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Wenn der Smartphone-Touchscreen nicht mehr reagiert, kommt man nur noch schwer an die gespeicherten Daten.
Wenn der Smartphone-Touchscreen nicht mehr reagiert, kommt man nur noch schwer an die gespeicherten Daten.(Foto: imago/CHROMORANGE)

Es ist nicht alles verloren: Daten retten bei kaputtem Display - so geht's

Von Klaus Wedekind

Wenn das Smartphone-Display nach einem Sturz nicht mehr reagiert, kann man unter Umständen nicht mehr auf seine gespeicherten Fotos und andere Dateien zugreifen. Oft kann man sie aber mit ein paar Tricks noch retten.

Es ist schon ärgerlich genug, wenn das Smartphone herunterfällt und das Display zersplittert. Doch wenn auch der Touchscreen nicht mehr reagiert, kann man das Gerät nicht mehr entsperren oder Eingaben machen, selbst wenn das Handy an sich noch funktionsfähig ist. Viel anfangen könnte man mit dem Smartphone zwar mit kaputtem Bildschirm nicht, aber um an seine gespeicherten Fotos, Videos und andere Dateien zu kommen, ist das nötig.

Klare Verhältnisse beim iPhone

Für iPhone-Nutzer ist die Lage relativ klar: Hatten sie ihr Smartphone zuvor an einen Computer angeschlossen und diesen als vertrauenswürdig akzeptiert, genügt es das Gerät anzuschließen und dann über iTunes ein Backup zu machen - falls noch nicht vorhanden. Danach kann man das reparierte oder ein neues iPhone damit wiederherstellen. Wechselt man das System, kann eine Software wie iBackup Viewer die Dateien aus dem gespeicherten Backup extrahieren. Um das Tool kostenlos nutzen zu können, sollte man darauf achten, dass die Sicherung nicht verschlüsselt angelegt wird.

Falls das iPhone noch mit keinem Rechner verbunden war oder nach einem Software-Update die Vertrauensfrage neu gestellt wird, kommt man nur noch schwer an die Daten ran. Die größte Hoffnung ist dann, dass die Fotos und Videos über ein eventuell vorhandenes iCloud-Backup oder die iCloud-Fotomediathek zu retten sind. Wurden die Funktionen nicht genutzt, weil der kostenlose Speicher nur 5 Gigabyte groß ist, kann man eigentlich nur noch das Display wechseln (lassen) oder anderweitig professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Mehr als ein Hindernis bei Android

Bei Android-Smartphones gibt es große Probleme bei defektem Touchscreen, wenn die Daten nicht auf einer externen microSD-Karte gespeichert wurden, die man dem Gerät einfach entnehmen kann. Wird das Handy durch eine PIN oder eine Wischgeste vor unbefugten Zugriffen geschützt, kann man es ansonsten nicht einfach an den PC anschließen, um auf die Ordner auf dem internen Speicher zuzugreifen. Dies dürfte nur bei älteren Handys mit betagten Android-Versionen klappen.

Je nach Modell und Software gibt es verschiedene Hindernisse zu überwinden. Üblicherweise kann man erst auf den Speicher zugreifen, nachdem man das Gerät über das Display entsperrt hat. Aber selbst wenn das Handy leichtsinnigerweise keinen Sperrbildschirm haben sollte, kommt man bei neueren Android-Smartphones nicht sofort zum Ziel. Normalerweise muss man nämlich vorher über das Display einen USB-Modus wählen, in dem das Gerät nicht nur über den Anschluss aufgeladen wird, sondern auch Dateien oder Fotos getauscht werden können. Falls man es bis dahin geschafft hat, kann man aber versuchen, die PC-Software des Herstellers zu installieren und darüber Zugriff zu erlangen.

Wichtig: War das Smartphone beim Unfall ausgeschaltet, sollte man vor einem Rettungsversuch die SIM-Karte entfernen, damit man nicht auch noch diese PIN eingeben muss.

Klicken statt tippen

Hoffnung für gesperrte Android-Smartphones mit defekten Touchscreen gibt es, wenn das Gerät OTG (On The Go) unterstützt. Dann kann man nämlich über einen USB-Adapter eine Maus oder eine Tastatur zur Eingabe anschließen. Eventuell ist es vorher bei Handys mit Fingerabdrucksensor nötig, das Display nach oben zu wischen. Das klappt zwar mit Maus oder Tastatur nicht, man kann aber auf eine Benachrichtigung doppelklicken, um zur Eingabe zu gelangen. Ob das Gerät OTG unterstützt, erfährt man über eine Internet-Suche, Adapter gibt es online schon ab zwei Euro.

Besitzer eines Samsung-Smartphones haben eine noch einfachere Lösung zur Verfügung, wenn sie das Handy für den Dienst "Find My Mobile" eingerichtet haben. Sie müssen sich dann bei dem Dienst nur im Browser anmelden und über die Funktion "Mein Gerät sperren" die bestehende Sperre aufheben.

Man sieht, auch wenn der Touchscreen hinüber ist, gibt es noch Möglichkeiten, Fotos und andere wertvolle Dateien zu retten. Ein möglicher Notfall macht aber auch deutlich: Selbst wenn das Smartphone einen großen Speicher hat, sollte man regelmäßig Backups machen, um erst gar nicht in die Lage zu kommen, Daten aus einem beschädigten Gerät holen zu müssen.

Quelle: n-tv.de

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