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Nicht alle Playstation-4-Käufer sind mit ihrer Konsole nicht glücklich.
Nicht alle Playstation-4-Käufer sind mit ihrer Konsole nicht glücklich.(Foto: picture alliance / dpa)

Defekte Playstation-4-Konsolen: Ist bei Sony Sabotage im Spiel?

Kurz nach dem Verkaufsstart der Playstation 4 in den USA gibt es zahlreiche Berichte über defekte Konsolen, die die chinesischen Foxconn-Werke verlassen. Steckt Sabotage dahinter?

Am 15. November ist in den USA die Playstation 4 in den Verkauf gegangen und hat reißenden Absatz gefunden. Doch nicht alle Käufer von Sonys neuer Spielekonsole sind glücklich, viele beschweren sich über defekte Geräte. So ist die PS4 bei rund 2200 Bewertungen auf Amazon.com knapp 600 Mal mit einem Stern abgestraft worden.

Knapp vier Prozent der ausgelieferten PS4-Konsolen sind defekt.
Knapp vier Prozent der ausgelieferten PS4-Konsolen sind defekt.(Foto: REUTERS)

Aus Amazon-Rezensionen kann man aber nicht auf die tatsächliche Zahl von defekten Playstations schließen, da unzufriedene Kunden viel eher eine Rezension schreiben, als zufriedene Käufer. Immerhin hat die PS4 bei Amazon auch rund 1400 Mal die beste Bewertung erhalten. Sony hat gegenüber "ING" in einer Stellungnahme zwar Qualitätsprobleme eingeräumt. Es seien bisher aber weniger als vier Prozent der ausgelieferten Geräte betroffen, was bei einem neuen Produkt innerhalb der Erwartungen liege. Selbst wenn diese Angabe zutreffen, sind trotzdem relativ viele Kunden betroffen: Sony hat alleine am ersten Tag in den USA eine Million Konsolen verkauft, worunter demnach knapp 40.000 defekte PS4 gewesen sind.

Blaues Licht des Todes

"ING" hat die häufigsten Fehler und ihre vermutlichen Ursachen gesammelt. Viele seiner Nutzer berichten von einem blauen pulsierenden Licht als einzigem Lebenszeichen der Konsole. Auch in den negativen Amazon-Bewertungen wird das "Blue Light of Death" oft als Fehler genannt. Laut Sony ist in diesen Fällen ein defekter HDMI-Port die Ursache. Auch die Gaming-Webseite "Kotaku" hat eine Playstation 4 mit einem defektem Anschluss erhalten, bei dem der Stecker nicht ganz eingeschoben werden kann. Hersteller Sony, der das Gerät repariert hat, teilte den Redakteuren mit, ein Metallstück, das eigentlich bündig mit der Unterseite abschließen solle, sei nach oben gebogen gewesen und habe einige Pins blockiert. "Kotaku" schreibt, das Metallstück habe auch Pins am HDMI-Stecker beschädigt. Für die Reparatur habe man die Metallzunge nur mit einem Stift zurückdrücken müssen.

Foxconn stellt auch Konsolen für Nintendo und Microsoft her.
Foxconn stellt auch Konsolen für Nintendo und Microsoft her.(Foto: picture alliance / dpa)

Auch wenn bisher nicht klar ist, ob dieser Fehler bei vielen Konsolen vorkommt, hat der Bericht Gerüchte angeheizt, wonach Sony Opfer von Sabotage in den chinesischen Foxconn-Werken geworden sein könnte. So berichtet unter anderem "PS4 Daily" über einen inzwischen gelöschten Forenbeitrag in der Baidu-Online-Community Tieba, der angeblich von einem Foxconn-Praktikanten in Yantai stammt. Er schrieb Ende August, weil Foxconn seine Mitarbeiter nicht wie Menschen behandle, dürfe man von den von ihnen gefertigten Konsolen bestenfalls erwarten, dass sie starten.

Studenten elf Stunden am Fließband

Zuvor berichtete unter anderem das Wirtschaftsmagazin "Quartz", Foxconn habe mehr als eintausend Studenten der technischen Universität Xi'an dazu gezwungen, im Rahmen ihres Praktikums die Playstation 4 am Fließband zusammenzubauen, statt mit Aufgaben und Jobs betraut zu werden, die ihrem Studium dienten. Hätten sich die Studenten, die wie normale Arbeiter bezahlt wurden, geweigert, hätten sie wichtige Punkte nicht erhalten, ohne die sie ihren Abschluss nicht schaffen. "Kotaku" zitiert eine Studentin, die "China.com" sagte, sie habe täglich elf Stunden "wie ein Roboter" am Fließband gestanden und insgesamt nur 40 Minuten Pause gehabt. In einer Stellungnahme bestätigte Foxconn, dass die Studenten Nachtschichten und Überstunden machen mussten. Aber diese Praxis verstoße gegen die Regeln und man habe umgehend Maßnahmen ergriffen.

Möglicherweise stammt der Forenbeitrag tatsächlich von einem dieser Studenten. Allerdings könnte er oder sie einfach nur Wut abgelassen haben, ohne tatsächlich die PS4-Produktion zu sabotieren. Bewiesen ist damit nichts. Das Gleiche gilt für Kommentare, die "Kotaku" in einem anderen chinesischen Forum gefunden hat, in denen Foxconn-Arbeiter darüber chatten, in Konsolen zu spucken oder Teile aus dem Werk zu stehlen. Vielleicht hat der Student Recht, der auf Baidu Tieba schreibt, man solle das Problem nicht bei den Studenten suchen, die nicht mal zehn Prozent der Foxconn-Belegschaft ausmachten, sondern sich über die Qualitätskontrollen Gedanken machen.

Quelle: n-tv.de

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