Technik
Eile mit Weile. Hier kommt wohl kein Gedrängel auf.
Eile mit Weile. Hier kommt wohl kein Gedrängel auf.(Foto: REUTERS)

Nachfrage nach iPhone 5 schwächelt: Apple bestellt weniger Bauteile

Das neue iPhone 5 ein Ladenhüter? Kaum zu fassen. Fest steht aber: Apple fährt die Bestellungen von Bauteilen drastisch zurück. Einem Bericht zufolge gibt es einen klaren Zusammenhang zur dümpelnden Nachfrage. Apple bestelle bei seinen Zulieferern deshalb nur noch halb so viele Displays wie geplant.

Video

Apple hat seine Bestellungen für Bauteile des iPhone 5 wegen einer unerwartet schwachen Nachfrage zurückgefahren. Das berichten Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Die Aufträge für Displays für das neue iPhone zum Beispiel seien deshalb für das erste Quartal auf rund die Hälfte der Menge gesunken, die das Unternehmen ursprünglich anvisiert hatte.

Auch für andere Komponenten habe Apple die Auftragsmengen verringert  und die Zulieferer im vergangenen Monat darüber informiert, heißt es. Die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" hatte zuerst darüber berichtet. Apple-Vertreter waren zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Berichte über niedrigere Apple-Bestellungen bei Zulieferern tauchen zwar immer wieder auf und bedeuten oft nicht so viel: Manchmal werden die Aufträge lediglich umgeschichtet, andere Male können gleichzeitig schon Komponenten für neue Modelle bestellt werden. Diesmal brachten die Quellen der Zeitung den Rückgang aber direkt mit einer schwächer als erwarteten Nachfrage in Verbindung.

Konkurrenz sitzt im Nacken

Apple trifft das in einer Situation, in der sich der Konzern zunehmenden durch Samsung Electronics und andere Smartphone-Hersteller herausgefordert sieht, deren Geräte mit dem Android-Betriebssystem von Google laufen.

Seit Apple im Jahr 2007 das erste iPhone auf den Markt gebracht hat, hat der Konzern auf dem Markt für Smartphones die Richtung vorgegeben. Inzwischen ist der Samsung-Konzern, der diverse Android-Modelle zu unterschiedlichsten Preisen anbietet, vorbeigezogen und ist jetzt nach Marktanteilen der führende Smartphone-Verkäufer der Welt. Zudem wächst die Nachfrage für günstige Geräte von chinesischen Herstellern wie Huawei Technologies.

Im dritten Quartal 2012 erreichte Apple einen Anteil von 14,6 Prozent an den weltweiten Smartphone-Auslieferungen. Im Schlussquartal 2011 und im Auftaktquartal 2012 hatte der Anteil nach Daten von IDC jeweils noch bei einem Höchstwert von 23 Prozent gelegen. Samsungs Marktanteil dagegen stieg im dritten Quartal auf 31,3 Prozent. Zum Vergleich: Zwei Jahre zuvor standen die Südkoreaner lediglich für 8,8 Prozent der Verkäufe.

Samsung punktet mit Galaxy

Samsung hatte in der vergangenen Woche für das vierte Quartal 2012 einen weiteren operativen Rekordgewinn angekündigt, womit der Konzern das beste Jahr seiner Geschichte krönen würde. Zu verdanken hat er das dem starken Absatz bei Smartphones der Galaxy-Reihe. Das Unternehmen erwartet für das Schlussquartal umgerechnet einen operativen Gewinn zwischen 8,1 und 8,5 Mrd. Dollar.

Apple wird seine Zahlen am 23. Januar vorlegen. Das iPhone 5, das im September auf den Markt kam, zeigt sehr deutlich das Bemühen des Konzerns, seine führende Position trotz des wachsenden Wettbewerbsdrucks zu behalten. Das neue iPhone hat ein längeres, vier Zoll großes Display. Alle Vorgängermodelle mussten mit 3,5 Zoll auskommen.

Zu den Unternehmen, die die Displays für Apple fertigen, zählen Sharp und Japan Display Co. aus Japan sowie die koreanische LG Display, berichten Insider. Als das iPhone 5 herauskam, hatte es noch Sorgen gegeben, dass die Zulieferer nicht genügend produzieren könnten, um mit der Nachfrage Schritt zu halten.

Geringe Bestellungen von Apple könnten auch die Ergebnisse der Komponentenhersteller im ersten Quartal beeinträchtigen, von denen einige stark von dem US-Unternehmen abhängen. Die Tatsache, dass einige Bauteile des iPhone maßgeschneidert sind, macht es den Zulieferern schwer, kurzfristig andere Käufer dafür zu finden. Vor allem für Sharp kommt das zur Unzeit: Der Konzern ist finanziell wegen Verlusten im TV-Geschäft und schrumpfenden Barmitteln schwer angeschlagen.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen