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In Berlin eröffnet am Kurfürstendamm Deutschlands größter Apple Store.
In Berlin eröffnet am Kurfürstendamm Deutschlands größter Apple Store.(Foto: kwe)

Berlin hat jetzt den Größten: Apple Store öffnet am Ku'damm

Von Klaus Wedekind

Von Hamburg bis München gibt es quer durch die Republik schon zehn deutsche Apple Stores. Die Hauptstadt musste allerdings bisher ohne einen der Kult-Shops auskommen. Ab dem 3. Mai haben jetzt aber auch die Berliner einen Apple Store - und zu ihrer Genugtuung ist es der größte Deutschlands.

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Man könnte meinen, ein Apple Store sei weiter nichts besonderes. Schließlich kann man iPhone, iPad oder Mac auch in anderen Elektronikmärkten kaufen. Trotzdem ist die Eröffnung einer Apple-Store-Filiale jedes Mal ein Ereignis und für eingefleischte Fans sogar ein Fest. Auch Berlin bekommt jetzt eine Filiale - rund viereinhalb Jahre nachdem der erste deutsche Store in München startete. Am 3. Mai um 17 Uhr eröffnet Apples jetzt größtes deutsches Ladengeschäft.

Apple hat sich wie immer eine sehr gute Adresse ausgesucht. Der neue Apple Store befindet sich im ehemaligen "Haus Wien" am Kurfürstendamm 26. Das 1912 im Stil des Wilhelminischen Klassizismus errichtete Gebäude beherbergte bis ins Jahr 2000 ein Kino und wurde anschließen nur sporadisch als Kaufhaus oder für eine Kunst-Ausstellung genutzt.

Zwei Jahre Bauzeit

Seit 2011 war es ein offenes Geheimnis, dass Apple das "Haus Wien" übernommen hatte, doch bis Ende April war nicht klar, wann dort der Store eröffnet wird - Apple kann eben gut Geheimnisse bewahren.

Jetzt sieht das Haus in der Kurfürstenstraße 26 wieder wie vor rund 100 Jahren aus und nur zwei kleine Apple-Logos zeigen, was Besucher jetzt hinter den grauen Mauern erwartet. Im Erdgeschoss befindet sich der Verkaufs- und Beratungsraum, im oberen Stockwerk finden in einem Kinosaal Veranstaltungen statt und für Geschäftskunden steht dort ein großzügiger Besprechungsraum zur Verfügung.

Deutsche Eiche, keine Glastreppe

Die Räume sind dabei durchweg schlicht gehalten: unten graue Wände, grauer Steinboden, oben weiße Wände und Parkettboden. Dazu massive Eichentische, auf denen Apple seine Produkte präsentiert und von Kunden ausprobieren lässt. Der für die Stores zuständige US-Manager Steve Cano betonte bei der Presseführung, Apple habe für die Renovierung den Original-Sandstein verwendet und die Tische seien ausschließlich aus deutscher Eiche gefertigt. Eine der berühmten Glastreppen sucht man im Kurfürstendamm 26 vergeblich, da das historische Treppenhaus renoviert wurde.

Apple-Manager Steve Cano ist stolz auf die Tische aus deutscher Eiche.
Apple-Manager Steve Cano ist stolz auf die Tische aus deutscher Eiche.(Foto: kwe)

Apple betreibt jetzt weltweit insgesamt 406 Apple Stores, davon 81 in Europa. Im Mai 2001 eröffneten in Kalifornien die beiden ersten Filialen. Nicht wenige Experten hielten den Schritt für Apples letzten, da es dem Unternehmen damals nicht gut ging und kaum abzusehen war, dass die hohen Kosten für Umbau und Miete mit damals nur vier Produkten (iBook, PowerBook G4, iMac und Power Macintosh G4) zu decken waren, geschweige denn Gewinn zu erwirtschaften war. Zum Glück für Apple erschien aber 2001 der erste iPod, der zu einem enormen Verkaufserfolg wurde.

Der Kunde ist König

Doch Steve Jobs' Konzept eines durchdesignten Stores, der überall auf der Welt prinzipiell gleich aussieht und geführt wird, ging auch aus anderen Gründen auf. Vor allem das Prinzip, nicht in erster Linie Produkte zu verkaufen, sondern sie Kunden "erleben" zu lassen, unterschied die Apple Stores von anderen, erfolglosen Computergeschäften.

Apple hat auch an einen Platz für Kinder gedacht - natürlich mit iPads.
Apple hat auch an einen Platz für Kinder gedacht - natürlich mit iPads.(Foto: kwe)

Außerdem punkten die Shops durch einen fast schon nervigen Service. Die Zahl der Verkäufer ist so groß, dass Kunden meistens sofort einen Ansprechpartner finden. In Berlin arbeiten mehr als 200 Männer und Frauen, die zusammen 18 Sprachen beherrschen sollen.

Store-Besucher erhalten kostenlose und geduldige Beratung bei allen technischen Fragen und können gratis an Workshops teilnehmen. Haben sich Kunden zum Kauf eines Gerätes, Software oder Zubehör entschieden, müssen sie sich an keiner Kasse anstellen, jeder Store-Mitarbeiter hat ein mobiles Kreditkarten-Lesegerät.

Die Kasse stimmt

Auch wenn sich vor allem Fans über die Apple Stores freuen, lockt das US-Unternehmen mit diesen Geschäften auch zahlreiche Neukunden an. Laut "Macwelt" geht in den Stores jeder zweite Mac an einen Käufer, der zuvor keinen Apple-Rechner hatte. Keine andere Ladenkette soll mehr Umsatz pro Quadratmeter erwirtschaften als die Apple Stores. Insgesamt erzielte das Unternehmen nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr in seinen Ladengeschäften weltweit einen Umsatz von rund 14,4 Milliarden Euro.

Quelle: n-tv.de

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