Technik
(Foto: Motorola, Apple, kwe)

Patent-Urteil erlaubt Verkaufsverbot: Apple bedroht Motorola

Nachdem zuletzt Motorola im Patentkrieg mit Apple deutliche Geländegewinne erzielen konnte, gewinnt nach einem Urteil des Landgerichts München wieder der iPhone-Hersteller die Oberhand. Motorola verletzt mit seiner Art, den Bildschirm zu entsperren ein Apple-Patent, das zu einem Verkaufsverbot führen könnte. Doch Google hat bereits eine Lösung parat.

Apple hat nach anfänglichen Rückschlägen in seinem Patentkonflikt mit Motorola in Deutschland jetzt auch ein Urteil gegen den Konkurrenten in der Hand. Das Landgericht München I stellte die Verletzung eines Apple-Patents auf das Lösen der Bildschirmsperre per Fingerbewegung ("Slide to unlock") fest. Es geht um die Methoden, die Motorola bei seinen Smartphones einsetzt. Eine Verletzung des Apple-Patents bei den Freischalt-Gesten auf dem Tablet Xoom erkannte das Gericht hingegen nicht.

Apple könnte mit diesem Urteil den Absatz von Motorola-Smartphones in Deutschland stoppen lassen. Für Motorola wäre es kein allzu großer Schlag - die Verkäufe in Deutschland sind eher gering. Allerdings zählt auch, dass Apple jetzt ebenfalls ein Patentverletzungsurteil gegen den Konkurrenten in seinem Arsenal hat. Vor knapp zwei Wochen hatte Apple zeitweise den Internet-Verkauf einiger Modelle seiner iPhones und iPads stoppen müssen, weil das Landgericht Mannheim die Verletzung eines Motorola-Patents für den Funkstand GPRS festgestellt hatte. Motorola setzte sich in Mannheim auch bei einem weiteren Patent durch, dass von Apples Online-Speicherdienst iCloud verletzt werde.

Google beantragt eigene Patente

Das Urteil gegen Motorola könnte Apple im Prinzip gegen alle Android-Handys einsetzen. Doch offenbar hat Google bereits eine Lösung des Problems vorbereitet. Das Blog "Engadget" hat bei "Patently Apple" einen Patentantrag von Google entdeckt, der eine Entsperrtechnik beschreibt, wie man sie in ähnlicher Form bereits von HTC-Telefonen mit der Benutzeroberfläche Sense 3.0 kennt. Dabei zieht der Nutzer das Symbol einer Anwendung an einen bestimmten Punkt, wodurch der Bildschirm entsperrt und das Programm gestartet wird. Außerdem könnten Android-Handys künftig per Spracherkennung entsperrt werden. In Android 4 (Ice Cream Sandwich) wird beim Galaxy Nexus bereits die Gesichtserkennung als Unlock-Methode angeboten. Allerdings funktioniert dies noch nicht zufriedenstellend.

Ob und wann Google die alternativen Bildschirmentsperrungen umsetzt, ist noch offen. Nach dem Motorola-Urteil könnte es aber durchaus sein, dass sie bereits in einem Ice-Cream-Sandwich-Update implementiert werden.

Quelle: n-tv.de

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