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Lustiges Bild, ernstes Thema: Viele Antivirus-Apps sind selber bösartig.
Lustiges Bild, ernstes Thema: Viele Antivirus-Apps sind selber bösartig.(Foto: imago/Christian Ohde)

Trojaner-Angst nützt Betrügern: Antivirus-Apps enthalten oft selbst Malware

In den App-Stores von Apple und Google gibt es einige betrügerische Apps, die sich als Antivirus-Software ausgeben. In Wahrheit enthalten sie aber selbst Malware oder Trojaner - oder wollen einfach nur viel Geld.

Kaum vergeht eine Woche ohne neue Schreckensmeldungen über gefährliche Viren, Malware und Erpresser-Trojaner, die weltweit zahllose Internetnutzer bedrohen. Dass man sich da so gut wie möglich schützen möchte, ist verständlich, doch Betrüger nutzen die Sorgen argloser PC- und Handynutzer gerne aus. Wer nicht aufpasst, fängt sich mit einem vermeintlichen Virenschutz möglicherweise überhaupt erst einen Trojaner ein.

Es ist noch nicht lange her, dass der Erpresser-Trojaner WannaCry auf der Bildfläche und auf den Bildschirmen zahlreicher unvorsichtiger Nutzer auftauchte. Jetzt meldet "Cnet", dass Betrüger die Angst vor WannaCry nutzen, um arglose iPhone- und Android-Nutzer abzuzocken. Die Betrüger versuchen über Apps, die sich als Virenschutz ausgeben, iPhone-Nutzer zu teuren In-App-Käufen zu drängen oder Trojaner auf ihren Smartphones einzuschleusen. Die Ironie: WannaCry hat es gar nicht auf Smartphones abgesehen.

Malware als Virenschutz getarnt

Trotzdem haben es gleich mehrere Apps in Apples App Store und in Googles Play Store geschafft, die aus der Angst der Nutzer Kapital schlagen. Die Sicherheitsexperten von Mcafee entdeckten Ende Mai eine ganze Reihe solcher Malware-Apps, die sich als Virenschutz ausgeben – das deute auf einen wachsenden Trend hin, warnt "Cnet".

Auch die Sicherheitsfirma RiskIQ fand in beiden App Stores eine Reihe von gefährlichen Apps, die sich als Handy-Schützer tarnten - allesamt Fälschungen, vollgepackt mit Adware, Trojanern und Malware. Manche davon waren extrem neugierig und wollten zum Beispiel das Entsperr-Passwort der Nutzer wissen.

Von 4292 untersuchten Antivirus-Apps lösten 525 einen Alarm aus, zitiert Cnet aus den Forschungsergebnissen von RiskIQ. Damit ist jede zehnte Antivirus-App gefährlich. Die meisten Apps kamen aus Googles Play Store.

Aber auch in Apples App Store gibt es bösartige Anwendungen, die sich ein harmloses Gesicht geben. Eine von ihnen schaffte es bis in die Top Ten der Apps mit dem meisten Umsatz, berichtet "heise". Sie heißt "Mobile protection :Clean & Security VPN" (sic!) und versucht den Nutzer zu einem 100-Dollar-In-App-Kauf einer Antivirus-Lösung zu bewegen. Scheinbar erfolgreich - Technik-Experte Johnny Lin ermittelte bei "Medium", dass der Programmierer der App im Monat rund 80.000 Dollar mit seiner Fake-App verdiente.

Inzwischen ist sie aus dem App Store verschwunden, doch sie war lange genug dort, um viel Schaden anzurichten. Geholfen hat ihr übrigens Apples App-Store-Suchreklame, wo Entwickler ihre App gegen Bezahlung anpreisen können.

Quelle: n-tv.de

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