jahren hatte Byrd in Berlin die WBO-Weltmeisterschaft erkämpft, als der klar nach Punkten führende Titelverteidiger Vitali Klitschko wegen einer Schulterverletzung vor der zehnten Runde aufgab. Von Wladimir Klitschko wurde Byrd sechs Monate später durch eine Punkt-Niederlage über 12 Runden wieder entthront.

Mit seinem erneuten Triumph verhinderte Byrd, dass Holyfield zum fünften Mal in den Besitz eines WM-Gürtels im Schwergewicht kam. Byrds nächster Herausforderer wird WBA-Weltmeister John Ruiz oder der in die "Königsklasse" aufgestiegene Halbschwergewichts-Champion Roy Jones sein. Die beiden Amerikaner boxen am 1. März in Las Vegas gegeneinander. Holyfield dagegen will weiterhin an seinem Bestreben festhalten, sich mit den drei wichtigsten Titeln WBC, WBA und IBF als unbestrittener Weltmeister aus dem Boxring zu verabschieden.