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Nach der EM ist Schluss: Theune-Meyer nimmt den Hut

Ende einer erfolgreichen Ära: Tina Theune-Meyer hat überraschend ihren Rückzug als Cheftrainerin der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft zum Ende der Europameisterschaft in England (5. bis 19. Juni) erklärt. "Meine Entscheidung stand schon seit längerem fest. Ich will mal etwas anderes machen", kommentierte die 51 Jahre alte Fußball-Lehrerin beim DFB-Hallen-Pokal in Bonn ihren Entschluss, der nur Insidern seit einiger Zeit bekannt war.

"Meine ganze Konzentration gilt aber der Vorbereitung der Mannschaft auf die EM-Endrunde. Bis dahin werde ich meinen Job, der mir noch immer viel Spaß macht, mit der gleichen Intensität und Energie ausführen wie bisher."

Wie der Geschäftsführende Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Theo Zwanziger, in Bonn bestätigte, wird die bisherige Assistenz- und U 19-Trainerin Silvia Neid die Nachfolge als Cheftrainerin des Welt- und Europameisters antreten. "Ich freue mich über das Vertrauen, das der DFB in mich setzt. Es müssen nur noch Details abgesprochen werden", sagte die 40 Jahre alte Neid, die den deutschen Nachwuchs bei der U 19-WM in Thailand im Vorjahr zum WM-Titel geführt hatte. Die Wachablösung muss noch auf der DFB-Präsidiumssitzung am 4. Februar offiziell beschlossen werden.

Die genauen Hintergründe von Theune-Meyers Rückzug sind noch unklar. Im Dunkeln blieb bisher, ob der DFB der erfolgreichsten Trainerin der Welt überhaupt ein Angebot zur Verlängerung ihres am 31. Juli 2005 auslaufenden Vertrags unterbreitete. Es bleibt ein bitterer Beigeschmack. Immerhin soll Theune-Meyer dem DFB laut Zwanziger in "verantwortungsvoller Position" erhalten bleiben: "Wir wollen die Stärken einer solchen Fachfrau weiter nutzen."

Die in Kleve geborene Diplom-Sportlehrerin war 1985 die erste Frau, die die Fußball-Lehrer-Lizenz in Köln erwarb. 1986 heuerte sie beim DFB an. Zehn Jahre war die als schüchtern geltende Theune-Meyer Assistentin von Cheftrainer und Fußball-Lehrer-Ausbilder Gero Bisanz, ehe sie 1996 nach den Olympischen Spielen von Atlanta dessen Erbe bei der Frauen-Nationalelf antrat. Mit Akribie und Fachwissen führte sie die DFB-Elf gemeinsam mit Neid an die Weltspitze, weckte den deutschen Frauenfußball aus dem Dornröschenschlaf, und verhalf ihm durch zahlreiche Erfolge und sympathisches Auftreten zu großer Anerkennung in der Öffentlichkeit.

An allen fünf EM-Titeln (1989, 1991, 1995, 1997, 2001) war Theune-Meyer beteiligt, bei den letzten beiden Siegen in leitender Position. Weitere Erfolge waren die Vize-Weltmeisterschaft 1995 und die beiden olympischen Bronzemedaillen 2000 und 2004. Der Höhepunkt ihrer Laufbahn war der Triumph bei der Weltmeisterschaft 2003 in den USA. Nun will Theune-Meyer, deren Entschluss beim Oddset-Cup (Sieger Turbine Potsdam) bekannt wurde, mit dem EM-Titel in diesem Sommer ihre einmalige Erfolgsbilanz abrunden.

Quelle: n-tv.de

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