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Husain Abdullah dachte zunächst, der Schiedsrichter habe ihn für seine Spielweise bestraft.
Husain Abdullah dachte zunächst, der Schiedsrichter habe ihn für seine Spielweise bestraft.(Foto: USA Today Sports)

Footballer wegen Gebet bestraft: NFL entschuldigt sich bei Moslem Abdullah

Als ihm nach sechs Jahren in der Football-Liga NFL sein zweiter Touchdown gelingt, fällt der Kansas-City-Spieler Husain Abdullah auf die Knie und hält ein kurzes Gebet ab. Der Verband bestraft den Moslem zunächst für die Geste, rudert nun aber zurück.

Der US-Football-Verband NFL hat sich für die Bestrafung des muslimischen Spielers Husain Abdullah wegen eines Gebetes auf dem Spielfeld entschuldigt. Der Spieler der Kansas City Chiefs hatte bei der Partie gegen die New England Patriots am Montagabend einen Pass von Gegenspieler Tom Brady abgefangen und anschließend einen Touchdown erzielt. In der "Endzone" des Spielfelds beugte er sich daraufhin auf den Boden und vollzog ein kurzes Gebet nach islamischem Ritus.

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Der NFL-Sprecher Michael Signora sagte, dass Abdullah nicht hätte bestraft werden sollen. "Die offizielle Verfahrensweise sieht keine Bestrafung von Spielern vor, die sich aus religiösen Gründen auf den Boden legen", so Signora. Abdullah hatte wegen seines Gebets eine sogenannte 15-Yard-Strafe erhalten, bei welcher der Ball in entsprechender Entfernung von der gegnerischen Endzone platziert und dem Gegner überlassen wird.

Eine religiöse Danksagung der Spieler nach einem Treffer ist beim American Football ebenso wie beim europäischen Fußball keine Seltenheit. Der Spieler Tim Tebow der Denver Broncos wurde in den USA sogar zeitweilig zum Internet-Phänomen, nachdem er sich nach einem Touchdown auf Ritterart auf einem Knie abstütze, wie die US-Zeitung "Washington Post" schreibt.

Jubel ist nicht eindeutig definiert

Der Rat der Amerikanisch-Islamischen Beziehungen, eine US-Bürgerrechtsorganisation, forderte von der NFL, klar Position zu beziehen, um so "den Anschein zu vermeiden, dass mit zweierlei Maß gemessen" werde. Den Regeln des Verbandes besagen, dass "länger andauerndes oder übermäßiges Feiern eines einzelnen Spielers" ein Verstoß sei. Außerdem sei es den Footballern verboten, "ihren Jubel auf dem Boden aufzuführen".  

Das Regelbuch spezifiziert jedoch nicht eindeutig, was Jubeln sein soll. Das Aufführen eines Salsa-Tanzes zum Beispiel sei erlaubt, da man dabei aufrecht steht. Rutscht ein Spieler mit dem Kopf voran in die Endzone, so ist auch dies kein Verstoß, solange es aus einem Spielzug resultiert. Macht jedoch ein Spieler einen Salto in die Endzone und landet auf dem Rücken, so kann er bestraft werden.

Abdullah war zunächst davon ausgegangen, dass der Schiedsrichter ihn für sein Reinrutschen in die Endzone bestraft habe. Der Defensivspieler fügte hinzu, dass er gebetet habe, weil er den zweiten Touchdown in seiner sechsjährigen NFL-Karriere zelebrieren wollte.

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Quelle: n-tv.de

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