Technik
Microsoft beendet am 8. April die Unterstützung für Windows XP.
Microsoft beendet am 8. April die Unterstützung für Windows XP.(Foto: Microsoft GmbH)

Ab 8. April Freiwild für Viren und Trojaner: Bitkom warnt Windows-XP-Nutzer

Der Branchenverband Bitkom drängt vor allem Unternehmen, Windows-XP-Rechner aufzurüsten, bevor Microsoft den Support für das Uralt-Betriebssystem in Kürze beendet. Sie sollten sich kein Beispiel am Deutschen Bundestag nehmen.

Am 8. April stellt Microsoft den Support für Windows XP endgültig ein, das rund 13 Jahre alte Betriebssystem entspricht nicht mehr dem Stand der Technik. Das Unternehmen veröffentlicht ab diesem Zeitpunkt keine weiteren Sicherheits-Updates mehr für Windows XP, mögliche neu entdeckte Lücken im Betriebssystem werden dann nicht mehr geschlossen.

"Ohne die Bereitstellung aktueller Sicherheitsupdates können diese alten Versionen von Windows und Office zum Ziel für Angreifer werden", warnt der Branchenverband Bitkom. Auch Hersteller von Anti-Viren-Software verzichteten nach dem 8. April möglicherweise auf XP-Updates, da die Verbreitung der alten Windows-Version weiter abnehme. Abzusehen sei außerdem, dass viele Programm- und Hardware-Anbieter, etwa für Drucker oder Scanner, keine neuen Treiber oder Updates für Windows XP veröffentlichen.

Was den zweiten Punkt betrifft, dürfte die Warnung des Bitkom berechtigt sein, schließlich wollen die Hersteller neue Produkte verkaufen statt alte zu unterstützen. Die Anbieter von Antiviren-Software werden Windows XP aber kaum so schnell den Rücken kehren, denn "Netmarketshare" ermittelte für das betagte Windows-Betriebssystem im Februar dieses Jahres noch einen weltweiten Marktanteil von rund 30 Prozent.

Hohes Risiko für Unternehmen

Besonders Unternehmen sollten jetzt so schnell wie möglich handeln, rät Bitkom. Angreifer könnten nach dem Support-Ende noch leichter die Sicherheitslücken bei Windows XP nutzen, um in das Unternehmensnetzwerk einzudringen und von dort aus weiteren Schaden anzurichten. Alles in allem steige das Risiko von Systemfehlern und Ausfällen der IT-Systeme, was hohe Kosten verursachen könne.

Aufgrund der nicht absehbaren Sicherheitsrisiken nach dem Support-Ende sollten aber auch private XP-Nutzer auf ein aktuelles Betriebssystem umsteigen, empfiehlt der Branchenverband. Wer Windows treu bleiben möchte, sollte mindestens die Version Windows 7 installieren. Dieses Betriebssystem will Microsoft noch bis zum Jahr 2020 unterstützen. Für die neueste Version Windows 8.1 werden voraussichtlich bis Oktober 2023 Support und Sicherheits-Updates bereitgestellt.

Tausende Windows-XP-Rechner im Bundestag

Zu beachten ist, dass für diese Versionen kein direktes Upgrade per Download über Windows XP möglich ist. Windows 7 und 8 müssen manuell installiert werden. XP-Nutzer sollten ihre Festplatten-Daten dafür extern speichern, um nach der Installation des neuen Betriebssystems wieder auf sie zurückgreifen zu können. Tipps und Werkzeuge für den Umzug bietet auch Microsoft an. Aber: Nicht jede alte Hardware ist für Windows 7 oder Windows 8 geeignet.

Wie "Die Welt" berichtet, geht der Deutsche Bundestag in Sachen Windows XP mit schlechtem Beispiel voran. In der Verwaltung des Parlaments läuft noch auf 5400 Computern das unsichere Betriebssystem, bestätigte dessen Pressestelle der Zeitung. Ob die Rechner noch bis zum 8. April aufgerüstet werden, ließ man offen. "Der Deutsche Bundestag gibt grundsätzlich keine konkreten Auskünfte zu IT-Sicherheitsmaßnahmen."

Quelle: n-tv.de

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