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Mit der Nominierung von Manuel Gräfe für das Duell HSV - Wolfsburg hat der DFB unnötigerweise einen Brandherd geschaffen.
Mit der Nominierung von Manuel Gräfe für das Duell HSV - Wolfsburg hat der DFB unnötigerweise einen Brandherd geschaffen.(Foto: picture alliance / Daniel Naupol)
Freitag, 19. Mai 2017

Referee Gräfe und das HSV-Finale: Ex-Schiris empört über "Spiel mit dem Feuer"

Nur dank eines umstrittenen Freistoßpfiffs von Manuel Gräfe hält der Hamburger SV 2015 die Klasse. Nun muss Gräfe das Bundesliga-Relegationsendspiel zwischen dem HSV und Wolfsburg leiten. Ex-Schiedsrichter üben scharfe Kritik.

Die Nominierung des Fifa-Schiedsrichters Manuel Gräfe ausgerechnet für das entscheidende Spiel in der Relegation zwischen dem Hamburger SV und dem VfL Wolfsburg hat in Fußball-Deutschland für Kopfschütteln gesorgt. Die früheren Spitzen-Referees Markus Merk und Bernd Heynemann kritisieren den Deutschen Fußball-Bund scharf für die in einigen Medien als "Spiel mit dem Feuer" gebrandmarkte Ansetzung.

Gräfes Kompetenz ist unbestritten, aber der Druck auf ihn wird ungeheuer groß sein.
Gräfes Kompetenz ist unbestritten, aber der Druck auf ihn wird ungeheuer groß sein.(Foto: imago/Pressefoto Baumann)

"Hätte man mich gefragt, welcher Schiedsrichter für dieses Spiel nicht infrage kommt, wäre ich auf genau einen Namen gekommen", sagte der ehemalige Fifa-Mann Merk der "Hamburger Morgenpost". Und meinte Gräfe. Denn der Berliner, der unbestritten zu den Besten seiner Zunft im Land des Weltmeisters zählt, hatte 2014/15 im zweiten Relegationsspiel des HSV beim Karlsruher SC in der Nachspielzeit einen umstrittenen Freistoß für die Hamburger gegeben. Marcelo Diaz traf, dadurch ging es doch noch in die Verlängerung, in der Nicolai Müller nach dem 1:1 im Hinspiel den HSV zum Klassenverbleib schoss. Gräfes Pfiff wird seitdem kontrovers diskutiert, oft heißt es "kann, aber muss man nicht pfeifen".

Bei jeder Gräfe-Ansetzung für ein HSV-Spiel kocht dieses Thema wieder hoch, oft äußerst unsachlich: So hieß es erst vor drei Wochen vor dem Hamburger Auftritt in Augsburg, wo ebenfalls Gräfe Spielleiter war, dem HSV könne ja nicht viel passieren. Am Ende verloren die Hanseaten 0:4. Das Fachmagazin "Kicker" gab Gräfe die Note 3,5 für "eine ordentliche Leistung mit zwei (nicht spielentscheidenden) Einschränkungen".

20 Schiedsrichter - warum Gräfe?

Das änderte aber nichts daran, dass Gräfe nun wieder in den Fokus gerät. Nicht wegen seiner unbestrittenen fachlichen Qualitäten, sondern wegen der kontroversen Gesamtkonstellation. Heynemann findet die Ansetzung "unglücklich", da Gräfe angesichts der Bedeutung des Spiels für den HSV und für Wolfsburg, das wie Augsburg noch gegen die Relegation ankämpft, im Volksparkstadion enorm unter Druck geraten kann. "Man kann nur hoffen, dass nichts passiert. Wenn in einer entscheidenden Szene etwas passieren sollte, hat der DFB ein Problem", sagte Heynemann "Sport1".

Merk monierte: "Das Wichtigste ist immer, dass der Referee nicht im Fokus steht - sondern das Spiel! Das ist hier, bei aller unbestrittenen Kompetenz von Manuel Gräfe, nicht möglich." Auch die DFB-Begründung, einige Top-Referees stünden derzeit nicht zur Verfügung oder sollen in Kürze andere Top-Spiele leiten, lässt der 55-Jährige nicht gelten. "Es gibt in der Liga 20 Schiedsrichter. Man hätte auf einen anderen zurückgreifen müssen."

Wolfsburg findet "alles okay"

Auch die Trainer der involvierten Klubs mussten sich vor dem Spiel zum Schiedsrichter äußern. "Ich hoffe, dass es keine engen Entscheidungen zum Ausgang des Spiels geben wird. Und wenn es so kommt, hoffe ich auf eine faire und klare Entscheidung eines gutes Schiedsrichters", sagte HSV-Trainer Markus Gisdol - ganz so, als ob eine "faire und klare Entscheidung" nicht selbstverständlich wäre.

Wolfsburgs Andries Jonker meinte: "Die Leute beim DFB machen ihren Job so gut wie möglich. Alles okay." Und ergänzte: "Er (Gräfe) hat uns in Frankfurt gepfiffen, da haben wir gewonnen."

Quelle: n-tv.de

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