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Wer den Home-Button eines iPhone 6 oder 6s von einer nicht autorisierten Werkstatt wechseln lässt, lebt gefährlich.
Wer den Home-Button eines iPhone 6 oder 6s von einer nicht autorisierten Werkstatt wechseln lässt, lebt gefährlich.(Foto: kwe)

Fehler 53 bei Drittwerkstatt: Apple schießt reparierte iPhones ab

Zahlreiche iPhone-Nutzer sehen nach einem iOS-Update den Fehlercode 53 und können ihr Gerät nicht mehr nutzen. Sie hatten das Smartphone wegen eines Problems mit dem Home-Button zur Reparatur in eine unabhängige Werkstatt gegeben, was Apple so nicht akzeptiert.

Ein Artikel des "Guardian" verursacht in diesen Tagen großen Wirbel. Die britische Zeitung hatte berichtet, tausende iPhone-Besitzer könnten ihr Gerät nicht mehr nutzen, nachdem sie es zur Reparatur des Home-Buttons in Werkstätten gegeben hatten. Zunächst habe das Smartphone noch einwandfrei funktioniert, erst nach einem Update habe sich das Gerät mit dem Hinweis auf "Fehler 53" verabschiedet. Ein freischaffender Fotograf, der sein iPhone bei einem Einsatz in Mazedonien in eine Werkstatt gab, ist einer der Betroffenen. Er berichtete dem "Guardian", im Londoner Apple Store habe man ihm mitgeteilt, eine Reparatur sei nicht möglich. Der Mann kaufte sich zähneknirschend ein Ersatzgerät.

Fast alle Fehler-53-Fälle haben eins gemeinsam: Die iPhones wurden in eine von Apple nicht autorisierte Werkstatt gegeben. In einer Stellungnahme teilte Apple dem "Guardian" mit, man nehme die Sicherheit der Kunden sehr ernst. Fehler 53 werde ausgelöst, wenn das Betriebssystem feststelle, dass der Fingerabdrucksensor im Home-Button nicht korrekt zu den anderen Komponenten passt. Das Gleiche schreibt Apple auf einer Support-Seite. Wer den Fehler sieht, nachdem Teile von Drittanbietern ausgetauscht wurden, wird dort aufgefordert, sich nach den Preisen für Reparaturen ohne Garantiefall zu erkundigen.

Ärgerlich, aber bekannt

Die Sicherheitsmaßnahme ist grundsätzlich in Ordnung, denn so verhindert Apple, dass nach einem Diebstahl Unbefugte auf Funktionen wie Apple Pay zugreifen können. "Guardian"-Reporter Samuel Gibbs kritisiert auf Twitter allerdings, Apple müsse seine Kunden warnen und sie nicht einfach ins offene Messer laufen lassen. Sam Lionheart vom bekannten Dienst iFixit weist außerdem darauf hin, dass es für die Sicherheit nicht nötig sei, das iPhone gleich komplett unbrauchbar zu machen. Es sei ausreichend, die Touch ID zu deaktivieren.

Die Kritik ist wohl berechtigt, guten Reparaturwerkstätten sollte das Problem aber nicht ganz neu sein. So weist beispielsweise der deutsche Repairstore schon seit September vergangenen Jahres darauf hin, dass die Reparatur eines beschädigten Home-Buttons fast unmöglich ist: "Das große Problem ist der Fingerabdruckscanner. Dieser kann nicht ersetzt werden, da aus Sicherheitsgründen der Homebutton bzw. TouchID mit der Platine verheiratet ist. Das bedeutet, nur die zwei Bauteile zusammen können funktionieren."

Quelle: n-tv.de

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