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In Deutschland wird das Internet nach wie vor im Schneckentempo ausgebaut.
In Deutschland wird das Internet nach wie vor im Schneckentempo ausgebaut.(Foto: picture alliance / dpa)

Andere surfen viel schneller: Deutschland bleibt Internet-Schnecke

Immer noch haben zu wenige Bundesbürger ein wirklich schnelles Internet. Im internationalen Vergleich fällt Deutschland weiter zurück, ist in Europa abgeschlagen nur noch unteres Mittelmaß.

Für eine Industrienation wie Deutschland ist es eigentlich lebensnotwendig, seinen Bürgern und Unternehmen ein schnelles Internet bieten zu können. Doch was die durchschnittliche Verbindungsgeschwindigkeit betrifft, ist die Bundesrepublik nur unteres europäisches Mittelmaß.

Laut dem aktuellen "State-of-the-Internet"-Bericht des Cloud-Anbieters Akamai lag Deutschland nach dem dritten Quartal 2014 mit durchschnittlich 8,7 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) weltweit nur noch auf Platz 31. Im vorangegangenen Quartal rangierte die Bundesrepublik mit 8,9 MBit/s noch auf dem 28. Platz. Global erreichte die durchschnittliche Verbindungsgeschwindigkeit 4,5 Mbit/s und übertraf damit im zweiten Quartal in Folge die Breitbandschwelle von 4 Mbit/s.

Am schnellsten surfen in Europa trotz eines leichten Rückgangs nach wie vor die Schweizer mit durchschnittlich 14,5 MBit/s, knapp gefolgt von den Schweden, die sich nach 13,6 MBit/s im zweiten Quartal über eine Steigerung auf 14,1 MBit/s freuen dürfen. Weltweit ist Südkorea mit 25,3 MBit/s einsame Spitze, Hongkong (16,3 MBit/s) folgt mit deutlichem Abstand vor Japan, das mit 15 MBit/s ebenfalls noch vor dem europäischen Champion Schweiz liegt.

Asiaten Highspeed-Sieger

Auch bei den durchschnittlichen Spitzengeschwindigkeiten sind deutsche Datenautobahnen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 39,2 MBit/s alles andere als Weltklasse. Hier liegt Rumänien in Europa mit 58,7 MBit/s vor der Schweiz (54,4 MBit/s) und Schweden (54 MBit/s). Highspeed-Weltmeister ist Hongkong mit rasanten 84,6 Mbit/s, auf dem zweiten Platz liegt Singapur mit 83 MBit/s. Südkorea folgt mit 74,2 MBit/s auf dem dritten Platz.

Wie schleppend der Internetausbau in Deutschland vorangeht, verdeutlichen auch diese Zahlen: In Deutschland gehören inzwischen 23 Prozent der Verbindungen zu den High-Broadband-Verbindungen mit mehr als 10 MBit/s. Das entspricht zwar einer Steigerung zum Vorjahr um 32 Prozent. In Europa bedeutet dies aber nur den 17. Platz, in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) die rote Laterne.

Bisher hat die "Digitale Agenda" der Bundesregierung also wenig Früchte getragen. Ziel der Koalition ist es, bis 2018 in Deutschland flächendeckend Verbindungsgeschwindigkeiten von mindestens 50 MBit/s zu erreichen, die Bundesrepublik soll eine "internationale Spitzenposition" einnehmen.

Quelle: n-tv.de

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