Sport
Samstag, 03. Juli 2010

Doping statt Ausrüstung: Landis legt gegen US Postal nach

Die Tour de France beginnt – und Floyd Landis legt mit seinen Doping-Vorwürfen nach: Das US-Postal-Team um Rekord-Toursieger Lance Armstrong habe auf Ausrüstung verzichten müssen, um das exzessive Doping der Radprofis zu finanzieren. Armstrong reagiert prompt.

Floyd Landis lässt nicht locker.
Floyd Landis lässt nicht locker.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Zum Auftakt der Tour de France hat Floyd Landis in einem Interview mit dem Wall Street Journal seine Anschuldigungen zum systematischen Doping im Radsport bekräftigt. Landis wirft seinem ehemaligen Arbeitgeber US Postal in einem Artikel sogar vor, das Team hätte den Fahrern neue Rennräder des Radlieferanten Trek vorenthalten und verkauft, um das Doping-Programm des Rennstalls zu finanzieren.

Während des Rennens Paris-Nizza 2004 brach der Rahmen von Landis' Rad. Auf Nachfrage bei Teamchef Johan Bruyneel soll dieser Landis gesagt haben, es könne nicht ständig neue Räder für alle Fahrer geben. Laut Wall Street Journal habe Landis daraufhin einige Zeit später selbst beim Radhersteller nachgefragt, der ihm im Gespräch versichert habe, es sei genug Material für ungefähr 120 Räder geliefert worden. Nach eigener Rechnung sei Landis darauf gekommen, dass dem Team ungefähr 60 Rennräder fehlten.

Teamkollege bestätigt Aussage

David Clinger, ehemaliger Teamkollege von Landis, bestätigte den Verdacht: "Sie verkaufen die Räder online. Wenn Lance das Rad gefahren hat, bekommen sie 10.000 oder 20.000 Dollar dafür." Später soll Teamchef Bruyneel Landis am Telefon sogar erklärt haben, das Geld aus den Materialverkäufen sei für die Finanzierung des Dopings bestimmt.

Lance Armstrong steht ebenfalls unter Verdacht.
Lance Armstrong steht ebenfalls unter Verdacht.(Foto: REUTERS)

Beide Texte erschienen nur Stunden vor dem Prolog der Frankreich-Rundfahrt. Der Bericht mit der Überschrift "Blutsbrüder" ("Blood Brothers") basiert auf einem exklusiven Interview mit Dopingsünder Landis. Sechs Wochen nach seinem umfassenden Doping-Geständnis wiederholte der 34-Jährige auch die Vorwürfe gegen sein ehemaliges Team US Postal sowie Radsport-Superstar Lance Armstrong. Zudem gab Landis erneut zu, sich einer ganzen Reihe von verbotenen Substanzen bedient zu haben, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

Armstrong wehrt sich

So detailliert wie nie beschrieb Landis, wie Armstrong, andere Teammitglieder und er selbst während der Frankreich-Rundfahrt 2004 leistungssteigernde Bluttransfusionenen bekamen. Armstrong holte sich in dem Jahr den sechsten von insgesamt sieben Tour-Titeln.

Der siebenmalige Toursieger reagierte prompt auf die erneuten Vorwürfe. In einem offiziellen Statement von Armstrong heißt es: "Der Artikel im Wall Street Journal ist voller falscher Anschuldigungen. Hier werden unhaltbare Vorwürfe wiederholt." Zudem würde Landis noch neue Dinge erfinden, so Armstrong weiter: "Landis Glaubwürdigkeit ist wie eine Tüte saurer Milch. Hat man den ersten Schluck genommen, weiß man, dass der Rest auch schlecht ist."

Quelle: n-tv.de

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