Technik
Sieht aus wie das iPhone 5S: Apple hat in Cupertino das iPhone SE vorgestellt.
Sieht aus wie das iPhone 5S: Apple hat in Cupertino das iPhone SE vorgestellt.

Event mit kleinen Überraschungen: Apple zeigt iPhone SE und iPad Pro

Von Johannes Wallat

Apple zeigt in Cupertino im kleinen Rahmen gleich zwei neue Produkte, das iPhone SE und das kleine iPad Pro. Das große Spektakel bleibt beim Event aus, doch Apple weiß mit Details zu überraschen.

Bei Apples jüngstem Event in Cupertino bleiben die großen Überraschungen aus. Highlights haben die Kalifornier zwar im Programm, doch die letzte Apple-Veranstaltung in der kleinen Town Hall von Cupertino mit ihren rund 300 Plätzen ist von familiärer Natur - der Zwischenapplaus klingt mehr wie ein plätschernder Bach als wie ein tosender Fluss, die Apple-Vertreter sprechen ruhig und getragen, von Effekthascherei keine Spur.

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Stattdessen beginnt das gut einstündige Event damit, dass Tim Cook die Verantwortung seines Konzerns über die Daten und die Privatsphäre seiner Kunden betont - ein Kommentar zum aktuellen Konflikt zwischen Apple und dem FBI um das Knacken eines verschlüsselten iPhones. Dann folgen Beiträge zu Apples Umweltbewusstsein und dem Bestreben, so weit wie möglich auf erneuerbare Energien zu setzen, alte Geräte wiederzuverwenden oder Einzelteile zu recyclen. Auch das Thema Gesundheit bekommt viel Raum. Doch das Interesse der meisten Zuschauer dürfte wohl den neuen Produkten gelten, von denen in den letzten Tagen und Wochen im Netz ständig die Rede war.      

Neue Armbänder

Die Apple Watch ist das erste Produkt, das Firmenchef Tim Cook in den Fokus rückt. Im Vorfeld war spekuliert worden, ob es wohl ein Nachfolgemodell zur Smartwatch gibt. Doch vorgestellt werden nur neue Armbänder, unter anderem eines aus gewobenem Nylon. Den Startpreis für die Apple Watch senkt Apple auf 299 Dollar. Nächstes Produkt: Apple TV. Auch hier nichts Bahnbrechendes. Tim Cook wiederholt seinen Satz, dass Apps die Zukunft des Fernsehens seien und zeigt die Kernfunktionen von Apples TV-Plattform mit seinem Betriebssysterm tvOS und der Sprachsteuerung Siri. Neu sind unter anderem Ordner, in denen man seine Apps ordnen kann. Nutzernamen und Passwörter können diktiert werden - kurzer Szenenapplaus. Ein Update für tvOS wird sofort zur Verfügung gestellt.

Nachschub im 4-Zoll-Bereich

Jetzt auch in klein: Das neue iPad Pro mit 9,7-Zoll-Display.
Jetzt auch in klein: Das neue iPad Pro mit 9,7-Zoll-Display.

Dann geht es endlich über zum neuen iPhone. 2015 wurden mehr als 30 Millionen 4-Zoll-iPhones verkauft. Es gibt also anscheinend noch einen Bedarf nach kleineren Geräten, und den bedient Apple mit dem neuen iPhone SE. Das heißt genau so, wie im Vorfeld vermutet wurde und sieht auch so aus - das Gehäuse ist dem iPhone 5s zum Verwechseln ähnlich, eine Mischung aus iPhone 6 und iPhone 5 ist es nicht geworden, auch wenn viele das gehofft hatten. Nur eine neue Farbe gibt es, das iPhone SE kommt in Silber, Gold, Space-Grau oder Roségold.

Im Innern steckt aber die neueste Technik, darunter der A9-Prozessor, der auch im iPhone 6s und 6s Plus zum Einsatz kommt und der begleitende M9-Chip. Den größten Fokus legt Apple in seiner Präsentation auf die iSight-Kamera. Sie macht Fotos mit 12 Megapixeln und Panoramen mit bis zu 63 Megapixeln und nimmt 4K-Vdeos auf. Der große Applaus bleibt aus, wohl auch, weil die Vorstellung des SE relativ nüchtern erfolgt und die meisten Informationen bereits bekannt waren. Das Event bestätigt demnach eher das ohnehin Bekannte, als Überraschungen zu liefern. Auch fehlen beim iPhone SE die wirklichen Innovationen - zum Vergleich wird während der Präsentation das iPhone 5s herangezogen, gegenüber dem das SE natürlich stärker und besser ist, doch wer die 6s-Generation kennt, wird im SE kaum neues finden.

Erfreulich ist der Startpreis: Für 399 Dollar wird die 16-Gigabyte-Version zu haben sein - das ist nicht billig, aber erträglich. Die 64-Gigabyte-Version soll 499 Dollar kosten. Die Vorbestellungen beginnen am 24. März, ab dem 31. März sollen die neuen iPhones ausgeliefert werden.

iPad Pro: Kleiner und trotzdem stark

Das iPad betritt als nächstes die Bühne. Auch hier kommt alles wie erwartet, das Publikum in der Town Hall und die vielen Stream-Zuschauer bekommen eine kleine Version des iPad Pro zu sehen. Das neue, kleinere iPad Pro hat wie erwartet ein 9,7-Zoll-Display, die gleiche Größe wie das letzt iPad Air - laut Apple groß genug, um damit zu arbeiten, und klein und leicht genug, um es überall hin mitzunehmen. Ist es damit der “perfekte PC-Ersatz”? Jedenfalls will Apple seine Kunden das glauben machen und betont, dass es Millionen von PCs gibt, die älter als fünf Jahre sind und dass das iPad Pro der ideale Wechselgrund sei.

An Bord ist die neueste Technik, ein starker A9X-Prozessor und der M9-Koprozessor, vier Lautsprecher und ein entspiegeltes Display, das eine Funktion hat, von der im Vorfeld kaum gesprochen wurde: Das "True Tone"-Display reagiert auf die Umgebung. Sensoren im iPad messen Helligkeit und Lichttemperatur und passen die Anzeige dem Umfeld an. Das soll die Augen entspannen und für eine natürlichere Darstellung sorgen.

Spektakel? Beim nächsten Mal

Passendes Zubehör gibt es auch, unter anderem ein Tastatur-Dock und diverse Erweiterungen, zum Beispiel einen SD-Kartenleser. Auch der Apple Pencil, eingeführt mit dem großen iPad Pro, wird vom kleinen Bruder unterstützt. Auch das iPad Pro kommt in den vier Apple-Farben, neu ist eine Variante mit 256 Gigabyte internem Speicher. Auch das große iPad Pro wird es ab sofort mit 256 GB Speicher geben. Die Preise beginnen bei 599 Dollar für die 32-GB-Version, 128 GB gibt es für 749 Dollar.

Und dann? Kommt noch etwas? Als Tim Cook wieder das Wort ergreift, wird schnell klar: Das war’s, kein "One More Thing". Die letzte Präsentation Cupertinos Town Hall war ein Event der leisen Töne. Wenn Apple nächstes Mal ins Theatre seiner neu gebauten Firmenzentrale einlädt, dürfte es deutlich spektakulärer zugehen.

Quelle: n-tv.de

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