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Simoni gewinnt BergetappeCipollini steigt aus

22.05.2003, 13:45 Uhr

Mario Cipollini ist nach dem Sturz auf der 11. Etappe des 86. Giro d'Italia aus. Gilberto Simoni baute auf der 12. Etappe seine Gesamtführung aus.

Erst die Quasi-Ausladung bei der Tour de France, dann der Sturz auf der 11. Etappe des Giro d’Italia nur wenige Meter vor der Ziellinie: Weltmeister Mario Cipollini hat vorerst genug und ist bei der Italienschleife ausgestiegen.

„Ich habe die Nacht wegen starker Rückenschmerzen und erheblicher Schwellungen kaum geschlafen und befolge den Rat meines Arztes, der mir eine Pause verordnet hat“, sagte der 36-jährige Italiener: „Bevor die Schwellungen nicht zurückgegangen sind, kann man nicht sagen, ob nicht vielleicht sogar ein Haarriss im Wirbelbereich vorliegt. Davon hängt auch ab, wann ich wieder aufs Rad steigen kann.“

Der 42-malige Giro-Etappensieger war nach 222 km in der letzten Kurve vor dem Ziel in San Dona di Piave auf regennasser Straße vom Ausrutscher des Spaniers Isaac Galvez mitgerissen worden und in die Streckenbegrenzung geprallt. „Ich bin sauer auf die Veranstalter, die kurz vor dem Ziel noch so eine Kurve reinnehmen, aber auch auf Galvez und andere, die im Sprint so riskant fahren“, erklärte Cipollini.

Damit könnte die Karriere des buntschillernden Sprinters, der schon mehrfach seinen Abschied erklärt hatte, nun definitiv zu Ende sein. Die Hoffnungen, bei der Tour vielleicht doch noch dabei zu sein, sind nach der offiziellen Absage auf ein Minimum zusammen geschrumpft. Nur wenn das neu zu gründende Bianchi-Team um Jan Ullrich keine GS-I-Lizenz erhalten würde, könnte Cipollinis Team Domina Vacanze dabei sein.

Unterdessen hat der Italiener Gilberto Simoni durch den Gewinn der 12. Etappe seine Gesamt-Gesamtführung beim 86. Giro d'Italia ausgebaut. Der Sieger von 2001 setzte sich auf den 185 km von San Dona di Piave zur Bergankunft auf dem Monte Zoncolan im Alleingang durch und ver-wies dabei die Mitfavoriten Stefano Garzelli und Francesco Casagrande auf die Plätze zwei und drei.

Mit seinem Antritt im Schlussanstieg 3 km vor dem Ziel distanzierte Simoni seine Konkurrenten und fuhr bei zeitweilig 22-prozentiger Steigung am Ende 34 Sekunden Vorsprung auf Garzelli heraus. In der Gesamtwertung liegt der 31-Jährige 44 Sekunden vor seinem schärfsten Widersacher und bereits 2:23 Minuten vor seinem drittplatzierten Landsmann Andrea Noe.

Der frühere Giro- und Tour-Sieger Marco Pantani erreichte einen achtbaren fünften Rang. Bemerkenswert schlug sich auch der Österreicher Georg Totschnig vom Team Gerolsteiner, der sich mit nunmehr 4:42 Minuten Rückstand auf Simoni auf den siebten Gesamtrang verbesserte.

Nach der ersten schweren Bergetappe folgt am Freitag wieder ein flacher Tagesabschnitt. Das 13. Teilstück führt über 149 km von Pordenone nach Marostica und bietet den Fahrern auch aufgrund der Kürze der Strecke eine kleine Verschnaufpause. Am Samstag geht es allerdings schon wieder ins Hochgebirge mit der Bergankunft in Alpe Pampeago.