Technik

Richtlinien für neues Internet-Protokoll: Anonym surfen trotz IPv6

Weil die sogenannten IP-Adressen knapp werden, muss ein neues Internet-Protokoll her. IPv6 heißt der Standard, an dem schon lange eifrig gebastelt wird. Der sorgt für quasi unendliche Netz-Adressen - und für Bedenken der Datenschützer.

Fordert Aufklärung über den neuen Standard IPv6: Bundesdatenschutzbeauftragter Peter Schaar.
Fordert Aufklärung über den neuen Standard IPv6: Bundesdatenschutzbeauftragter Peter Schaar.(Foto: picture alliance / dpa)

Bei der Internet-Nutzung soll es auch künftig keine persönliche Identifizierung aufgrund der IP-Adresse geben. So lautet die Kernaussage von jetzt veröffentlichten Richtlinien, die der Deutsche IPv6-Rat zusammen mit dem Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar aufgestellt hat.

IPv6 ist ein neuer Standard, der jetzt eingeführt wird, um den nahezu erschöpften Vorrat an verfügbaren IP-Adressen des bisherigen Protokolls IPv4 so sehr auszuweiten, dass nicht nur Computer, sondern auch alle möglichen anderen Geräte über das Netz adressiert werden können. In dem neuen  Protokoll besteht jede Internetadresse nicht wie bislang aus 32, sondern aus 128 Ziffern. Dadurch sind 340 Sextillionen Adressen  möglich. Der IPv6-Rat ist ein Forum der Internet-Wirtschaft mit Wissenschaft und Verwaltung.

Surfer sollen anonym bleiben können

Der Nutzer erwarte von den Internet-Providern und den Herstellern von Netzwerktechnik wie einem DSL-Router, dass "die Möglichkeit einer dauerhaften Identifikation bei der Nutzung von Ressourcen und Diensten im Internet gegenüber Dritten weitgehend" verhindert werden könne. Anders ausgedrückt: Surfer sollen anonym bleiben können.

Die dafür erforderlichen Techniken seien vorhanden und müssten entsprechend angeboten werden, heißt es in den Empfehlungen. Wichtig sei "eine umfassende Sensibilisierung und Aufklärung der Nutzer für einen verantwortungsbewussten Umgang mit persönlichen Daten", erklärte der Vorsitzende des IPv6-Rates, der Informatik-Professor Christoph Meinel in Potsdam.

Mit IPv6 und der damit verbundenen massiven Ausweitung der Zahl möglicher Internetadressen wird es möglich, jedes ans Internet angeschlossene Gerät auf Dauer zu identifizieren. "Die Internet-Adresse wird zu einer Art unverwechselbarem Identifikationsmerkmal des entsprechenden Geräts", sagte Schaar unlängst auf auf einem Fachsymposium. Deshalb müsse man sich Gedanken machen, wie die Privatsphäre auch in Zeiten von IPv6 geschützt werden könne.

Quelle: n-tv.de

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