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Das Creators Update bringt viele Neuigkeiten.
Das Creators Update bringt viele Neuigkeiten.(Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn/dpa)
Dienstag, 11. April 2017

Creators Update wird verteilt: Das ist das neue Windows 10

Ab sofort verteilt Microsoft das dritte große Update für Windows 10. Das Creators Update bringt einige neue Funktionen, gibt Nutzern mehr Kontrolle beim Datenschutz und mehr Sicherheit.

Mehr 3D, mehr Streaming, ein besserer Browser und einige Änderungen bei Datenschutz und Sicherheit: Wenn das Creators Update für Windows 10 ausgerollt wird, erhalten die Nutzer des Betriebssystems neue Möglichkeiten für ihre Computer. Was genau sind die Neuerungen? Ein Überblick:

Updatepolitik

Neue Updates installiert Windows 10 wie zuvor auch automatisch. Anwender können bei Veröffentlichung eines Updates aber die Installation per Knopfdruck um drei Tage verschieben oder ein Wunschdatum eingeben. Dass der Rechner durch ein zum unpassenden Zeitpunkt aufspringendes Updatefenster zeitweise unbrauchbar wird, soll damit nicht mehr vorkommen. Das Creators Update selber wird vom 11. April an Schritt für Schritt allen Windows-Nutzern bereitgestellt.

Sicherheit

Im neuen Windows Defender Security Center sollen alle Sicherheitsfunktionen wie Virenschutz, Firewall und der Rechtezugriff von Apps gebündelt werden. Dritt-Programme zum Antivirenschutz können von hier aus direkt gestartet werden, das hauseigene Antivirusprogramm Defender zeigt hier Scan-Ergebnisse und eine Liste vergangener Bedrohungen an. Welche Software man benutzt, lässt Microsoft dem Nutzer offen - auch wenn es viele Argumente für den Defender gibt. Manche Experten sagen, dass der Bord-Virenschutz besser und sicherer ist als ein externes Antivirenprogramm. Der russische Sicherheits-Software-Anbieter Kaspersky plant deshalb sogar eine EU-Beschwerde.

Datenschutz

Windows wird auch nach dem Update Nutzerdaten an Microsoft senden. Doch welche Daten genau erhoben werden und warum das geschieht - darüber will Microsoft künftig transparenter Auskunft geben. Nutzer sollen so besser entscheiden können, ob sie bestimmte Funktionen von Windows nutzen wollen. Nach Installation des Updates werden Anwender aufgefordert, ihre Privatsphäre-Einstellungen zu überprüfen. Statt drei Konfigurationsstufen gibt es für die erhobenen Telemetriedaten künftig nur noch die Übertragungsstufen "Einfach" und "Vollständig". In der Einstellung "Einfach" wird die Menge der erhobenen Daten reduziert. Vollständige Funkstille kann man Windows nicht befehlen, sie ist aber auch nicht sinnvoll.

3D-Funktionen

Das Update soll es leichter machen, am PC 3D-Inhalte zu erschaffen. Im neuen Paint 3D können Nutzer Grafiken erstellen, bearbeiten und mit anderen Anwendern teilen. Auch andere Programme wie Powerpoint oder Edge werden um 3D-Funktionen erweitert. Unter Remix3d.com können die Grafiken anderer Nutzer heruntergeladen oder eigene geteilt werden.

Mixed Reality

Mit dem Creators Update wird Windows 10 leichter für eine virtuelle und erweiterte Realität nutzbar. Mehrere Hersteller wie Acer, Dell und Lenovo haben bereits eigene Hardware angekündigt, die später im Jahr verfügbar sein soll. Die Produkte sollen günstiger sein als bisherige Virtual-Reality-Brillen wie Oculus Rift oder HTC Vive (rund 700 Euro aufwärts). Microsofts Mixed Reality soll auch ohne externe Sensoren zur Bewegungserfassung funktionieren.

Edge

Microsofts Browser bekommt eine Reihe neuer Funktionen, darunter ein besseres Tab-Management. In Edge lassen sich nun zum Beispiel Tabs für bessere Übersicht gruppieren. Auch das lesen im Browser soll laut Microsoft optimiert sein. Nutzer können E-Books aus dem Windows Store in Edge lesen. 

Streaming und Details

Videospieler mit Mitteilungsbedürfnis können über Microsofts Plattform Beam künftig Partien ins Netz übertragen und dabei mit ihren Zuschauern in Kontakt treten. Der neue Game-Mode stellt die Systemleistung von Prozessor und Grafikkarte bevorzugt für Spiele bereit. Außerdem gibt es Detailverbesserungen wie einen Nachtlichtmodus mit reduziertem Bildschirmlicht oder eine Bild-in-Bild-Funktion für zeitgleiches Arbeiten, Videos schauen und Skype-Anrufe. Kompatible Smartphones können per Remote Lock mit dem Computer gekoppelt werden. Entfernt sich das Gerät vom PC, kann dieser automatisch gesperrt werden.

In der Fotos-App, die ohnehin schon gute Bildbearbeitungsfunktionen bietet, können Nutzer nun auch auf Fotos und Videos zeichnen. Die digitale Stifteingabe funktioniert auch in der Karten-App, zum Beispiel mit dem Einzeichnen von Routen, Markieren von Zielen oder dem Abmessen von Distanzen zwischen zwei Orten.

Das Update bekommen Windows-10-Nutzer automatisch angeboten. Wer nicht warten möchte, kann es auch mithilfe des Media Creation Tools (MCT) aufspielen.

Quelle: n-tv.de

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