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Die Füther Fans feiern ihre Manschaft trotz allem. Über wenigstens einen Heimsieg würden sie sich dennoch freuen.
Die Füther Fans feiern ihre Manschaft trotz allem. Über wenigstens einen Heimsieg würden sie sich dennoch freuen.(Foto: picture alliance / dpa)

Nach dem Abstieg: Greuther Fürth bleibt ganz cool

Der Abstieg kam für die SpVgg Greuther Fürth nicht überraschend. Die Fans haben ihren Verein trotzdem gefeiert, die Chefetage plant längst die nächste Saison. Und obwohl noch nie ein Verein ohne Heimsieg die Saison abschließen musste, bleiben die Fürther gelassen.

Der endgültige "Dolchstoß" kam am viertletzten Spieltag. Durch den 3:0-Sieg des FC Augsburg gegen den VfB Stuttgart stand die SpVgg Greuther Fürth auch rechnerisch als erster Absteiger aus der Fußball-Bundesliga fest. Aber eigentlich, sagte der Fürther Kapitän Mergim Mavraj, sei das gar nicht mehr so wichtig. Gefühlt waren die Franken ja schon vor Wochen abgestiegen. Das ebenso unglückliche wie völlig unnötige 2:3 (1:1) gegen Hannover 96 spielte da kaum noch eine Rolle.

Präsident Helmut Hack hatte es wohl geahnt, dass es auch im 16. Heimspiel nicht zum ersten Sieg reichen würde. Sein Stammplatz auf der Tribüne war verwaist, Hack weilte auf einer Geschäftsreise. Die 15.370 Zuschauer, die gekommen waren, sahen ein Spiel, das sich als Schlussakkord bestens eignete. Mavraj fand es "repräsentativ für die ganze Saison". Fürth kämpfte, spielte bisweilen mitreißend und verlor. Nur einmal hatte sich die Mannschaft abschlachten lassen, beim 1:6 vor zwei Wochen gegen Dortmund. Dreimal verloren sie 0:3, ansonsten: viele verpasste Gelegenheiten.

Fans feiern ihre Fürther trotzdem

Der Stammplatz von Präsident Helmut Hack blieb beim entscheidenden Spiel leer.
Der Stammplatz von Präsident Helmut Hack blieb beim entscheidenden Spiel leer.(Foto: picture alliance / dpa)

So auch gegen Hannover. Nikola Djurdjic glich zweimal aus (41., 83.), "Derbyheld" Johannes Geis traf die Latte (68.), aber die drei Punkte holte der Gast. "Am Ende stehst du wie der Depp da", sagte Bernd Nehrig. Fürth wird sich mit einem Negativrekord aus der Liga verabschieden: Ohne Heimsieg ist noch kein Team abgestiegen, Hertha BSC schaffte in der Saison 2009/2010 nur einen Dreier vor eigenem Publikum.

Eine Zuschauerin fasste die Gefühlslage beim Gehen und in bestem Fränkisch treffend zusammen. "Sie heddn's heit wieder backn kenne." Doch sie packten's nicht. Am 11. Mai gegen den SC Freiburg, sagte Mavraj, müsse man die Sache "anständig zu Ende bringen und den Fans den Dreier schenken, der ihnen so viel bedeutet. Ehrensache!" Diese Fans hatten zuvor eine ebenso beeindruckende Vorstellung geboten. Getreu dem Motto "Abstieg, na und?!" feierten sie ihre Derbysieger. Nach dem Spiel gab es viel Applaus, auch von der bei vielen Klubs kritischen Haupttribüne.

Einige wenige Spieler sanken beim Abpfiff zu Boden, Torwart Hesl kauerte wie einst Oliver Kahn nach einer viel größeren Niederlage am Torpfosten. Es regnete in Strömen, Campino sang die Zeile "walk on through the rain..." aus der Fußballhymne "You'll never walk alone". "Weitermachen!", hieß das.

Verein setzt verstärkt auf junge Profis

Die Planung für die 2. Liga läuft bei Manager Rouven Schröder auf Hochtouren. Mit Nehrig wurde der vierte Spieler (nach Sercan Sararer, Heinrich Schmidtgal und Christopher Nöthe) verabschiedet. Weitere dürften bald folgen. Er plane mit Mavraj, Edgar Prib, Djurdjic und Abdul Rahman Baba, sagte Schröder über vier Wechsel-Kandidaten. Doch er fügte vielsagend hinzu: "In drei Wochen kann viel passieren."

Der gegen Hannover starke Djurdjic (Vertrag bis 2016) hat sich "noch nicht entschieden", wie er sagte: "Als ich herkam, war die Mannschaft Letzter, natürlich kann ich mir vorstellen zu bleiben." Doch auch Djurdjic, der immerhin fünf der elf Fürther Rückrundentore erzielte, hielt sich ein Hintertürchen offen. Er sei ein "ambitious guy", sagte er, also: ein ambitionierter Typ. Die 2. Liga passt da eher schlecht. Mavraj meinte, es sei sein "Charakter, dass ich mich nicht aus dem Staub mache, wenn es ernst wird". Doch auch bei ihm ist nichts sicher. "Der Verein wird sich ja auch Gedanken machen und was Neues auf die Beine stellen wollen", sagte er.

In der Tat. Coach Frank Kramer hob ausdrücklich die vielen jungen Profis hervor. Diese müsse man künftig an ihrer guten Leistung gegen Hannover messen "und ihnen mitgeben, dass sie es noch erfolgreicher machen". Überdies investiert der Verein in Steine. An der Kronacher Hard entsteht bis Herbst ein neues Trainingsgelände, Geschäftsführer Holger Schwiewagner spricht von einem Meilenstein. Ein solcher soll der Abstieg nicht sein - Fürth will bald wiederkommen.

Quelle: n-tv.de

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