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Beim Super-G von Cortina fährt Lindsey Vonn allen davon.
Beim Super-G von Cortina fährt Lindsey Vonn allen davon.(Foto: dpa)

Vier Kreuzbandrisse in Kitzbühel: Vonn auf Rekordkurs, Dopfer glücklich

Lindsey Vonn ist das Nonplusultra in den Speed-Disziplinen, beim Super-G in Cortina feiert sie ihren 75. Weltcup-Sieg. Damit könnte bald eine als unerreichbar geltende Bestmarke fallen. Beim Herren-Slalom in Kitzbühel wird Fritz Dopfer Dritter - und Giuliano Razzoli hat Riesenpech.

Mit zwei Siegen hat Lindsey Vonn ihre Gegnerinnen mal wieder ein Wochenende lang zu Statistinnen degradiert - für Viktoria Rebensburg fühlte sich ein dritter Platz beim Super-G von Cortina aber ebenso wie ein Erfolg an. Mit dem ersten Speed-Podium der Saison untermauerte die Deutsche ihre starke Form und lässt für die nächsten Rennen - etwa Anfang Februar in Garmisch - hoffen. "Ich bin sehr zufrieden", sagte Rebensburg. "Es hat für das Podium gereicht. Ich bin happy, es ins Ziel gebracht zu haben."

Lindsey Vonn feiert ihren nun schon 75. Weltcup-Sieg.
Lindsey Vonn feiert ihren nun schon 75. Weltcup-Sieg.(Foto: dpa)

Das Maß der Dinge im Damen-Weltcup aber bleibt Vonn, die in Abfahrt und Super-G ihre Weltcup-Siege 74 und 75 feierte und nur elf Erfolge von der einst als unerreichbar geltenden Bestmarke des Schweden Ingemar Stenmark (86) entfernt ist. "Es ist unglaublich", meinte die Amerikanerin, die sich bei traumhaften Bedingungen die Weltcup-Gesamtführung von der Schweizerin Lara Gut zurückholte. Zweite wurde Tina Weirather aus Liechtenstein.

Für Vonn läuft es derzeit auf der Piste so gut wie selten zuvor: Am Samstag krönte sie sich zur alleinigen Abfahrts-Rekordsiegerin (37) vor Annemarie Moser-Pröll (36), nun schnappte sie sich durch den elften Erfolg den Cortina-Rekord von Renate Götschl (10). Sie steht bei aktuell acht Saisonsiegen. Längst wird die 31-Jährige nur noch an Stenmark gemessen, dessen Rekord für die unaufhaltsame Speed-Spezialistin wohl schon im nächsten Winter möglich ist. Aber die ständigen Vergleiche mit dem Schweden nerven Vonn. "Das ist mehr im Kopf, als ich möchte", sagte sie am Samstag.

Überhaupt gab sie am Tag ihrer Abfahrts-Bestmarke auf beeindruckende Weise Einblick in ihr Gefühlsleben, das mit der strahlenden Siegerin auf den Podesten rund um den Globus oft nicht viel zu tun hat. "Ich bin sehr einsam, um ehrlich zu sein", berichtete Vonn, die seit Jahren täglich Anti-Depressiva nehmen muss.

Dopfer strahlt nach verpasstem Sieg

Fritz Dopfer lag nach dem ersten Durchgang auf Rang 1 in Kitzbühel, am Ende wurde er Dritter.
Fritz Dopfer lag nach dem ersten Durchgang auf Rang 1 in Kitzbühel, am Ende wurde er Dritter.(Foto: imago/GEPA pictures)

Während Vonn dauersiegt, wartet Fritz Dopfer weiter auf seinen ersten Weltcup-Sieg. Beim Slalom-Klassiker in Kitzbühel verpasste er seinen ersten Premieren-Triumph. Der 28 Jahre alte WM-Zweite aus Garmisch belegte auf dem berühmten Ganslernhang im österreichischen Ski-Mekka den dritten Rang hinter den beiden derzeit weltbesten Slalom-Läufern Henrik Kristoffersen (Norwegen) und Marcel Hirscher (Österreich). Kristoffersen fuhr von Rang zwölf nach dem ersten Lauf noch zu seinem fünften Sieg im sechsten Slalom der Saison.

"Platz drei da runter, genial! Es war richtig schwierig, ein Kampf von oben bis unten. Aber ich habe mich super ins Zeug gelegt", sagte Dopfer in der ARD: "Dritter Platz in Kitzbühel, hey, wenn mir das jemand vorher gesagt hätte, hätte ich das sofort unterschrieben." Nach dem ersten Lauf hatte Dopfer noch in Führung gelegen, am Ende fehlten ihm 0,45 Sekunden zum ersten Sieg.

Vierter Kreuzbandriss in Kitzbühel

Einen bitteren Slalom-Klassiker erlebte Vancouver-Olympiasieger Giuliano Razzoli. Nach Angaben des italienischen Skiverbandes zog er sich bei seinem Sturz in Kitzbühel einen Kreuzbandriss zu. Razzoli war als Startläufer auf dem anspruchsvollen Ganslernhang bereits nach wenigen Toren zu Fall gekommen, es war der fünfte schwere Rennunfall an einem grenzwertigen Rennwochenende in Österreichs Ski-Mekka.

Bei der Abfahrt auf der Streif am Samstag hatten bereits Aksel Lund Svindal (Norwegen) und der Österreicher Georg Streitberger bei schweren Stürzen unter anderem Kreuzbandrisse erlitten. Am Donnerstag war dort schon dessen Teamkollege Florian Scheiber zu Fall gekommen - ebenfalls Kreuzbandriss. Hannes Reichelt (Österreich) hatte Glück im Unglück: Er kam nach seinem Crash mit einer Knochenstauchung davon.

Quelle: n-tv.de

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