1/10 Sekunde zu langsamMaurer schwimmt an Gold vorbei

Nur um eine Winzigkeit verpasst Angela Maurer zum Abschluss der Langstrecken-Wettbewerbe den europäischen Titel über 25 Kilometer. Die Ukrainerin Olga Beresnjewa ist um eine Zehntelsekunde schneller. Mit Silber rettet Maurer dennoch die Bilanz der deutschen Freiwasser-Schwimmer. Und fährt glücklich nach Hause.
Herzschlagfinale ohne Happy-End: Angela Maurer hat zum Abschluss der Freiwasser-Wettbewerbe bei der EM in Ungarn den Titel über 25 Kilometer um einen Wimpernschlag verpasst. In 5:48:10,3 Stunden musste sich die 35 Jahre alte Mainzerin nach einem dramatischen Schlussspurt im Plattensee der Ukrainerin Olga Beresnjewa um eine Zehntelsekunde geschlagen geben.
"So eine knappe Entscheidung habe ich auf 25 km noch nie erlebt. Ich hatte mich schon vorn gesehen, aber beim Anschlag nicht das glücklichere Händchen", sagte die von den Strapazen sichtlich gezeichnete Maurer. Noch Minuten nach der Zielankunft hoffte Maurer auf eine mögliche Ergebniskorrektur - doch vergeblich. Nach einem Zielfoto und einer Kontrolle der Zeitmessung wurde das Resultat offiziell bestätigt.
Zufrieden im Unglück
Trotz des unglücklichen Ausgangs im Kampf um den Titel war Maurer zufrieden. "Ich habe hier meine zweite Medaille gewonnen. Ich kann glücklich nach Hause fahren", sagte die 35-Jährige, die zuvor am Balaton Bronze über die olympische 10-Kilometer-Distanz geholt hatte.
Durch die insgesamt dritte Medaille haben die Langstreckler ihre Zielvorgabe erreicht. Zum Auftakt hatte Thomas Lurz über 10 Kilometer Gold gewonnen. Am Samstag waren die Männer ohne Lurz, der auf sein Debüt über 25 Kilometer wegen der hohen Belastungen verzichtet hatte, ohne Chance. Beim Sieg des Italieners Valerio Clerio belegte Alexander Studzinski (Wiesbaden) Rang 14, EM-Neuling Andreas Waschburger (Saarbrücken) kam auf den 16. Platz.
Beim Synchronschwimmen mussten sich die Flensburgerinnen Edith Zeppenfeld und Wiebke Jeske in ihrem ersten Duett-Finale mit 80,300 Punkten mit dem zwölften und letzten Platz begnügen. Das Maß aller Dinge war einmal mehr die Russin Natalia Ischtschenko, die sich an der Seite ihrer Partnerin Swetlana Romaschina (97,700) den dritten EM-Titel in Budapest sicherte.
Am Montag greift Doppel-Weltmeister Paul Biedermann zu Beginn der Becken-Wettkämpfe in Budapest über 400 Meter Freistil und mit der Staffel über 4x100 Meter ins Geschehen ein. "Ich habe gut trainiert, die Tests sprechen für sich. Jetzt muss ich das nur noch im Wettkampf umsetzen", sagte Biedermann, der mit der Mission Doppel-Gold nach Ungarn gereist ist.