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Schutz-Apps für Android sind relativ hilflos, aber nicht unnütz.
Schutz-Apps für Android sind relativ hilflos, aber nicht unnütz.(Foto: AV-Test)

Wie nützlich sind die Virenwächter?: Diese Android-Apps schützen am besten

Wie gut sind Antivirus-Lösungen für Android-Geräte? AV-Test prüft 25 Apps und kommt zu einem beruhigenden Ergebnis: Alle Apps sind relativ sicher. Sie haben aber das gleiche Problem.

Das unabhängige Institut AV-Test überprüft regelmäßig Virenschutz-Programme für verschiedene Plattformen. Neben Software für Windows testen die Experten auch immer wieder Antivirus-Apps für Android, im Oktober erschienen die Ergebnisse des vorigen Tests. Jetzt liegen neue Ergebnisse aus der jüngsten Testrunde mit 25 Antivirus-Lösungen vor, die AV-Test nun auf seiner Webseite veröffentlicht hat.

In realistischen Tests wurden die Apps in den Bereichen Schutzwirkung (Schädlinge erkennen, Echtzeitschutz), Benutzbarkeit (Akkulaufzeit, Systembelastung, Datenverkehr) und Funktionsumfang getestet. Die Tester wollten dabei nicht nur wissen, wie gut die Apps aktuelle Android-Malware aufspüren können, sondern auch, wie gut die Echtzeit-Erkennung von Schadsoftware ist. Dafür ließen sie jede App zeitgleich auf 40 Smartphones laufen.

Bestnoten für drei Apps

Das Ergebnis der Untersuchung von AV-Test: Die meisten Apps bieten guten Schutz.
Das Ergebnis der Untersuchung von AV-Test: Die meisten Apps bieten guten Schutz.(Foto: AV-Test)

Das Ergebnis des Tests kann Android-Nutzer aufatmen lassen: Drei Apps erreichten 100 Prozent, nur eine blieb unter 96 Prozent und damit deutlich abgeschlagen vom Rest des Testfelds. Das Bestergebnis teilen sich die Antivirus-Apps von Bitdefender, Eset und Sophos. Dicht dahinter liegen die Lösungen von Baidu (99,99 Prozent), Symantec und Trend Micro (beide 99,98 Prozent). Nur sieben Apps erreichen weniger als 99 Prozent, Avast liegt mit exakt 99,01 Prozent auf Platz 18. Den letzten Platz belegt die App von AVG mit einem deutlich schlechteren Ergebnis als die Mitbewerber (91,59 Prozent).

Wie nützlich Antivirus-Apps für Android-Geräte sind, ist derweil umstritten. Erstens arbeiten alle Android-Apps nach dem Sandbox-Prinzip und werden isoliert ausgeführt. Das bedeutet, dass sie in einem eigenen Bereich in Hauptspeicher und Dateisystem laufen und grundsätzlich keinen Zugriff auf andere Anwendungen oder Systembereiche haben. Solange Nutzer ihnen keine weitreichenden Berechtigungen einräumen, haben sie nur Zugriff auf die für sie notwendigen Bereiche des Systems und können auch nicht unkontrolliert mit anderen Apps kommunizieren. Selbstständig verbreiten kann sich Malware für Android nicht - entsprechend kann im eigentlichen Sinne auch nicht von Viren die Rede sein.

Auch Anti-Malware-Apps bleiben aber in der Sandbox. Sie können gar nicht so tief ins System eingreifen wie beispielsweise unter Windows und entsprechend auch keine so hohe Schutzwirkung erreichen. Im Prinzip können sie nicht viel mehr tun, als in Datenbänken nachzusehen, ob dort eine App als Bedrohung gelistet wird und im Zweifelsfall Alarm schlagen. Unschädlich machen oder selbstständig löschen können sie Schädlinge nicht. 

Hilflos, aber nicht nutzlos

Damit machen sie im Grunde nichts anderes als Googles Wächter "Bouncer", der Apps kontrolliert, bevor sie in den Play Store kommen. Unfehlbar ist der Türsteher nicht, doch wenn Google den Schädling nicht in seiner Datenbank hat, ist es wahrscheinlich, dass ihn auch die Antivirus-Anbieter noch nicht kennen. 

Am sichersten sind Nutzer, wenn sie vorsichtig sind, zum Beispiel bei der Installation von unbekannten oder brandneuen Anwendungen ohne Bewertung. Außerdem sollten sie bei der Installation darauf achten, welche Berechtigungen eine App einfordert und ob diese für die Arbeit der Anwendung wirklich notwendig sind. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn man Apps aus Drittquellen installiert. Smartphones müssen hierzu erst freigeschaltet werden, dann geschieht die Installation aber auf eigene Gefahr.

Völlig überflüssig sind die Apps der Sicherheitsanbieter aber nicht. Sie bieten oft Zusatzfunktionen wie einen erweiterten Diebstahlschutz, bei dem Daten auf gestohlenen Smartphones aus der Ferne über eine Webseite gelöscht und die Geräte lokalisiert und gesperrt werden können. Eine gute und völlig kostenlose Sicherheits-App ohne In-App-Käufe ist laut AV-Test Sophos Free Antivirus and Security.

Quelle: n-tv.de

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