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Android O kann als Beta-Version bereits installiert werden.
Android O kann als Beta-Version bereits installiert werden.(Foto: jwa)

Beta-Version ausprobiert: Das kann Android O schon jetzt

Von Johannes Wallat

Die erste öffentliche Beta-Version von Android O gibt schon einen Vorgeschmack auf das nächste große Update für Googles Smartphone-Betriebssystem. Die Software ist noch nicht fertig, läuft aber schon recht stabil und hat schon eine Reihe neuer Funktionen an Bord.

Google hat am Mittwochabend die Entwicklerkonferenz I/O im kalifornischen Mountain View eröffnet. Während der über zweistündigen Keynote standen viele Punkte auf dem Programm – Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen, Virtuelle und Erweiterte Realität, Googles Assistant und der smarte Lautsprecher Home – und natürlich Android O. Die nächste Android-Version wurde angekündigt, veröffentlicht wird sie erst im Laufe des Jahres. Doch mit der Keynote startete auch das öffentliche Beta-Programm für Android O. n-tv.de verrät, was das neue Android jetzt schon kann.

Die erste Vorschau für Entwickler veröffentlichte Google schon vor rund acht Wochen im März. Sie war noch nicht alltagstauglich, hatte aber schon einige der neuen Funktionen an Bord. Die zweite Entwicklervorschau ist schon sehr ausgereift und weiß ihren unfertigen Status gut zu verbergen.

Apps bekommen endlich Badges

App-Symbole zeigen nun auch beim puren Android anhand von "Badges" an, ob es neue Benachrichtigungen gibt. Ein langer Tipp aufs Symbol zeigt Details dazu an. In der Beta-Version kann die Anzeige der "Kennzeichensymbole" bereits aktiviert werden, eine Nummer für die Anzahl der ungelesenen Benachrichtigungen wird aber nicht angezeigt. Auch die "Smart Reply" genannten automatischen Antworten für Gmail stehen schon zur Verfügung.

Benachrichtigungen kanalisieren

Ein langer Tipp aufs App-Symbol zeigt eine neue Benachrichtigung direkt an.
Ein langer Tipp aufs App-Symbol zeigt eine neue Benachrichtigung direkt an.(Foto: jwa)

Nutzer können außerdem für jede App festlegen, wie genau sie sich bemerkbar macht - viel gibt es hier aber noch nicht einzustellen. Ein langer Druck auf ein App-Symbol führt direkt zu den App-Details mit allen wichtigen Infos und Einstellungsmöglichkeiten. Benachrichtigungen können aus der Benachrichtigungsleiste heraus nun direkt aufgerufen oder für eine gewisse Zeit pausiert werden - entweder für 15 oder 30 Minuten oder für eine Stunde.

Neue Ordnung im Einstellungsmenü

Das Einstellungsmenü selbst wurde aufgeräumt: Android O zeigt weniger Haupt-Kategorien an, dafür stehen unter jedem Eintrag nähere Beschreibungen und Infos. Ein Tipp darauf öffnet nur die wichtigsten Optionen, weitere Einstellungen werden bei Bedarf ausgeklappt. So wirkt das Menü übersichtlicher, es ist aber auch verschachtelter. Unter Umständen dauert es daher länger, bis man einen Eintrag gefunden hat.

Bild-in-Bild, Auto-Fill

Der Bild-in-Bild-Modus, bei dem zum Beispiel Youtube-Videos oder Video-Chats in einem kleinen Fenster weiterlaufen, während man andere Apps nutzt, scheint zumindest in Deutschland noch nicht zu funktionieren. In den Einstellungen ist er aber zu finden, unterstützt werden derzeit die Apps Chrome, Duo, Google-Play-Dienste und Youtube.

Den Komfort der Auto-Vervollständigen-Funktion von Googles Chrome-Browser bringt Android O aufs Smartphone. Nutzer müssen einwilligen, dass die entsprechenden Daten von Chrome AutoFill übernommen werden, schon ist die Funktion eingerichtet. Neue Benutzernamen und Passwörter kann man automatisch speichern lassen.

Die smarte Textauswahl, die automatisch zusammenhängende Einheiten erkennt, zum Beispiel Adressen oder Telefonnummern, und dann die passenden Apps vorschlägt, wollte in der Beta noch nicht richtig zeigen, was sie kann. Hier muss Googles AI wohl noch etwas lernen.

Vitals

Googles Virenscanner zeigt jetzt auch, was er im Hintergrund tut.
Googles Virenscanner zeigt jetzt auch, was er im Hintergrund tut.(Foto: jwa)

Die neuen Funktionen, die Laufzeit, Performance und Sicherheit verbessern sollen, nennt Google Vitals. Sichtbar wird davon auch in der finalen Version nicht viel sein, die Verbesserungen finden unter der Haube statt. Immerhin: "Play Protect" ist neu dazugekommen. So nennt Google seinen Virenscanner - der war schon vorher im Hintergrund aktiv, jetzt bekommen Nutzer aber mehr Kontrolle über seine Aktivität und sehen zum Beispiel, wann die letzte Sicherheitsprüfung stattgefunden hat.

Android O soll auch Apps schneller laden und die Neustartzeiten halbieren. Im Test mit dem Google Pixel dauert es aktuell 17 Sekunden bis zur Eingabe der SIM-Pin. Die Deinstallation einer App war binnen zwei Sekunden abgeschlossen.

Beta-Version ist für alle da

Googles Beta-Programm ist offen für alle Interessierten, vorausgesetzt, sie haben eines der folgenden Geräte: Nexus 5X, Nexus 6P, Pixel, Pixel XL, Pixel C oder Nexus Player. Mitte Juni soll die dritte Vorschau erscheinen, Mitte Juli die vierte. Die finale Version von Android 8.0 O wird irgendwann im dritten Quartal 2017 veröffentlicht. Für die Teilnahme reicht eine Anmeldung unter android.com/beta.

Eine Update-Benachrichtigung kommt nach einiger Zeit automatisch aufs Gerät. Achtung: Beta-Versionen können instabil sein, einige Funktionen sind möglicherweise fehlerhaft. Sie sollten daher nur auf einem Zweit-Handy installiert werden. Wer am Beta-Programm teilnimmt und wieder zurück zu einer stabilen Version möchte, muss eine komplette Neuinstallation vornehmen. Dabei gehen alle gespeicherten Daten verloren.

Quelle: n-tv.de

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