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Blackberry möchte mit Android aus der Krise kommen.
Blackberry möchte mit Android aus der Krise kommen.(Foto: REUTERS)

Priv ist nur der Anfang: Blackberry setzt voll auf Android

Der kanadische Smartphone-Hersteller Blackberry legt sein eigenes Betriebssystem auf Eis und wird in diesem Jahr ausschließlich Android-Smartphones präsentieren. Pionier Priv glänzt unterdessen durch schnelle Sicherheitsupdates.

Manchmal kann man einfach nur noch loslassen - das hat jetzt offenbar auch Blackberry eingesehen. Unternehmenschef John Chen hat auf der Consumer Electronics Show (CES) in einem Interview gesagt, in diesem Jahr werde seine Firma noch ein oder zwei Smartphones mit dem Betriebssystem Android auf den Markt bringen. Weitere Geräte mit dem eigenen Blackberry OS seien nicht geplant.

Der Schritt ergibt Sinn. Denn die zuletzt vorgestellten Blackberrys mit eigenem Betriebssystem floppten durchweg und der weltweite Marktanteil der Kanadier stürzte so tief, dass dessen OS in Statistiken inzwischen zu den "Sonstigen" gehört. Zuletzt führte IDC Blackberry OS im vergangenen August noch gesondert mit 0,3 Prozent auf. Blackberrys erstes Android-Smartphone Priv erregte im vergangenen Herbst aber offenbar nicht nur großes Aufsehen, sondern könnte vielleicht sogar den Umschwung einleiten. Bisher verkaufe sich das Gerät ganz gut, zitiert "CNET" Chen. "Ich bin vorsichtig optimistisch."

Entscheidungsjahr für Blackberry

Das Blackberry Priv ist ein Android-Smartphone mit ausziehbarer Tastatur.
Das Blackberry Priv ist ein Android-Smartphone mit ausziehbarer Tastatur.(Foto: Blackberry)

Vorsicht ist auch angebracht, denn im vergangenen Oktober sagte Chen "The Verge", Blackberry müsse pro Jahr mindestens 5 Millionen Geräte verkaufen, um profitabel zu arbeiten. Das Unternehmen hat 2016 zum Entscheidungsjahr gemacht. Sollte es erneut mit einem dicken Minus-Geschäft enden, könnte dies das endgültige Aus für Blackberry-Smartphones bedeuten. Der Trend zeigt aber leicht nach oben. Im dritten Quartal 2015 konnte das Unternehmen den Netto-Verlust auf 89 Millionen Dollar reduzieren. Im Vorjahreszeitraum erwirtschaftete Blackberry noch ein Minus von 148 Millionen Dollar.

Chen hofft auch, dass der mögliche Erfolg des Priv der Marke Blackberry zu neuem Ansehen verhelfen kann. Vielleicht sei es dann auch wieder möglich, Smartphones mit dem Betriebssystem Blackberry 10 zu produzieren, sagte er. Noch sei es aber zu früh, über solche Pläne zu sprechen.

Android-Sicherheit als Marktlücke

Was das Image betrifft, leistet das Blackberry Priv bereits gute Arbeit. In Tests wird es überwiegend positiv beurteilt und aktuell beweist Blackberry, dass es auch unter Android weiß, wie Sicherheit geht: Das Slider-Handy gehört neben Nexus-Geräten zu den ersten Smartphones, die Googles Januar-Update erhalten, das mehrere kritische Schwachstellen schließt. Und auch künftig will Blackberry die monatlichen Sicherheits-Updates ohne Verzögerung weitergeben, wie das Unternehmen im vergangenen November in einem Blogpost ankündigte. Notfalls will Blackberry auch noch schnellere Hotfixes anbieten. Außerdem verspricht das Unternehmen, Android durch weitere Funktionen und Maßnahmen besonders sicher zu machen. Kein schlechter Ansatz, mit dem Blackberry durchaus eine Marktlücke füllen könnte.

Quelle: n-tv.de

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